SPD lehnt „KoDorf“ ab: Kei­nen Wohn­raum für pri­vi­le­gier­te Grup­pe schaf­fen

27. März 2019
von Redaktion

Jür­gen ter Braak, stellv. Vor­sit­zen­der des Pla­nungs­aus­schus­ses der Stadt Sun­dern (Foto: SPD)

Sun­dern. Die SPD Frak­ti­on im Rat der Stadt Sun­dern lehnt die Rea­li­sie­rung eines „KoDorf“ in der von Sun­derns CDU ange­reg­ten Form ab. „Ein Dorf im Dorf, das sich ganz bewusst nicht in die gewach­se­nen dörf­li­chen Struk­tu­ren inte­grie­ren will, stellt für die Ent­wick­lung des Dor­fes eher Risi­ko als Chan­ce dar und ist letzt­end­lich nicht nach­hal­tig“, befürch­tet Jür­gen ter Braak, stellv. Vor­sit­zen­der des Pla­nungs­aus­schus­ses der Stadt Sun­dern (SPD).

Für die SPD ist es grund­sätz­lich zu begrü­ßen, dass mehr Men­schen in die­ser Stadt leben und arbei­ten. Ob die­ses Arbei­ten dann als selb­stän­di­ger Dienst­leis­ter oder als Beschäf­tig­ter im „Home Office“ statt­fin­det ist dabei egal. Dazu sind aber kei­ne Extra­sied­lun­gen in Ame­cke oder woan­ders erfor­der­lich, son­dern dafür ist die Ein­bin­dung in die vor­han­de­ne Sied­lungs­struk­tur erfor­der­lich. In vie­len Stadt­tei­len Sun­derns sind die infra­struk­tu­rel­len Vor­aus­set­zun­gen gege­ben. Anders als der „Erfin­der“ des KoDorfs hal­ten die Sozi­al­de­mo­kra­ten im Rat der Stadt Sun­dern die Ent­wick­lung einer eigen­stän­di­gen, par­al­le­len Logis­tik­struk­tur mit den städ­te­bau­li­chen Ent­wick­lungs­zie­len ins­be­son­de­re Ame­ckes für nicht ver­ein­bar.

KoDorf: Teu­rer Wohn­raum für eine pri­vi­le­gier­te Grup­pe

Die SPD-Mit­glie­der im Pla­nungs­aus­schuss befürch­ten, dass der Bau eines KoDor­fes in Ame­cke ledig­lich teu­ren Wohn­raum für eine pri­vi­le­gier­te Grup­pe schafft. Was in der gan­zen Stadt viel mehr und viel drin­gen­der benö­tigt wird, ist bezahl­ba­rer Wohn­raum für klei­ne und mitt­le­re Ein­kom­men.

Der Sor­pe­see und die anlie­gen­den Orte Ame­cke und Lang­scheid soll­ten für die tou­ris­ti­sche Ent­wick­lung und den damit ver­bun­de­nen Arbeits­plät­ze genutzt wer­den. Das aber ganz sicher­lich nicht in so gigan­ti­schen Dimen­sio­nen wie noch vor eini­gen Jah­ren von der dama­li­gen Rats­mehr­heit ange­strebt.

Denk­bar ist auch die Wei­ter­ent­wick­lung einer tou­ris­ti­schen Infra­struk­tur, die letzt­end­lich auch den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern die­ser Stadt zugu­te­kommt und die mit dem Air­leb­nis­weg ja auch bereits sehr erfolg­reich begon­nen wur­de.