Zur Situa­ti­on des Wal­des in Sun­dern nach­fol­gen­der Leserbrief

15. April 2013
von Redaktion

Sun­dern (Hoch­sauer­land) Offen­sicht­lich haben Bür­ger­meis­ter und der von der Stadt beauf­trag­te Forst­dienst­leis­ter die Jagd­sai­son eröff­net, anders lässt sich nicht ver­ste­hen, war­um öffent­li­cher Mob ver­an­stal­tet wird, obwohl der Sach­ver­halt der Sicht­schnei­sen der Hache­ner Burg längst geklärt ist:  *Es ist kri­tisch zu sehen, wenn die Ein­ga­be eines ein­zel­nen Bür­gers, ohne Rück­spra­che oder Betei­li­gung der Stadt dazu führt, dass die beschlos­se­ne Maß­nah­me nicht umge­setzt wer­den kön­nen*, so heißt es in der Vor­la­ge der Stadt­ver­wal­tung und in der Pres­se. Der ein­zel­ne Bür­ger der hier an den Pran­ger gestellt wer­den soll ist Klaus Korn. Und was hat er fre­cher wei­se gemacht: Er hat das gemacht was rich­tig war in dem Fall Burg­berg Hach­en: Er hat die zustän­di­ge Fach­be­hör­de das Lan­des­amt für Natur­schutz ein­ge­schal­tet, damit sie sich die Natur­schutz­wür­dig­keit des Burg­bergs  näher ansieht.  Die Fach­be­hör­de ist zum, Ergeb­nis gekom­men, das es sich um einen arten­rei­chen Eschen- Ahorn- Kalk­hang­schutt­wald han­delt und ihn des­we­gen Unter Schutz gestellt. Das heißt: Schnei­sen, die die angeb­li­che Burg frei­stel­len, dür­fen nicht durch­ge­führt wer­den. Wenn der Stadt­förs­ter etwas ande­res behaup­tet, so liegt er fach­lich voll­kom­men falsch. Was soll übri­gens mit sol­cher Ver­bis­sen­heit in Hach­en frei­ge­stellt wer­den? Sicher­lich stand frü­her auf dem Hache­ner Burg­berg mal eines der ältes­ten Gebäu­de der Stadt. Die Ursprün­ge dürf­ten ins 10 Jahr­hun­dert zurück­ge­hen. Doch was ist davon noch vor­han­den? In der ent­spre­chen­den Beschrei­bung der Burg Hach­en durch Theo Simon aus den 50ger Jah­ren heißt es: *Als die Mau­ern immer mehr ver­fie­len und all­mäh­lich aus­ein­an­der­brö­ckel­ten , boten die her­ab­fal­len­den Stei­ne den Orts­be­woh­nern will­kom­me­nes Bau­ma­te­ri­al. Sie benut­zen die Rui­nen als Stein­bruch. Und als man sie ret­ten woll­te .. da war es schon zu spät. Daher sind sie heu­te fast ganz ver­schwun­den und vom Orte her nicht mehr sicht­bar.* Das was dann errich­tet wur­de ist ein Krie­ger­denk­mal und nach­träg­lich wie­der errich­te­te Mau­er­res­te. Und die sol­len jetzt durch die Sicht­schnei­sen  durch das Natur­schutz­ge­biet weit­hin sicht­bar gemacht wer­den. Ob das den Ein­satz von Bür­ger­meis­ter und *Stadt­förs­ter* lohnt?

Die Fach­kom­pe­tenz des Stadt­förs­ters bezwei­feln wir lang­sam auch in ande­ren  Fragestellungen:

Nach Kyrill wur­den groß­flä­chi­ge Laub­holz­pflan­zun­gen durch­ge­führt, ohne den Wild­ver­biss dabei zu berück­sich­ti­gen. Nach­dem nun gro­ße Flä­chen immer wie­der abge­fres­sen wur­den, kommt der Förs­ter zum Ergeb­nis das das so nicht geht und benö­tigt erheb­li­che Gel­der für Pfle­ge­maß­nah­men. Das hät­te man auch schon bei den Anpflan­zun­gen erken­nen kön­nen und dem­entspre­chen­de Maß­nah­men ein­lei­ten müs­sen. Dann wären der Stadt gro­ße Aus­ga­ben erspart geblieben.

Des wei­te­ren wen­det sich der Stadt­förs­ter mit faden­schei­ni­gen Argu­men­ten gegen die Aus­wei­sung von Natur­schutz­ge­bie­ten im städ­ti­schen Buchen­wald: Flä­chen in Hagen die der Kreis unter Schutz stel­len will sei­en vom *Buchenster­ben* betrof­fen und pod­so­li­diert, man müs­se dort ame­ri­ka­ni­sche Tan­nen (Abies Gran­dis) anpflan­zen kön­nen. Ein all­ge­mei­nes groß­flä­chi­ges Buchenster­ben über 400 m ist bis­her offen­sicht­lich nur ihm bekannt, und war­um er dann unbe­dingt in die­se Bereich mit der ame­ri­ka­ni­schen Küs­ten­tan­ne rein­ge­hen  will erschließt sich aus fach­li­chen Grün­den nicht. Der ein­zi­ge Grund könn­te öko­no­mi­scher Natur sein. Doch wie soll der Hoch­sauer­land­kreis eigent­lich noch Laub­wald­na­tur­schutz­ge­bie­te auf pri­va­ten Flä­chen aus­wei­sen, wenn  die Stadt sich schon wei­gert das umzusetzen?

 

Das der Klet­ter­gar­ten des Team Mosa­ik so nicht umsetz­bar ist, ist scha­de, aber auch hier hät­te der Stadt­förs­ter im Vor­feld wis­sen müs­sen, dass das im schutz­wür­di­gen Bereich nicht mög­lich ist und nach alter­na­ti­ven Flä­chen suchen müs­sen. Auch hier tut der Bür­ger­meis­ter wie­der­um so, als sei die Unter­schutz­stel­lung nur durch die Ein­ga­be einer Per­son pas­siert (von wem eigent­lich?). Unse­res Wis­sens han­delt es sich um eine in Fach­krei­sen bekann­te Unter­schutz­stel­lung der Buchen­wäl­der und nichts was auf dem irgend­ei­nem pri­va­ten Mist gewach­sen ist. Zudem han­delt es sich beim Team Mosa­ik doch um eine pri­va­te Fir­ma. War­um soll die eigent­lich in den Stadt­wald und dann auch noch in natur­schutz­wür­di­ge Flä­chen? Unse­rer Ansicht nach gibt es hin­rei­chend pri­va­te Flä­chen die Team Mosa­ik nut­zen könn­te, ohne mit dem Natur­schutz in Kon­flikt zu kommen.

 

Erheb­li­che Ein­grif­fe in den Wald­be­stand an der gibt es zudem durch die geplan­te Feri­en­haus­an­la­ge. Mit der Abhol­zung von 30 ha Wald­flä­che wird  der Start­schuss gege­ben zur Bebau­ung des bis­her von jeg­li­cher Bebau­ung frei­en Ost­ufers. Ob die­ser erheb­li­che Ein­griff in das Land­schafts­bild nach­hal­tig ist, dass wird sich erst noch zeigen.

Wenn man zusätz­lich noch berück­sich­tigt, dass in den letz­ten Jah­ren gro­ße Wald­flä­chen im Stadt­ge­biet in inten­siv genutz­te rei­ne Nadel­schnitt­holz- und Weih­nachts­baum­kul­tu­ren umge­wan­delt wur­den, so zeigt sich, dass was,  Men­schen an unse­rer Land­schaft schät­zen, näm­lich gemischt zusam­men­ge­setz­ter Hoch­wald immer mehr verschwindet.

Mat­thi­as Schul­te- Huermann

Rats­mit­glied Bünd­nis 90/​Die Grünen

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