Sozi­al­ti­cket in Hamm wird gut angenommen

19. August 2013
von Redaktion

Hoch­sauer­land­kreis. Schon mehr­fach hat­te die Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL) bean­tragt, im Hoch­sauer­land­kreis ein Sozi­al­ti­cket ein­zu­füh­ren. Vie­le ande­re Land­krei­se und kreis­freie Städ­te in West­fa­len habe dies bereits. Im Kreis­tag des HSK schei­ter­te dies aber bis­her an der ableh­nen­den Hal­tung von CDU- und SPD-Frak­ti­on. Und das, obwohl die Ein­füh­rung mit jähr­lich 300.000 Euro Lan­des­zu­schuss unter­stützt wür­de. Aber die Mehr­heit im Kreis­tag scheint ande­re Prio­ri­tä­ten zu haben…

Wir doku­men­tie­ren hier eine Pres­se­mit­tei­lung der kreis­frei­en Stadt Hamm vom 16.08.2013 über den dor­ti­gen Erfolg des Sozi­al­ti­ckets. Aus ihr geht auch her­vor, dass das Sozi­al­ti­cket den Nut­zer­kreis des ÖPNV vergrößert::

Posi­ti­ve ers­te Bilanz zum Sozi­al­ti­cket: Zwei Wochen vor dem Start am 1. Sep­tem­ber haben bereits mehr als 780 Ham­mer Bür­ge­rin­nen und Bür­ger das gegen­über dem Nor­mal­preis um rund 40 Pro­zent ermä­ßig­te Mobil­Abo erwor­ben. Damit liegt der Anteil der Monats­kar­ten­in­ha­ber bei den Emp­fän­gern von Sozi­al­leis­tun­gen mehr als dop­pelt so hoch wie beim Ham­mer Bevölkerungsdurchschnitt.

Stadt und Stadt­wer­ke haben eine ers­te, detail­lier­te Aus­wer­tung der Ver­kaufs­sta­tis­tik vor­ge­nom­men. Neben den rei­nen Ver­kaufs­zah­len stan­den hier­für auch frei­wil­li­ge Anga­ben der Nut­zer über ihre bis­he­ri­ge Ver­kehrs­mit­tel­wahl zur Ver­fü­gung. Die­se Anga­ben ermög­lich­ten eine ers­te Bewer­tung der Wirk­sam­keit der Maß­nah­me und sind die Grund­la­ge für die anste­hen­de Antrag­stel­lung beim Land für das Jahr 2014. 53 Pro­zent der 780 ver­kauf­ten Mobi­lA­bos sind Monats­ti­ckets Erwach­se­ne (Ham­mer Abo), 29 Pro­zent sind 9‑Uhr-Monats­ti­ckets Erwach­se­ne und 18 Pro­zent sind Fun­Ti­ckets für Kin­der und Jugend­li­che. Die Kar­ten wur­den zu 74 Pro­zent von Emp­fän­gern von Arbeits­lo­sen­geld II und Sozi­al­geld erwor­ben, zu 18 Pro­zent von Wohn­geld­emp­fän­gern. Sie­ben Pro­zent der Käu­fer sind Emp­fän­ger von Grund­si­che­rung (wegen Alter oder Erwerbs­min­de­rung) sowie von lau­fen­der Hil­fe zum Lebens­un­ter­halt, ein Pro­zent der Käu­fer ent­fällt auf Asyl­be­wer­ber. Die­se Ver­tei­lung ent­spricht auch in etwa den Grö­ßen­ver­hält­nis­sen der Berechtigtengruppen.

Eine wei­te­res Ergeb­nis der Aus­wer­tung ist: Das Mobil­Abo erreicht nicht nur vor­han­de­ne Stamm­kun­den des ÖPNV, die jetzt auf das güns­ti­ge­re Ange­bot umstei­gen, son­dern auch neue Kun­den. Nur 41 Pro­zent der Käu­fer haben bis­lang fast täg­lich Bus und Bahn genutzt. 49 Pro­zent haben nur eini­ge Male pro Woche im Bus geses­sen – und immer­hin 10 Pro­zent sind bis­lang sel­te­ner als drei Mal im Monat mit dem ÖPNV gefah­ren. Bei den Käu­fern ist eine deut­li­che Ver­ste­ti­gung der ÖPNV-Nut­zung zu erwar­ten. Nur 47 Pro­zent ver­füg­ten bis­lang bereits über eine Monats­kar­te, 53 Pro­zent nutz­ten Einzel‑, 4er- und Tages­ti­ckets für gele­gent­li­che Fahr­ten. Auch die Frei­heit bei der Wahl des jeweils zweck­mä­ßigs­ten Ver­kehrs­mit­tels erhöht sich. 78 Pro­zent sind bis­lang zumeist mit dem Rad oder zu Fuß unter­wegs. Für sie gibt es nun bei schlech­tem Wet­ter oder lan­gen Wegen ein will­kom­me­nes Zusatz­an­ge­bot. Den­je­ni­gen, die bis­lang mit dem Auto oder Motor­rad unter­wegs sind (22 Pro­zent), bie­tet sich nun eine preis­wer­te und umwelt­freund­li­che Alternative.

Ins­ge­samt wird der Ein­stieg ins Ham­mer Sozi­al­ti­cket von den Ver­ant­wort­li­chen sehr posi­tiv bewer­tet. Das Mobil­Abo ist gut geeig­net, auch den Emp­fän­gern von Sozi­al­leis­tun­gen eine preis­wer­te und ver­läss­li­che Mobi­li­tät zu bie­ten. Die Erfah­rung mit der Ein­füh­rung neu­er Tickets zei­ge, dass auch beim Mobil­Abo in den kom­men­den Mona­ten noch wei­te­re Zuwäch­se zu erwar­ten sind. Die nächs­te detail­lier­te Erhe­bung ist im Mai 2014 vor­ge­se­hen. Wei­te­re Infos zum Mobil­Abo Hamm gibt es im Inter­net unter www​.hamm​.de/​v​e​r​k​ehr.

Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL)