Spiel­zeug­sam­meln – eine gro­ße Leidenschaft

26. Februar 2013
von Redaktion

spielzeugMär­ki­scher Kreis. (pmk). Bis zum 9. Juni zei­gen die Muse­en Burg Alte­na und das Deut­sche Draht­mu­se­um in Alte­na die Son­der­aus­stel­lung „Gro­ße Welt in Klein”. Prä­sen­tiert wer­den ins­ge­samt 80 his­to­ri­sche Pup­pen­stu­ben und Pup­pen­kauf­lä­den. Sie alle ent­stam­men einer ein­zi­gen Samm­lung, die ins­ge­samt 300 Spiel­zeu­ge die­ser Art zählt. Sie gehört Ger­da Ott aus Stutt­gart, einer wah­ren Samm­le­rin aus Lei­den­schaft. Die Pas­si­on ver­gleicht die 78-Jäh­ri­ge ger­ne mit einer Sucht. Sie ver­gleicht sie mit einer „Krank­heit, an der ich chro­nisch lei­de, an der man aber nicht stirbt.” Ihrem gelieb­ten Hob­by geht die eins­ti­ge Hotel­wir­tin und Gas­tro­no­min seit über vier Jahr­zehn­ten nach. Begon­nen hat alles mit der Auf­lö­sung des elter­li­chen Haus­hal­tes. Damals ret­te­te sie das Gehäu­se der Pup­pen­stu­be ihrer Groß­mutter vor dem Sperr­müll. Bei der Suche nach pas­sen­der Ein­rich­tung wur­de ihre Sam­mel­lei­den­schaft entfacht.
 
Seit jener Zeit wächst die Samm­lung kon­ti­nu­ier­lich. Auf der Suche nach his­to­ri­schem Minia­tur­spiel­zeug fre­quen­tier­te Ger­da Ott zunächst Anti­qui­tä­ten­lä­den, besuch­te Pup­pen­bör­sen und inse­rier­te in Zei­tun­gen. In den letz­ten 17 Jah­ren ist sie nur noch regel­mä­ßig auf dem Floh­markt zu Gast, der sams­tags auf dem Karls­platz in Stutt­gart statt­fin­det. Hier, wo sie stets früh­mor­gens ihre Run­den dreht, gehört sie zur Stamm­kund­schaft. Die meis­ten ihrer Schät­ze bewahrt sie nicht in ihrem Haus, son­dern in einer sepa­ra­ten Woh­nung, weil die gro­ße Men­ge die Kapa­zi­tät der eige­nen vier Wän­de längst über­schrit­ten hat­te. Dort tür­men sie sich, ver­packt und beschrif­tet, bis unter die Decke. Die ältes­ten stam­men aus der Bie­der­mei­er­zeit, die jüngs­ten aus den 1950er-Jah­ren. „Ich neh­me nichts, was spä­ter ent­stan­den ist”, for­mu­liert sie ihre Devi­se beim Sammeln.
 
Im Lau­fe der Jah­re erwei­ter­te Ger­da Ott ste­tig ihre Fach­kennt­nis­se in Hin­sicht auf his­to­ri­sches Spiel­zeug. Zudem begann sie im Jah­re 1980, Tei­le ihrer Samm­lung für Son­der­aus­stel­lun­gen an Muse­en zu ver­lei­hen. Fin­den die­se in der Nähe ihres Wohn­or­tes statt, berei­chert sie das jewei­li­ge Rah­men­pro­gramm durch Füh­run­gen. Außer­dem bestück­te sie zwei­mal Schau­fens­ter des KaDeWe in Ber­lin mit ihren Sam­mel­ob­jek­ten, die eben­falls auf der Expo 2000, der Welt-aus­stel­lung in Han­no­ver, zu sehen waren. Was sie dazu bewegt, ihre Kost­bar­kei­ten immer wie­der auf Rei­sen zu schi­cken, fasst sie zusam­men: „Men­schen sol­len beim Anschau­en Freu-de empfinden.”
Die Aus­stel­lung ist jeweils diens­tags bis frei­tags von 9.30 Uhr bis 17 Uhr sowie sams­tags und sonn­tags von 11 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.