Ers­te Natur­park-Kon­fe­renz in Cob­ben­ro­de

18. April 2013
von Redaktion
Warben für einen neuen Naturpark Sauerland-Rothaargebirge (von links): Landrat Frank Beckehoff, Kreisdirektor Theo Melcher, Landrat Dr. Karl Schneider, Claudia Eckhardt und Antonius Klein (Foto: Kreis Olpe).

War­ben für einen neu­en Natur­park Sauer­land-Rot­haar­ge­bir­ge (von links): Land­rat Frank Becke­hoff, Kreis­di­rek­tor Theo Mel­cher, Land­rat Dr. Karl Schnei­der, Clau­dia Eck­hardt und Anto­ni­us Klein (Foto: Kreis Olpe).

Über­le­gun­gen für einen Natur­park Sauer­land-Rot­haar­ge­bir­ge

„Natur­park Sauer­land-Rot­haar­ge­bir­ge” soll der neue Natur­park in Süd­west­fa­len hei­ßen. So zumin­dest lau­tet der Vor­schlag einer Pro­jekt­grup­pe, der jetzt bei der 1. Natur­park­kon­fe­renz in Eslo­he-Cob­ben­ro­de vor­ge­stellt wur­de.

 

Zu die­ser Ver­an­stal­tung konn­te Land­rat Frank Becke­hoff, der Ver­bands­vor­ste­her des Natur-parks Ebbe­ge­bir­ge, rund 90 Ver­tre­ter aus dem Hoch­sauer­land­kreis, dem Mär­ki­schen Kreis, den Krei­sen Sie­gen-Witt­gen­stein und Olpe, den Städ­ten und Gemein­den sowie den Berei­chen Land- und Forst­wirt­schaft, Natur­schutz und Tou­ris­mus will­kom­men hei­ßen. Unter Lei­tung von Kreis­di­rek­to­rin Bar­ba­ra Dienstel-Küm­per war der Mär­ki­sche Kreis mit Fach­leu­ten der Unte­ren Land­schafts­be­hör­de, des Fach­diens­tes Recht und des Kreis­tou­ris­mus ver­tre­ten.

 

In sei­ner Begrü­ßung stell­te Becke­hoff her­aus, dass die aktu­el­le Dis­kus­si­on um die Neuord-nung der Natur­park­ar­beit in Süd­west­fa­len vor dem Hin­ter­grund statt­fin­de, dass sich die Ge-samt­re­gi­on der­zeit als erfolg­rei­cher Wirt­schafts­raum posi­tio­niert, der Arbeits­plät­ze und Per-spek­ti­ven für Fami­li­en bie­tet. Der Natur­park kön­ne dazu die „natür­li­che” Grund­la­ge lie­fern und als Motor einer nach­hal­ti­gen Regio­nal­ent­wick­lung die­nen.

 

In den ver­gan­ge­nen Mona­ten hat­ten bereits fünf Qua­li­täts­teams bestands­ori­en­tier­te Ana­ly-sen der aktu­el­len Situa­ti­on durch­ge­führt und Vor­schlä­ge für Leit­bil­der und Ziel­set­zun­gen eines neu zu orga­ni­sie­ren­den Natur­par­kes erar­bei­tet sowie Vor­schlä­ge zur Gebiets­ku­lis­se und Namens­ge­bung gemacht. Dar­an betei­ligt waren alle wesent­li­chen Inter­es­sen­grup­pen ins­be­son­de­re auch Ver­tre­ter der Wald­bau­ern, der Land­wir­te sowie der Tou­ris­mus­ver­bän­de Sauer­land und Sie­ger­land-Witt­gen­stein.

 

Anto­ni­us Klein vom Fach­dienst Umwelt des Krei­ses Olpe, der die Ergeb­nis­se und Bewer­tun-gen die­ser wich­ti­gen Vor­ar­bei­ten prä­sen­tier­te, beschrieb auch die Gebiets­ku­lis­se, die im Wesent­li­chen das Gebiet der drei bestehen­den Natur­par­ke Ebbe­ge­bir­ge, Homert und Rot-haar­steig umfas­se, das jedoch um rund 700 km² auf dann 3300 km² erwei­tert wer­den sol­le.

 

Das Ziel sei es den Natur­park koope­ra­tiv zu ent­wi­ckeln und zu mana­gen und eine Orga­ni­sa­ti-on – mög­lichst einen Ver­ein – zu schaf­fen, mit der sich die Men­schen der Regi­on iden­ti­fi­zie-ren, in der sie mit­wir­ken kön­nen und die mit ihren Ange­bo­ten Ein­hei­mi­schen und Gäs­ten ech­ten Nut­zen bie­tet. Die Insti­tu­ti­on „Natur­park“ kön­ne eine glaub­haf­te Ver­kör­pe­rung des Bestre­bens der Regi­on sein, ihr natür­li­ches und kul­tur­his­to­risch gewach­se­nes, länd­li­ches Erbe zu bewah­ren und gleich­zei­tig die anste­hen­den gesell­schaft­li­chen und wirt­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen erfolg­reich zu bestehen.

 

Olpes Kreis­di­rek­tor Theo Mel­cher beton­te, dass es nicht dar­um gehe, wie bis­her wei­ter­zu-machen, son­dern viel­mehr dar­um, Neu­es zu schaf­fen: „Neu­er Inhalt, neu­es Eti­kett.” In den kom­men­den Wochen wer­den Städ­te und Gemein­den umfas­send infor­miert, damit die Dis-kus­si­on über die Vor­schlä­ge aus­gie­big geführt wer­den kann. „Wir wol­len, dass mög­lichst vie­le mit­ma­chen und ihre Ide­en ein­brin­gen”, so Mel­cher. Im Übri­gen sei kei­nes­falls dar­an gedacht und auch recht­lich aus­ge­schlos­sen, einen Natio­nal­park zu errich­ten.

 

Dass der Weg zu einem neu­en Natur­park sinn­voll und erfolg­reich sein kann, stell­te Clau­dia Eck­hardt vom Geo­na­tur­park Berg­stra­ße-Oden­wald den Teil­neh­mern anschau­lich vor. Als einer der ältes­ten Natur­par­ke Deutsch­lands hat er eine zukunfts­wei­sen­de Ent­wick­lung hin zu einer nach­hal­ti­gen Regio­nal­ent­wick­lung, zu sanf­tem Tou­ris­mus, zur Erhal­tung der bio­lo­gi-schen Viel­falt und zur Stär­kung regio­na­ler Wirt­schafts­kreis­läu­fe genom­men.

 

Wenn es nach den ambi­tio­nier­ten Vor­stel­lun­gen der Pro­jekt­grup­pe wei­ter­geht, könn­ten die Bera­tun­gen über den neu­en Natur­park in den poli­ti­schen Gre­mi­en der Kom­mu­nen und Krei-se noch in die­sem Jahr abge­schlos­sen wer­den. Die Grün­dung des neu­en Natur­park­ver­eins kön­ne dann Anfang 2014 erfol­gen.