Mit­glie­der­ver­samm­lung des Sauer­län­der Hei­mat­bun­des mit Erin­ne­run­gen an sei­ne 100-jäh­ri­ge Geschichte

23. September 2021
von Redaktion

Eine Ver­samm­lung an einem außer­ge­wöhn­li­chen Ort mit his­to­ri­scher Bedeu­tung für den Sauer­län­der Heimatbund

 

Hoch­sauer­land­kreis. In der geschichts­träch­ti­gen Bal­ver Höh­le fand mit 170 Teil­neh­mern die Mit­glie­der­ver­samm­lung vom Sauer­län­der Hei­mat­bund statt, wobei an des­sen 100-jäh­ri­ge Geschich­te erin­nert wur­de. Die Geschich­te des Hei­mat­bun­des wur­de 1921 von Franz Hoff­meis­ter ins Leben geru­fen, und 1945 von Theo­dor Pröp­per, einem engen Freund Hoff­meis­ters, neu begrün­det. An bei­de erin­ner­ten jeweils Por­träts in der fest­lich geschmück­ten Bal­ver Höh­le. Eben­falls zu Ehren kam auch die Heim­wacht Bal­ve. Denn auch sie wird in die­sem Jahr ihr 100 Jah­re alt, wird die­ses Jubi­lä­um aber nachfeiern.

Die Jah­res­haupt­ver­samm­lung des Sauer­län­der Hei­mat­bun­des fand in der Bal­ver Höh­le statt.

Gruß­wor­te

Heim­wacht Vor­sit­zen­der Peter Glas­ma­cher wies in sei­nem Gruß­wort auf den Bal­ver Wahl­spruch: „Hei­mat erhal­ten – Zukunft gestal­ten“ hin. Bal­ves Bür­ger­meis­ter Huber­tus Müh­ling hat­te sowohl für Peter Glas­ma­cher, als auch für den Vor­sit­zen­den des Sauer­län­der Hei­mat­bun­des, Elmar Reu­ter, ein Geschenk dabei. Zum Anlass des Tages sag­te Müh­ling: „Es ist ein außer­ge­wöhn­li­ches Ereig­nis an einem außer­ge­wöhn­li­chen Ort.“ In die­ser Höh­le sei seit der Stein­zeit die Geschich­te des Sauer­lan­des geschrie­ben wor­den, deren Zeug­nis­se in vie­len Muse­en in Deutsch­land aus­ge­stellt sei­en. Ein wei­te­res Gruß­wort sprach der Land­rat des Mär­ki­schen Krei­ses, Mar­co Voge, der die Arbeit des Sauer­län­der Hei­mat­bun­des wür­dig­te: „Sie reprä­sen­tier­ten Kul­tur und Hei­mat und bewah­ren Geschichte.“

 

Elmar Reu­ter ging dann auch auf die Geschich­te des Hei­mat­bun­des ein und ver­wies auf den, vor exakt vor 99 Jah­ren enden­den Sauer­län­der Hei­mat­tag hin, den man drei Tage vom 2. bis 4.9.1922 mit Fest­zug und reich­hal­ti­gem Pro­gramm, in Bal­ve fei­er­te. Anlass war die ers­te Mit­glie­der­ver­samm­lung des SHB nach sei­ner Grün­dung am 28.9.1921 im Hotel zur Post in Wen­ne­men, heu­te Stadt Mesche­de. Die­sen Ver­an­stal­tungs­ort zu wäh­len hat­te einen trif­ti­gen Grund, denn Kir­chen­mu­sik­di­rek­tor Theo­dor Pröp­per aus Bal­ve war ein äußerst agi­ler Akteur in der soge­nann­ten Hei­mat-Bewe­gung die­ser Jah­re und ist es über Jahr­zehn­te gebllie­ben. „Zu einem ganz wesent­li­chen Teil ver­dan­ken wir ihm die Neu­grün­dung unse­res Ver­ban­des nach dem Zusam­men­bruch 1945,” erklär­te Reuter.

Theo­dor Pröp­per wur­de gewür­digt mit dem vom Musik­ver­ein Bal­ve unter der Lei­tung von Phil­ipp Cra­mer gespiel­ten „Bal­ver Lied“, des­sen fünf Stro­phen eng mit der Hön­ne­stadt ver­bun­den sind, und bei fest­li­chen Anläs­sen gesun­gen wer­den. Bei die­sem Fest­akt war der Bal­ver Gün­ter Brü­cker der Gesangssolist.

Fotos: Juli­us Jür­gen Kolossa

Berich­te stan­den im Mit­tel­punkt die­ser Ver­samm­lung, bei der der Vor­sit­zen­de Elmar Reu­ter in sei­nem Jah­res­be­richt auf vie­le erfreu­li­che Ereig­nis hin­wies. So wur­de im Okto­ber 2020 der Rot­ten­dorf Prei­ses an Dr. Wer­ner Beck­mann vom Mund­art­ar­chiv Sauer­land, ver­lie­hen. „Eine Aus­zeich­nung, die von der Aus­lo­bung her der Per­son gilt. Ein wenig Glanz fällt auch auf die Ein­rich­tung des Mund­art­ar­chivs Sauer­land ab, des­sen Trä­ger und Finan­zier der Sauer­län­der Hei­mat­bund ist.

Mit­ar­beit an Projekten

Im März die­ses Jah­res wur­de vom Ver­wal­tungs­rat des West­fä­li­schen Hei­mat­bun­des ein Posi­ti­ons­pa­pier ver­ab­schie­det mit dem Titel „Den Dorf­wett­be­werb neu den­ken – Bau­stein einer ver­netz­ten Struk­tur­po­li­tik für länd­li­che Räu­me“. Dazu Elmar Reu­ter: „Der Dorf­wett­be­werb muss end­lich als ein Impuls­ge­ber für die Ent­wick­lungs­fä­hig­keit der Dör­fer und damit als prak­tisch ver­wert­ba­rer Bau­stein der Struk­tur­po­li­tik für den länd­li­chen Raum auf Bun­des- und Lan­des­ebe­ne begrif­fen wer­den.“ Wei­te­re Pro­jek­te waren „Kul­tur ist uns Mehr­Wert“, und das dar­aus ent­wi­ckel­te Pro­jekt „Kultur.Labor für bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment“ als frei zugäng­li­che Ser­vice­stel­le. Die­ses wird mit zwei haupt­amt­li­chen Fach­kräf­ten nach zustim­men­den Beschlüs­sen der Gre­mi­en des Hoch­sauer­land­krei­ses mit Unter­stüt­zung des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len umge­setzt. „Der HSK hat uns ein­ge­la­den, an der Umset­zung die­ses Kon­zep­tes mitzuarbeiten.“

Anschau­lich stell­te Mat­thi­as Löb, Vor­sit­zen­der des West­fä­li­schen Hei­mat­bun­des, sei­ne „Impul­se für eine zeit­ge­mä­ße Hei­mat­ar­beit“ in sei­nem Fest­vor­trag dar. Er riet dazu, ver­eins­über­grei­fend zu den­ken, wenn Pro­jek­te umge­setzt wer­den sol­len, mit denen sich der eige­ne Ort oder die eige­ne Stadt beschäf­ti­gen. Denn Nicht-Mit­glie­der kön­nen wert­vol­le Anre­gun­gen geben, um die Hei­mat leben­dig zu erhalten.

Tag mit Exkur­sio­nen und Kaf­fee und Kuchen

Die Hei­mat vor dem Höh­len­ein­gang in Bal­ve erleb­ten die Ver­samm­lungs­teil­neh­mer bei vier Exkur­sio­nen. Die Lui­sen­hüt­te (von 1758 bis 1865 in Betrieb) gehör­te dazu, das Schloss Wock­lum (von 1748 bis 1752 erbaut), die Pfarr­kir­che St. Bla­si­us (roma­ni­sche Hal­len­kir­che aus dem 12. Jahr­hun­dert, die 1910 um einen neo­ro­ma­ni­schen Anbau erwei­tert wur­de), und die Bäcke­rei Gro­te (seit 1913 in Fami­li­en­be­sitz der Lan­gen­holt­hau­se­ner Fami­lie Gro­te). Anschau­lich wur­de auf die jewei­li­gen Beson­der­hei­ten hin­ge­wie­sen – das Inter­es­se am Schloss Wock­lum war so groß, dass zwei Schloss­füh­rer hier im Ein­satz waren. Wie­der zurück in der Bal­ver Höh­le gab es bei Kaf­fee und Kuchen zugleich viel Gesprächs­stoff über die­sen Tag, der mit einem öku­me­ni­schen Got­tes­dienst ende­te. Dechant Pfar­rer Andre­as Schul­te und Pfar­re­rin Ant­je Kas­tens zele­brier­ten die­sen, zu dem Bal­ves Kir­chen­mu­si­ker Maxi­mi­li­an Wolf am E‑Piano für die musi­ka­li­sche Beglei­tung sorg­te. Abge­run­det wur­de all dies mit Für­bit­ten, die von Dr. Wer­ner Beck­mann auf platt­deutsch vor­ge­tra­gen wurden.

Wah­len

In die ver­blei­ben­den Mona­te die­ses Jah­res macht sich jetzt der Sauer­län­der Hei­mat­bund auf, des­sen Vor­stand der Wahl von Josef Lum­me zum stell­ver­tre­ten­den Kas­sen­wart (vor­her kom­mis­sa­risch im Amt) wie­der kom­plett ist.