Von Ster­nen, Strahl­kraft und Mil­lio­nen

20. Juni 2013
von Redaktion

Hoch­sauer­land­kreis. Arns­berg. Mesche­de. Die Kreis­tags­sit­zung am Frei­tag, dem 21. Juni 2013, ver­spricht span­nend zu wer­den. Viel­leicht nimmt sie auch Ein­zug in die Geschichts­bü­cher des Hoch­sauer­land­krei­ses? Um was geht es? Es geht um den Ent­schluss über den vie­le Mil­lio­nen teu­ren Aus­bau des Sauer­land-Muse­ums, um Strahl­kraft und Ster­ne.
Dumm nur, dass das „Leucht­turm­pro­jekt“ des HSK auch ein paar Kri­ti­ker auf den Plan geru­fen hat. Die lamen­tie­ren z.B. dar­über, dass der Regio­na­le-Zuschuss vom Land längst nicht mehr so hoch aus­fällt wie ursprüng­lich kal­ku­liert. Vor 3 Jah­ren hieß es näm­lich, für Regio­na­le-Pro­jek­te wür­den 80% Zuschüs­se vom Land gezahlt. Nun sind es gera­de mal noch 32%, mit denen Düs­sel­dorf die geplan­te 12-Mio-Euro-Inves­ti­ti­on im und am Sauer­land­mu­se­um unter­stüt­zen wür­de. Pea­nuts von min­des­tens 7 Mio Euro Inves­ti­ti­ons­kos­ten müss­te der Hoch­sauer­land­kreis also allei­ne auf­brin­gen. Dabei schwimmt der HSK eigent­lich gar nicht im Geld. Im Gegen­teil, sei­ne Städ­te und Gemein­den sind alle ver­schul­det. Und für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger aus Bri­lon, Mesche­de, Schmal­len­berg, Sun­dern und allen ande­ren Kom­mu­nen gilt, sie wer­den, sofern das „Pro­jekt mit Strahl­kraft“ in Arns­berg wahr wird, für die neu auf­ge­häuf­ten Schul­den eben­so zah­len wie die Leu­te in Arns­berg. Und mit dem Grund­stücks­preis, den der HSK für die Erwei­te­rungs­flä­che bezah­len soll, wür­de er das Spe­ku­lan­ten­tum för­dern: Mehr als das Zehn­fa­che des tat­säch­li­chen Grund­stücks­wer­tes wür­den an eine Immo­bi­li­en­ge­sell­schaft aus Men­den flie­ßen.
Doch was soll‚s! Beden­ken­trä­ger las­sen sich ja ganz gut weg­ju­beln. Wie sol­len es die Nörg­ler denn mit solch mar­ki­gen For­mu­lie­run­gen wie der gera­de zitier­ten „Strahl­kraft für Süd­west­fa­len“ auf­neh­men, zumal wenn hohe Europa‑, Bundes‑, und Lan­des­po­li­ti­ker und gro­ße Tei­le der Pres­se­land­schaft lie­ber mit­ju­bi­lie­ren, als auf Kos­ten und Risi­ken hin­zu­wei­sen. Seit Wochen beob­ach­ten wir eine, von wem auch immer gesteu­er­te, PR-Kam­pa­gne pro Sauer­land-Muse­um. Hier ein klei­nes Bei­spiel aus der Pres­se­stel­le des HSK:
„Die Abge­ord­ne­ten der CDU Bund, Land und Euro­pa hat­ten vor eini­ger Zeit Inter­es­se bekun­det, zum Gesamt­kon­zept des REGIO­NA­LE-Pro­jek­tes „Muse­ums- und Kul­tur­fo­rum Süd­west­fa­len“ (Sauer­land-Muse­um) Infor­ma­tio­nen aus ers­ter Hand zu erhal­ten. Am Mon­tag (17. Juni) bot sich in der his­to­ri­schen Alt­stadt von Arns­berg dazu die Gele­gen­heit. Vor Ort erläu­ter­ten Land­rat Dr. Karl Schnei­der und Muse­ums­lei­ter Dr. Jür­gen Schul­te-Hob­ein die bau­li­chen und inhalt­li­chen Moder­ni­sie­rungs- und Erwei­te­rungs­plä­ne zusam­men mit Ursu­la Göd­de, der Vor­sit­zen­den des För­der­ver­eins des Muse­ums. Euro­pa­ab­ge­ord­ne­ter Dr. Peter Lie­se, Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter Dr. Patrick Sen­s­burg sowie die bei­den Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Mat­thi­as Kerk­hoff und Klaus Kai­ser konn­ten im Detail einen pro­fun­den Ein­blick in das Pro­jekt gewin­nen. Sie waren sich einig, dass mit der Umset­zung ein Muse­ums­pro­jekt mit gro­ßer Strahl­kraft für Süd­west­fa­len zum Zuge kommt.“
Wir sind gespannt, gespannt auf die Dis­kus­si­on und das Ergeb­nis der Kreis­tags­sit­zung und dar­auf, wie lan­ge es dau­ert, bis der Stern sei­ne Strahl­kraft ein­büßt … und erin­nern uns dabei weh­mü­tig an das „Blaue Haus“ in Arns­berg und den Leucht­turm von Win­ter­berg, das „Over­sum“ und an vie­le ver­lus­tig gegan­ge­ne Mil­lio­nen.
Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL)