Rau­ben die „Fracking-Kon­zer­ne“ den Bau­ern das Land?

26. Februar 2013
von Redaktion

„Land­wir­ten geht das Land aus“ 

hieß die Über­schrift einer Pres­se­mel­dung im ver­gan­ge­nen Jahr. Der Anlass des Berichts war das Tref­fen des regel­mä­ßi­gen Gesprächs­krei­ses  „Land­wirt­schaft und Kreis­ver­wal­tung“ im Mär­ki­schen Kreis bei dem u.a. der Ver­lust von land­wirt­schaft­li­chen Flä­chen the­ma­ti­siert wurde.

In einer Pres­se­ver­öf­fent­li­chung dazu hieß es: ‚Sor­gen berei­tet der Land­wirt­schaft zuneh­mend der „Flä­chen­fraß“. In Nach­rodt-Wib­lingwer­de erfuh­ren die Mit­glie­der des „Run­den Tisches Land­wirt­schaft“, dass allein in der Dop­pel­ge­mein­de Tag für Tag 80 Qua­drat­me­ter wert­vol­le land­wirt­schaft­li­che Nutz­flä­che ver­lo­ren geht – durch Ver­sie­ge­lung, pri­va­te oder indus­tri­el­le Nut­zung sowie durch Aus­gleichs­maß­nah­men. Den Land­wir­ten geht das Land aus. Des­halb for­dern die Bau­ern ein Schutz­pro­gramm für land- und forst­wirt­schaft­li­che Nutz­flä­chen, qua­si Landwirtschaftsschutzgebiete.’

Auch der BUND for­dert immer wie­der Maß­nah­men zur Bekämp­fung des anhal­ten­den Flächenverbrauchs.

Im Hoch­sauer­land­kreis ist die Ver­rin­ge­rung von land­wirt­schaft­li­chen Nutz­flä­chen für den Anbau von Nah­rungs­mit­teln offen­sicht­lich, allein schon wegen der ste­tig zuneh­men­den Bodenzer­stö­rung durch Weihnachtsbaummonokulturen.

Und seit ges­tern wis­sen wir, dass die Bun­des­re­gie­rung den Weg für die Geneh­mi­gung von Fracking frei machen will. Gro­ße Tei­le des Hoch­sauer­land­krei­ses sind poten­ti­el­le Fracking-Gebie­te. Kri­ti­ker war­nen vor dem enor­men Flä­chen­ver­brauch bei der För­de­rung des soge­nann­ten unkon­ven­tio­nel­len Erdgases.

 

Kreis­tags­mit­glied Rein­hard Loos von der Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL) bat daher am 26.02.2013 die Kreis­ver­wal­tung um die Beant­wor­tung fol­gen­der Fragen:

  1. Wie      hoch war nach Ihrer Kennt­nis der Ver­lust von land­wirt­schaft­li­chen      Nutz­flä­chen im HSK im Jahr 2010, 2011 und 2012 (in ha und in Prozenten)?
  2. In      wel­chem Tem­po ent­wi­ckelt sich der „Flä­chen­ver­brauch” der­zeit      weiter?
  3. Wel­che      Bau­maß­nah­men (Stra­ßen­bau, Erschlie­ßung von Gewer­be- und Bau­ge­bie­ten,      Ver­sie­ge­lung etc.) sind die wich­tigs­ten Ursa­chen für den „Flä­chen­fraß“?
  4. In      wel­chem Maße tra­gen die expan­die­ren­den Weih­nachts­baum­mo­no­kul­tu­ren zum      Ver­lust von Flä­chen für den Nah­rungs­mit­tel­an­bau und von Wie­sen und Wei­den bei?
  5. Wie      hat sich die Flä­chen­nut­zung im HSK seit dem Orkan Kyrill entwickelt?
  6. In      wel­chen Kom­mu­nen des HSK ist der Flä­chen­ver­brauch am größ­ten, in wel­chen      am geringsten?
  7. In      wel­cher Grö­ßen­ord­nung wur­den in den letz­ten Jah­ren und wer­den aktu­ell      Aus­gleichs­flä­chen ausgewiesen?
  8. Wie      groß war und ist der Ver­brauch von Natur­schutz­flä­chen (in ha und      Prozentzahlen)?
  9. Ist      Ihnen bekannt, wel­che Flä­chen­grö­ße für ein Fracking-Bohr­loch inklu­si­ve des      Plat­zes für benö­tig­te Mate­ria­li­en, Fahr­zeu­ge, Zufahr­ten etc. benö­tigt wird?
  10. Wel­che Mög­lich­kei­ten sieht der Land­rat zur Redu­zie­rung      des „Flä­chen­fra­ßes”?