Wind­kraft: Rat­haus nimmt Stadt­ge­biet „unter die Lupe“

6. März 2013
von Redaktion

Mesche­de. (Hoch­sauer­land) Kli­ma­schutz ist – auch – eine kom­mu­nal­po­li­ti­sche Auf­ga­be. Die Stadt Mesche­de nimmt des­halb Chan­cen und Poten­zia­le der Wind­kraft im Stadt­ge­biet „unter die Lupe“. Ers­te Zwi­schen­er­geb­nis­se die­ser so genann­ten „Poten­zi­al­ana­ly­se“ prä­sen­tiert die Stadt­ver­wal­tung nun in der Sit­zung des Aus­schus­ses für Stadt­ent­wick­lung und Wirt­schaft. Bevor aller­dings über kon­kre­te Flä­chen dis­ku­tiert wer­den kann, für die pla­nungs­recht­li­che Vor­aus­set­zun­gen für eine Wind­kraft-Nut­zung geschaf­fen wer­den, sind noch zahl­rei­che Detail-Prü­fun­gen notwendig.

Denn trotz des ein­deu­ti­gen poli­ti­schen Wil­lens in Bund und Land, erneu­er­ba­re Ener­gien zu för­dern, gel­ten für die Umset­zung von Wind­kraft-Zonen hohe pla­ne­ri­sche und recht­li­che Hür­den – so zum Bei­spiel in der „Nach­bar­schaft“ von Wohn­sied­lun­gen und ein­zel­nen Hof­s­tel­len, Stra­ßen und Fluss­läu­fen, Strom­lei­tungs­tras­sen, Schie­nen­we­gen, Natur­schutz­ge­bie­ten, aber auch spe­zi­el­len Ein­rich­tun­gen, wie zum Bei­spiel dem Flug­platz Meschede-Schüren.

Nicht die ein­zi­gen Kri­te­ri­en für Wind­kraft-Stand­or­te: Mög­li­che öko­lo­gi­sche Schutz-Funk­tio­nen des Wal­des kön­nen eben­so „Aus­schluss­grün­de“ sein wie das Land­schafts­bild oder die spä­ter noch im Detail zu prü­fen­de Gelän­de­nei­gung und die Erschlie­ßungs­mög­lich­keit. „Denn schließ­lich müs­sen wir beach­ten, dass die Flä­chen mit Trans­por­ten erreicht wer­den müs­sen, die mehr als 50 Meter star­re Län­ge auf­wei­sen“, so Mar­tin Dör­tel­mann, Lei­ter des Fach­be­reichs Pla­nung und Bau­ord­nung – Roto­ren moder­ner Wind­kraft-Anla­gen haben mitt­ler­wei­le die­se Aus­ma­ße. Die Stadt­ver­wal­tung hat des­halb das Mesche­der Stadt­ge­biet unter all die­sen Gesichts­punk­ten „gefil­tert“ – Flä­chen, die für Wind­kraft-Anla­gen nicht in Fra­ge kom­men, wer­den so „aus­sor­tiert“.

Die auf die­se Wei­se ver­blie­be­nen „Rest­flä­chen“ hat die Stadt Mesche­de in einem zwei­ten Arbeits­schritt wei­ter ein­ge­grenzt. Die so genann­te „Wind­höf­fig­keit“ eines Bereichs – also das Vor­kom­men an Wind – ist dabei eben­so wich­tig wie die Flä­chen­grö­ße. Für einen Wind­park sei­en min­des­tens drei Anla­gen not­wen­dig, so Sebas­ti­an Matz vom Fach­be­reich Pla­nung und Bau­ord­nung: „Und für einen wirt­schaft­li­chen Betrieb müs­sen die­se Anla­gen bestimm­te Min­dest­ab­stän­de ein­hal­ten.“ Denn ste­hen Wind­rä­der zu nah bei­ein­an­der, kön­nen Ver­wir­be­lun­gen ent­ste­hen – Sebas­ti­an Matz: „Das führt dazu, dass sich Anla­gen ‚gegen­sei­tig den Wind wegnehmen‘.“

„Übrig geblie­ben“ sind nach die­sen bei­den Arbeits­schrit­ten nun Flä­chen in einer Grö­ße von ins­ge­samt 1772 Hekt­ar – rund acht Pro­zent des Stadt­ge­bie­tes. „Sie wer­den wei­ter unter­sucht, wel­che Stel­len für Wind­kraft­kon­zen­tra­ti­ons­zo­nen geeig­net sind“, erläu­tert Mar­tin Dör­tel­mann. Dabei sol­len die Area­le zunächst mit der Poten­zi­al­stu­die der Bezirks­re­gie­rung Arns­berg abge­gli­chen wer­den, bevor die Stadt­ver­wal­tung in eine Detail­über­prü­fung geht. Zudem soll es auch eine „Vor­stu­die“ zu The­men­kom­ple­xen wie Arten­schutz, Land­schafts­bild und tou­ris­ti­schen Qua­li­tä­ten geben – Mar­tin Dör­tel­mann: „Ziel ist es, in einem finan­zi­ell wie zeit­lich über­schau­ba­ren Rah­men Basis­in­for­ma­tio­nen für den Ent­schei­dungs­pro­zess zu erhal­ten.“ Auch wird eine Abstim­mung der Such­räu­me mit den Nach­bar­kom­men statt­fin­den: „Ange­sichts der vie­len Flä­chen, die an Stadt­gren­zen her­an­rei­chen, ist eine früh­zei­ti­ge inter­kom­mu­na­le Abstim­mung zwin­gend notwendig.“

Für die ein­zel­nen Such­räu­me wer­den dann „Steck­brie­fe“ erstellt, die für eine abschlie­ßen­de Ent­schei­dung wich­tig sind. Mar­tin Dör­tel­mann: „So kann eine Bewer­tung der Flä­chen durch­ge­führt wer­den, um die geeig­nets­ten Flä­chen für Wind­parks im Sin­ne eines Ran­kings zu bestim­men.“ Sie sol­len zu einer Ent­schei­dungs­grund­la­ge für die Bür­ger­ver­tre­ter wer­den, für wel­che Flä­chen die bau­recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für einen oder meh­re­re Wind­parks geschaf­fen wer­den können.

Die Zwi­schen­er­geb­nis­se der Poten­zi­al­ana­ly­se in Sachen Wind­kraft sind auch The­ma in der nächs­ten Sit­zung des Aus­schus­ses für Stadt­ent­wick­lung und Wirt­schaft. Sie fin­det am Don­ners­tag, 7. März, um 17 Uhr im Mesche­der Rat­haus statt und ist öffentlich.