Bür­ger­meis­ter­kon­fe­renz

13. November 2013
von Redaktion

Bür­ger­meis­ter­kon­fe­renz

Finanz­si­tua­ti­on in Städ­ten und Gemein­den

265-buergermeister-0013Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter aus mehr 60 Städ­ten, Gemein­den, kreis­frei­en Städ­ten sowie den  Krei­sen des Regie­rungs­be­zir­kes Arns­berg waren am 11.

Novem­ber der Ein­la­dung des Regie­rungs­prä­si­den­ten zur Bür­ger­meis­ter- kon­fe­renz ins Kai­ser­haus Arns­berg-Neheim gefolgt. The­ma der Vor­trags- und

Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tung: Wie gehen Kom­mu­nen einer­seits und die Kom­mu­nal- auf­sicht ande­rer­seits mit der nach wie schwie­ri­gen Finanz­si­tua­ti­on um und wel­che Hand­lungs­spiel­räu­me haben die ver­ant­wort­li­chen Akteu­re in die­ser Lage.

 

Regie­rungs­prä­si­dent Dr. Gerd Bol­ler­mann beschrieb die pro­ble­ma­ti­sche Finanz­la­ge der Kom­mu­nen unver­blümt.

„Allein der Bestand an Liqui­di­täts­kre­di­ten hat sich von 20,2 Mil­li­ar­den Euro am 31.12.2010 auf mehr als 25,1 MIl­li­ar­den Euro am 30.06.2013 erhöht. Dies ist ein Anstieg um knapp 5 Mil­li­ar­den Euro inner­halb von zwei­ein­halb Jah­ren – trotz hoher Steu­er­ein­nah­men und his­to­risch nied­ri­ger Zin­sen. Der Erhalt der Ver­mö­gens­sub­stanz ist eine Kern­auf­ga­be unse­rer Kom­mu­nen: die Erhal­tung der vie­len kom­mu­na­len Ein­rich­tun­gen, die das Leben in einer Gemein­de lebens­wert machen – eben­so die Unter­hal­tung und die sinn­vol­le Erwei­te­rung der Infra- struk­tur, die eine Vor­aus­set­zung für eine gute wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung ist”, beschrieb der RP die kom­ple­xe Auf­ga­ben­stel­lung der Käm­me­rer.

Hier sei­en schwie­ri­ge Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, wenn es dar­um gehe, abzu­wä­gen, durch wel­che zusätz­li­chen Inves­ti­tio­nen die Zukunfts­fä­hig­keit einer Gemein­de gesi­chert wer­den kön­ne.

Dabei müss­ten Inves­ti­tio­nen mit Bedacht aus­ge­wählt wer­den, weil sie durch Zin­sen auf das inves­tier­te Kapi­tal sowie durch Abschrei­bun­gen und lau­fen­de

Betriebs- und Unter­hal­tungs­auf­wen­dun­gen immer auch Belas­tun­gen für künf­ti­ge Haus­hal­te dar­stell­ten, kurz­um: Für das Land eben­so wie für die Kom­mu­nen gehe es dar­um  aus­zu­lo­ten, wel­che Hand­lungs­op­tio­nen noch ver­füg­bar sei­en.

 

Vor dem Hin­ter­grund der Finanz­si­tua­ti­on der Kom­mu­nen refe­rier­te  zunächst Prof. Dr. Jan­bernd Oeb­be­cke, Pro­fes­sor für Öffent­li­ches Recht und

Ver­wal­tungs­leh­re sowie Geschäfts­füh­ren­der Direk­tor des Kom­mu­nal­wis­sen­schaft­li­chen Insti­tuts der West­fä­li­schen Wil­helms-Uni­ver­si­tät Müns­ter zum The­ma „Kom­mu­nal­fi­nan­zen im Lich­te wirt­schaft­li­cher Inves­ti­tio­nen”. Dr. Jörg Hop­fe, Lei­ter der Abtei­lung Kun­den­be­treu­ung / Öffent­li­che Kun­den bei der NRW.Bank sprach anschlie­ßend  zum The­ma „Kom­mu­nal­kre­di­te und kom­mu­na­le Inves­ti­tio­nen”.

Danach befass­te sich Fer­di­nand Aßhoff, Lei­ter der Abtei­lung für Regio­na­le Ent­wick­lung, Kom­mu­nal­auf­sicht und Wirt­schaft bei der Bezirks- regie­rung Arns­berg,  mit der „Unter­stüt­zung bei der Ent­wick­lung inte­grier­ter kom­mu­na­ler Hand­lungs­stra­te­gi­en”.

 

Die fol­gen­de durch RP Bol­ler­mann mode­rier­te Podi­ums­dis­kus­si­on befass­te sich u.a. mit der Fra­ge, wie weit die Kom­mu­nen mit Auf­ga­ben und Kos­ten belas­tet sind, die ihnen durch den Bund oder das Land auf­er­legt sind, die sie jedoch nicht selbst beein­flus­sen kön­nen. Auch der Umgang der Kom­mu­nal­auf­sich­ten bei den Krei­sen und den Bezirks­re­gie­run­gen war Gegen­stand der Dis­kus­si­on. Die Dis­kus­si­on ver­deut­lich­te, dass ein­fa­che Lösun­gen nicht zur Ver­fü­gung ste­hen, son­dern immer wie­der ein Abwä­gungs­pro­zess zwi­schen den finan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten und den not­wen­di­gen Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten der Kom­mu­nen statt­fin­den muss.