Ambu­lan­te Reha­bi­li­ta­ti­on für Sucht­kran­ke gut ange­nom­men Bera­tungs­stel­len infor­mie­ren über gemein­sa­me Arbeit

24. April 2013
von Redaktion

Stellten den Jahresbericht Sucht vor: Volker Holländer, Geschäftsführer Diakonie Mark-Ruhr, Stefan Tertel, Geschäftsführer Anonyme Drogenberatung, Klaus Ebbing, Geschäftsführer Caritsverband Iserlohn, Hans-Jürgen Vormschlag, Geschäftsführer Diakonisches Werk Lüdenscheid-Plettenberg und Lothar Buddinger, Sozialpsychiatrischer Dienst MK

Stell­ten den Jah­res­be­richt Sucht vor: Vol­ker Hol­län­der, Geschäfts­füh­rer Dia­ko­nie Mark-Ruhr, Ste­fan Ter­tel, Geschäfts­füh­rer Anony­me Dro­gen­be­ra­tung, Klaus Ebbing, Geschäfts­füh­rer Carits­ver­band Iser­lohn, Hans-Jür­gen Vorm­schlag, Geschäfts­füh­rer Dia­ko­ni­sches Werk Lüden­scheid-Plet­ten­berg und Lothar Bud­din­ger, Sozi­al­psych­ia­tri­scher Dienst MK


Mär­ki­scher Kreis. (pmk). Ihren Jah­res­be­richt haben jetzt die Sucht­be­ra­tungs­stel­len des Cari­tas­ver­ban­des  Iser­lohn, der Dia­ko­nie Mark-Ruhr und des Kath. Ver­eins für sozia­le Diens­te, des Dia­ko­ni­schen Wer­kes Lüden­scheid-Plet­ten­berg, der Anony­men Dro­gen­be­ra­tung Iser­lohn sowie des Sozi­al­psych­ia­tri­schen Diens­tes des Mär­ki­schen Krei­ses vor­ge­stellt. Wie die Lei­ter der betei­lig­ten Bera­tungs­stel­len, Klaus Ebbing, Vol­ker Hol­län­der, Hans-Jür­gen Vorm­schlag, Ste­fan Ter­tel und Lothar Bud­din­ger bei der Vor­stel­lung der Bilanz des Jah­res 2012 erläu­ter­ten, konn­ten 218 Bür­ge­rin­nen und Bür­ger im Rah­men der ambu­lan­ten Reha­bi­li­ta­ti­on einen Weg aus dem Sucht­mit­tel­miss­brauch beschrei­ten.
 
In gemein­sa­mer Ver­ant­wor­tung für die Ver­sor­gung sucht­kran­ker Men­schen haben sich die Sucht­be­ra­tungs­stel­len im Mär­ki­schen Kreis bereits 2008  über Kon­fes­si­ons- und Insti­tuts­gren­zen hin­weg zur „Ambu­lan­ten Reha­bi­li­ta­ti­on Sucht­kran­ker Men­schen im Mär­ki­schen Kreis”  (ARS MK) zusam­men­ge­schlos­sen. Die wohn­ort­nah an ver­schie­de­nen Stand­or­ten im Kreis durch­ge­führ­te ambu­lan­te Reha­bi­li­ta­ti­on wird von Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern der betei­lig­ten Bera­tungs­stel­len durch­ge­führt. Sie haben eine sucht­the­ra­peu­ti­sche Zusatz­aus­bil­dung abge­schlos­sen.
 
„In Grup­pen- und Ein­zel­sit­zun­gen wer­den mit den abhän­gig­keits­kran­ken Reha­bi­li­tan­den indi­vi­du­el­le Wege zum sucht­mit­tel­frei­en Leben erar­bei­tet. Die ambu­lan­te Reha­bi­li­ta­ti­on dau­ert zwi­schen einem hal­ben und einem Jahr, ein bis zwei Sit­zun­gen wöchent­lich sind die Regel”, erläu­tert Hans-Jür­gen Vorm­schlag, Lei­ter des Dia­ko­ni­schen Wer­kes Lüden­scheid – Plet­ten­berg.
 
Für die rund 20.000 abhän­gig­keits­kran­ken Men­schen ist damit ein wei­te­rer wich­ti­ger Bestand­teil des Sucht­hil­fe­sys­tems im Mär­ki­schen Kreis direkt vor Ort ver­füg­bar. Die Stand­or­te der ambu­lan­ten Reha­bi­li­ta­ti­on sind in Lüden­scheid, Plet­ten­berg und Men­den. Dar­über hin­aus bie­tet ARS MK in Iser­lohn, Men­den, Plet­ten­berg und Lüden­scheid soge­nann­te Nach­sor­ge­grup­pen an. In die­sen Grup­pen kön­nen Men­schen, die ihre Reha­bi­li­ta­ti­on in sta­tio­nä­ren Ein­rich­tun­gen außer­halb des Krei­ses absol­viert haben, die gewon­ne­nen Erkennt­nis­se in ihrem gewohn­ten sozia­len Umfeld umset­zen und sich soweit sta­bi­li­sie­ren, dass ein sucht­mit­tel­frei­es Leben mög­lich ist.
 
In die­se Rich­tung geht auch die Kom­bi­na­ti­ons­the­ra­pie für Alko­hol- und Medi­ka­men­ten­ab­hän­gi­ge. Hier wird zunächst eine ver­kürz­te sta­tio­nä­re Behand­lung in der Fach­kli­nik Spiel­wig­ge in Lüden­scheid oder im West­fä­li­schen The­ra­pie­zen­trum Ruhr­ge­biet in Dort­mund durch­ge­führt und durch die fol­gen­de Teil­nah­me an den ambu­lan­ten Reha-Grup­pen ergänzt.
 
Bevor eine ambu­lan­te oder sta­tio­nä­re Reha­bi­li­ta­ti­ons­maß­nah­me grei­fen kann, steht in der Regel eine auf die indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­se ange­pass­te Bera­tung durch die Sucht­be­ra­tungs­stel­len im Mär­ki­schen Kreis. Ca. 2.000 Kli­en­ten pro Jahr fin­den den Weg in die über den gan­zen Kreis ver­teil­ten Sucht­be­ra­tungs­stel­len.
 
Wie Ste­fan Ter­tel, Geschäfts­füh­rer der Anony­men Dro­gen­be­ra­tung, weiß, ist es oft  zunächst der Druck des sozia­len Umfel­des –  sei­en es Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge, Arbeits­kol­le­gen, Freun­de oder Bekann­te – der dazu führt, dass die Sucht­mit­tel miss­brau­chen­den Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zunächst ohne gro­ße Moti­va­ti­on zur Ver­än­de­rung ihrer Situa­ti­on in der Bera­tungs­stel­le erschei­nen. Hier ist es Auf­ga­be der erfah­re­nen Sucht­be­ra­te­rin­nen und –bera­ter, die­se Moti­va­ti­on gemein­sam mit den Kli­en­ten zu erar­bei­ten und Wege zu einem absti­nen­ten Leben auf­zu­zei­gen.
Neben den Sucht­be­ra­tungs­stel­len und der Ambu­lan­ten Reha­bi­li­ta­ti­on für sucht­kran­ke Men­schen spie­len die Selbst­hil­fe­grup­pen, das betreu­te Woh­nen für sucht­kran­ke Men­schen sowie die bei­den psych­ia­tri­schen Kli­ni­ken mit ihrer sucht­spe­zi­fi­schen Behand­lung wei­te­re wesent­li­che Rol­len im Ver­sor­gungs­sys­tem des Mär­ki­schen Krei­ses.
 
„Eine enge Zusam­men­ar­beit der ein­zel­nen Insti­tu­tio­nen ist für eine erfolg­rei­che Arbeit unum­gäng­lich“, so Vol­ker Hol­län­der, Geschäfts­füh­rer der Dia­ko­nie Mark-Ruhr. Lothar Bud­din­ger, Lei­ter des Sozi­al­psych­ia­tri­schen Diens­tes und Psych­ia­trie­ko­or­di­na­tor des Mär­ki­schen Krei­ses ist sich mit den Geschäfts­füh­rern der ande­ren betei­lig­ten Insti­tu­tio­nen der ARS MK einig, dass für die nähe­re Zukunft die The­men Spiel­sucht, Sucht im Alter sowie Metha­don­sub­sti­tu­ti­on für hero­in­ab­hän­gi­ge Men­schen von gro­ßer Wich­tig­keit sein wer­den.
 
Infor­ma­tio­nen zur „Ambu­lan­ten Reha­bi­li­ta­ti­on” sind in der Geschäfts­stel­le der ARS MK beim Dia­ko­ni­schen Werk Lüden­scheid – Plet­ten­berg, Bahn­hof­stra­ße 25, 58840 Plet­ten­berg, Tel. 02391/9540–20 oder bei den ein­zel­nen betei­lig­ten Bera­tungs­stel­len erhält­lich.
 
Infos :
 
• Sozi­al­psych­ia­tri­scher Dienst Lüden­scheid, Wer­doh­ler Stra­ße 30, Tel. 02351/966‑7610.
 
• Dia­ko­ni­sches Werk Lüden­scheid-Plet­ten­berg in Plet­ten­berg, Bahn­hof­stra­ße 27, Tel. 02391/9540–20  sowie in Lüden­scheid, Heed­fel­der Stra­ße 22, Tel. 02351/907457.
 
• Öku­me­ni­sche Sucht­be­ra­tung Men­den, West­wall 19, Tel. 02373/2688.
 
• Cari­tas Sucht­be­ra­tung Iser­lohn, Karl­stra­ße 15, Tel. 02371/818619.
 
• Anony­me Dro­gen­be­ra­tung Iser­lohn, Am Dicken Turm 9, Tel. 02371/29777.