SBL: Objek­ti­vi­tät der Kreis­ver­wal­tung und der Kreis­po­li­zei­be­hör­de?

11. Mai 2013
von Redaktion

Hoch­sauer­land­kreis. In der „Lokal­zeit Süd­west­fa­len“ des WDR-Fern­se­hens wur­de am 29.03.2013 über eine Kün­di­gungs­schutz­kla­ge berich­tet, die ein gekün­dig­ter Mit­ar­bei­ter gegen die Kreis­po­li­zei­be­hör­de des HSK ein­ge­reicht hat (und der das Arbeits­ge­richt Arns­berg am 23.04.2013 im vol­len Umfang statt­ge­ge­ben hat). Der gekün­dig­te Mit­ar­bei­ter hat außer­dem gegen lei­ten­de Mit­ar­bei­ter der Kreis­po­li­zei­be­hör­de Straf­an­zei­ge wegen fal­scher Anschul­di­gung gestellt. In dem Bei­trag des WDR wird über unzu­rei­chen­de ent­las­ten­de Ermitt­lun­gen und über die Nicht-Berück­sich­ti­gung eines inter­nen Ver­merks einer lei­ten­den Mit­ar­bei­te­rin, aus dem sich die Unschuld des gekün­dig­ten Mit­ar­bei­ters ergibt, sowie über eine selt­sa­me Zusam­men­bal­lung der Auf­ga­ben der Poli­zei in eige­nen Ange­le­gen­hei­ten berich­tet.
Der Land­rat ist in sei­ner Funk­ti­on gleich­zei­tig Chef der Kreis­po­li­zei­be­hör­de. Der Kreis­tag wählt die Mit­glie­der des Kreis­po­li­zei­bei­ra­tes. Und es fin­det – in bei­den Rich­tun­gen – ein inten­si­ver Mit­ar­bei­ter­aus­tausch zwi­schen der Ver­wal­tung der Kreis­po­li­zei­be­hör­de und der all­ge­mei­nen Kreis­ver­wal­tung statt; in die­sem Zusam­men­hang sei hier nur an die mehr­fa­che Neu­be­set­zung der Posi­ti­on des Abtei­lungs­lei­ters Ver­wal­tung der Kreis­po­li­zei­be­hör­de erin­nert.

Aus der Bericht­erstat­tung des WDR ergibt sich erheb­li­cher Klä­rungs­be­darf für die Arbeit des Land­rats und der Ver­wal­tung, der weit über den Ein­zel­fall hin­aus­geht. Die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger im Kreis­ge­biet müs­sen dar­auf ver­trau­en kön­nen, dass sich Kreis­ver­wal­tung und Kreis­po­li­zei­be­hör­de neu­tral und objek­tiv ver­hal­ten.

Kreis­tags­mit­glied Rein­hard Loos von der Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL) stell­te daher dem Chef der Kreis­po­li­zei­be­hör­de des Hoch­sauer­land­krei­ses am 07.05.2013 fol­gen­de Fra­gen:

• Wie wird sicher­ge­stellt, dass a) in der Kreis­po­li­zei­be­hör­de, b) in der übri­gen Kreis¬verwaltung ver­wal­tungs­in­ter­ne Ver­mer­ke im wei­te­ren Ablauf von Ver­wal­tungs­ver­fah­ren voll­stän­dig berück­sich­tigt und nicht über­se­hen oder mög­li­cher­wei­se sogar „unter­drückt“ wer­den?

• Wie wird sicher­ge­stellt, dass a) in der Kreis­po­li­zei­be­hör­de, b) in der übri­gen Kreis­ver­wal­tung bei etwai­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit Mit­ar­bei­tern auch ent­las­ten­de Umstän­de fest­ge­stellt und berück­sich­tigt wer­den?

• Wie wird sicher­ge­stellt, dass a) die Kreis­po­li­zei­be­hör­de, b) die übri­ge Kreis­ver­wal­tung in eige­nen Ange­le­gen­hei­ten nicht selbst ermit­teln, son­dern dies einer neu­tra­len Stel­le über­las­sen?

• Was wird von Sei­ten des Krei­ses unter­nom­men, dass der sonst für den HSK zustän­di­ge Abtei­lungs­lei­ter der Staats­an­walt­schaft nicht an Ver­fah­ren betei­ligt wird, an denen die Kreis­po­li­zei­be­hör­de, die Kreis­ver­wal­tung oder ande­re Funk­ti­ons­trä­ger des Krei­ses betei­ligt sind, denn die Par­tei- und Frak­ti­ons­zu­ge­hö­rig­keit die­ses Abtei­lungs­lei­ters der Staats­an­walt­schaft wür­de in der­ar­ti­gen Ver­fah­ren sicher­lich einen Ableh­nungs­grund bedeu­ten?

• Wie vie­le Straf­an­zei­gen gegen a) Poli­zei­be­am­te b) ande­re Mit­ar­bei­ter der Kreis­po­li­zei­be­hör­de c) ande­re Mit­ar­bei­ter der Kreis­ver­wal­tung gab es in den Jah­ren seit 2010 auf­grund ihrer dienst­li­chen Tätig­keit, aus wel­chen Grün­den erfolg­ten die Straf­an­zei­gen, und wie ende­ten die­se Ver­fah­ren?

Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL)