För­der­ver­ein der Stadt­bü­che­rei Sun­dern wird 20 Jah­re alt – Jubi­lä­ums­fei­er mit Kath­rin Hein­richs

9. November 2018
von Redaktion

Vor genau zwan­zig Jah­ren, am 28.Oktober 1998, wur­de der Ver­ein der Freun­de und För­de­rer der Stadt­bü­che­rei Sun­dern e.V. (Hier: För­der­ver­ein) gegrün­det. Seit die­ser Zeit setzt er sich mit gro­ßem Enga­ge­ment für die För­de­rung des Lesens, einer der ältes­ten Kul­tur­tech­ni­ken der Mensch­heit, und für das kul­tu­rel­le Leben in Sun­dern ein.

Das Ereig­nis muss natür­lich gefei­ert wer­den und zum Jubi­lä­um kommt Kath­rin Hein­richs, die ihre bes­ten Geschich­ten aus 20 Jah­ren liest. Am Frei­tag, 16. Novem­ber 2018, gibt es im Land­gast­hof Klei­ner in Sun­dern-Sto­ckum Essen, Lite­ra­tur und fei­er zum Preis von 30 Euro/Person. Fes­te Anmel­dun­gen bit­te bei Fami­lie Schmitz, Tel. 02933 1575.

Zur ers­ten Vor­sit­zen­den wur­de die dama­li­ge Rek­to­rin der Real­schu­le Sun­dern Annet­te Teb­be-Lem­mer gewählt. Ihr folg­te vor zehn Jah­ren Mar­gret Hau­rand nach. Zwei Vor­stands­mit­glie­der, der Kas­sie­rer Peter Ringk und die Schrift­füh­re­rin Mat­hil­dis Schmitz-Hen­ges­bach, sind schon vom Anfang an dabei.

Begon­nen hat das Enga­ge­ment mit der Samm­lung von Unter­schrif­ten für den Erhalt der Büche­rei im Alten Amts­haus an der Sett­me­ckestr. 3. Das Gebäu­de war für die Nut­zung eigent­lich nicht geeig­net und muss­te umge­baut wer­den. Auch war der Bücher­be­stand ver­al­tet und die Per­so­nal­si­tua­ti­on unbe­frie­di­gend.

Mit Lob­by­ar­beit und der Samm­lung von Geld und Büchern konn­te erreicht wer­den, dass das Alte Amts­haus, eines der weni­gen noch ver­blie­be­nen his­to­ri­schen Gebäu­de in der Stadt Sun­dern, umge­baut und den zeit­ge­mä­ßen Erfor­der­nis­sen ange­passt wer­den konn­te.

Seit­dem ist die Stadt­bi­blio­thek nicht mehr aus dem kul­tu­rel­len Leben der Stadt Sun­dern weg­zu­den­ken und der För­der­ver­ein hat einen maß­geb­li­chen Anteil dar­an.

Der Ver­ein ver­an­stal­tet Lesun­gen mit bekann­ten und regio­na­len Autoren, unter­stützt die Biblio­thek beim all­jähr­li­chen gro­ßen Bücher­floh­markt, bei der Akti­on „Junior­les­e­club“ in den Som­mer­fe­ri­en, beim Bücher­quiz für Grund­schul­kin­der und bei allen Aktio­nen, die einen erhöh­ten Per­so­nal­auf­wand erfor­dern. Dabei kann der Ver­ein auf einen Pool von über 20 ehren­amt­li­chen Hel­fe­rin­nen und Hel­fern zurück­grei­fen.

Eng arbei­tet der Ver­ein mit den ande­ren Kul­tur­ver­ei­nen der Stadt Sun­dern zusam­men. So wur­den gemein­sam mit dem Kul­tur­ring, dem Muse­ums­ver­ein in der Alten Korn­bren­ne­rei, der Alten Mol­ke­rei in Allen­dorf und ande­ren Insti­tu­tio­nen Ver­an­stal­tun­gen geplant und durch­ge­führt. Eben­so sucht der Ver­ein immer wie­der Kon­takt zu Kin­der­gär­ten und Schu­len.  Auch an den ver­schie­de­nen Aktio­nen der Stadt Sun­dern wie z.B. Ver­an­stal­tun­gen zum Geden­ken an die Reichs­po­grom­nacht war und ist der Ver­ein aktiv betei­ligt.

Seit eini­gen Jah­ren ver­an­stal­tet der För­der­ver­ein ein­mal monat­lich einen Kino­abend in der Biblio­thek, sorgt für die Film­aus­wahl, das Geträn­ke­an­ge­bot und die abend­li­che Orga­ni­sa­ti­on und trägt die Kos­ten für die Kino­li­zenz, die sich auch auf Kin­der­fil­me erstreckt.

Etwa sechs Mal jähr­lich fin­den Aus­stel­lun­gen in den Vitri­nen im Ober­ge­schoss der Biblio­thek statt, die vom För­der­ver­ein orga­ni­siert wer­den. Die Band­brei­te erstreckt sich von Car­rera­au­tos über his­to­ri­sche Sam­mel­bil­der bis hin zum The­ma „Gewalt gegen Frau­en“. Zur­zeit ist „Eine klei­ne Geschich­te der Schall­über­mitt­lung“ zu sehen, von der Schell­lack­plat­te bis zum I‑Pod.

Der För­der­ver­ein ist in die Pfle­ge der Biblio­theks­home­page ein­ge­bun­den. Er hat vor zwan­zig Jah­ren, als die Ein­bin­dung des Inter­nets alles ande­re als selbst­ver­ständ­lich war, in Eigen­ar­beit eine weg­wei­sen­de Home­page auf­ge­baut und vor eini­gen Jah­ren die neue Home­page finan­ziert. Ein Mit­glied sorgt für die Ein­stel­lung der aktu­el­len Neu­an­schaf­fun­gen auf der Home­page. Eben­so ver­öf­fent­li­chen zwei Mit­glie­der wöchent­lich einen Buch­tipp dort und auf der Face­book­sei­te der Biblio­thek.

Mit die­sen und ande­ren Aktio­nen ver­sucht der Ver­ein in enger Abstim­mung mit den Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern der Stadt­bi­blio­thek neue Besu­cher in die Stadt­bi­blio­thek zu locken.

Ein­mal jähr­lich orga­ni­siert der För­der­ver­ein eine Bus­fahrt zur Frank­fur­ter Buch­mes­se, wobei beson­ders Kin­dern und Jugend­li­chen die Gele­gen­heit gege­ben wer­den soll, ein sol­ches Ereig­nis haut­nah mit­zu­er­le­ben. Der Fahr­preis für Schü­le­rin­nen und Schü­ler wird dabei bewusst nied­rig gehal­ten und weit­ge­hend durch den För­der­ver­ein getra­gen.

Der För­der­ver­ein trägt außer­dem die Kos­ten für den Kauf der Best­sel­ler und Hör­bü­cher von der Spie­gel-Best­sel­ler­lis­te, denn ohne aktu­el­le Bücher wäre das Ange­bot schnell ver­al­tet.

Als 2015 und 2016 vie­le Flücht­lin­ge nach Sun­dern kamen, unter­stütz­te der För­der­ver­ein die Arbeit der ehren­amt­li­chen Flücht­lings­be­treu­er durch die Anschaf­fung von Wör­ter­bü­chern und Mate­ri­al für den Deutsch­un­ter­richt für Flücht­lin­ge. Außer­dem wur­de ein syri­scher Flücht­ling als Mit­glied des För­der­ver­eins für eini­ge Mona­te in der Stadt­bi­blio­thek als Prak­ti­kant beschäf­tigt und half bei Über­set­zun­gen und ande­ren drän­gen­den Pro­ble­men.

Seit 2013 ist der För­der­ver­ein Mit­ver­an­stal­ter beim Fes­ti­val „Kul­tur rockt – das Som­mer­fes­ti­val im Pfer­de­stall“ auf dem Hof der Fami­lie Berg­hoff in Sun­dern-Dörn­holt­hau­sen. Bekann­te Autoren wie San­dra Lüp­kes und Jür­gen Keh­rer („Wilsberg“-Krimis), Tho­mas Mey­er und Bene­dict Wells lasen eben­so im Pfer­de­stall wie berühm­te Schau­spie­ler, z.B. Nina Hoss, Nata­lia Wör­ner oder Ben­no Führ­mann. Auch hier ste­hen zahl­rei­che Mit­glie­der des För­der­ver­eins all­abend­lich ehren­amt­lich bereit, um The­ken­dienst, Cate­ring und Kas­sen­dienst zu über­neh­men. Das Fes­ti­val hat Sun­dern weit­hin bekannt gemacht und wird inzwi­schen vom Land NRW wegen sei­ner über­ört­li­chen Bedeu­tung geför­dert. Auch erhielt es die undo­tier­te, aber renom­mier­te Aus­zeich­nung „100 Orte im Land der Ide­en“.

Auf wei­ter zwan­zig enga­gier­te Jah­re!