Zustän­dig­keit für Pati­en­ten­ak­ten unklar – Akten­ein­sicht der­zeit nicht mög­lich

26. Januar 2013
von Redaktion

Hoch­sauer­land­kreis. Mesche­de. Die Ant­wort des Hoch­sauer­land­krei­ses auf die Anfra­ge der Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL) zu den „Pati­en­ten-Akten in dem Gebäu­de der ehe­ma­li­gen Ver­a­med-Kli­nik in Mesche­de-Bering­hau­sen” erreich­te uns am 25.01.2013. Das Schrei­ben trägt das Datum vom 18.01.2013. Hier der voll­stän­di­ge Text:

 

Sehr geehr­ter Herr Loos,

Ihre o. g. Anfra­ge beant­wor­te ich hier­mit wie folgt:

 

Fra­ge 1: Ist das Insol­venz­ver­fah­ren zwi­schen­zeit­lich abge­schlos­sen?

Fra­ge 2: Wenn ja, wann und mit wel­chem Ergeb­nis?

Das Insol­venz­ver­fah­ren ist noch nicht abge­schlos­sen.

 

Fra­ge 3: Wer ist jetzt Eigen­tü­mer der Pati­en­ten-Akten der ehe­ma­li­gen Ver­a­med-Kli­nik und somit Ansprech­part­ner für frü­he­re Pati­en­tin­nen und deren Ange­hö­ri­ge?

Der Insol­venz­ver­wal­ter hat die Pati­en­ten­ak­ten nach den insol­venz­recht­li­chen Vor­schrif­ten aus dem Insol­venz­be­schlag frei­ge­ge­ben. Er ist damit weder der Eigen­tü­mer der Akten noch besitzt er in die­sem Zusam­men­hang sons­ti­ge Zustän­dig­kei­ten. Die Zustän­dig­kei­ten und Ver­ant­wort­lich­kei­ten für Pati­en­ten­ak­ten aus insol­ven­ten Pri­vat­kran­ken­an­stal­ten sind der­zeit unklar (sie­he auch Ant­wort zu Fra­ge 4).

 

Fra­ge 4: Lie­gen neue Erkennt­nis­se über den Ver­bleib der Akten vor?

Ange­sichts der Viel­zahl der der­zeit offe­nen Fra­gen hat auf mei­ne Initia­ti­ve hin und unter Mode­ra­ti­on von Herrn Kreis­di­rek­tor Dr. Dra­then am 10.01.2013 im Kreis­haus Mesche­de ein run­der Tisch unter Betei­li­gung des Lan­des­be­auf­trag­ten für Daten­schutz und Infor­ma­ti­ons­frei­heit NRW (LDI NRW), des Insol­venz­ver­wal­ters, des Ver­tre­ters der Grund­stücks­ge­sell­schaft der Ver­a­med-Kli­nik und des Bür­ger­meis­ters der Stadt Mesche­de getagt. Die gesetz­li­che Zustän­dig­keit für die Sicher­stel­lung und Auf­be­wah­rung der Pati­en­ten­ak­ten wur­de inten­siv dis­ku­tiert und konn­te nicht abschlie­ßend geklärt wer­den. Die­se am aktu­el­len Fall der Pati­en­ten­ak­ten der Ver­a­med-Kli­nik deut­lich gewor­de­ne Pro­ble­ma­tik hat für das Land Nord­rhein-West­fa­len Modell­cha­rak­ter für mög­li­che künf­ti­ge Fäl­le. Daher wer­den das Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um NRW und der LDI NRW die Betei­lig­ten zeit­nah zu einem wei­te­ren run­den Tisch nach Düs­sel­dorf ein­la­den, um dort die offe­nen Zustän­dig­keits­fra­gen abschlie­ßend zu klä­ren und über die end­gül­ti­ge Siche­rung und den Ver­bleib der Pati­en­ten­ak­ten der Ver­a­med-Kli­nik zu ent­schei­den. Bis dahin wer­den die Pati­en­ten­ak­ten von der Stadt Mesche­de inte­rims­mä­ßig ohne Aner­ken­nung einer Rechts­pflicht über­gangs­wei­se gesi­chert. Damit kann für eine kur­ze Über­gangs­zeit das Akten­ein­sichts­recht der ehe­ma­li­gen Pati­en­ten mit Zustim­mung des LDI NRW nicht wahr­ge­nom­men wer­den.

Mit freund­li­chen Grü­ßen

 

Dr. Schnei­der