Meer an bun­ten Far­ben mit einer Viel­falt an Pflan­zen und Tie­ren

20. Juni 2013
von Redaktion

Balkenmäher-Z4_2-IMG_1090Win­ter­berg. (Hoch­sauer­land) Duf­ten­des Heu und weit­läu­fi­ge, far­ben­fro­he Blü­ten­pracht – ein ech­tes Stück sauer­län­der Som­mer erle­ben Gäs­te zur­zeit auf vie­len Berg­wie­sen rund um die Höhen­dör­fer der Feri­en­welt Win­ter­berg erle­ben. Dass die­ser Arten­reich­tum erhal­ten bleibt, ist Ziel des LIFE+ Pro­jekts Berg­wie­sen bei Win­ter­berg. Unter ande­rem mit einem Berg­wie­sen­fest wol­len die Initia­to­ren die geschütz­ten Flä­chen in den Blick­punkt der Öffent­lich­keit rücken und ihre Wert­schät­zung för­dern.

 

Die Vor­stel­lung von Wie­sen, die über­sät sind mit Blu­men wie ein Meer von klei­nen bun­ten Farb­tup­fern, ist in den Köp­fen vie­ler Men­schen fest ver­an­kert. Präg­ten arten­rei­che Berg­wie­sen doch frü­her wie selbst­ver­ständ­lich das Bild des Sauer­lan­des. Durch die tra­di­tio­nel­le Heu­wirt­schaft ent­stan­den die typi­schen Lebens­ge­mein­schaf­ten mit zahl­rei­chen Pflan­zen- und Tie­ren, die es teil­wei­se nur im Berg­land gibt. Auf den Hoch­la­gen-Wie­sen wur­de meist nur  ein­mal im Jahr „Heu gemacht“. Die Land­wir­te mäh­ten die Wie­sen, um Gras und Kräu­ter zu trock­nen und im Win­ter Fut­ter für ihre Tie­re zu haben. Erst im Hoch­som­mer, nach Blü­te und Samen­rei­fe der Pflan­zen, fand die­se „Mahd“ statt. Doch längst hat sich die Land­wirt­schaft gewan­delt. Heu­te bekommt das Milch­vieh nicht mehr Heu, son­dern Sila­ge, mähen und dün­gen die Land­wir­te ihre Wie­sen mehr­mals pro Jahr. Nur weni­ge Grä­ser und Löwen­zahn kön­nen dort über­le­ben. Auf vie­len Wie­sen ent­stan­den Weih­nachts­baum­kul­tu­ren.

 

Auf der Win­ter­ber­ger Hoch­flä­che gibt es sie noch, die­se typi­sche Flo­ra und Fau­na mit Wald-Storch­schna­bel, Schwar­zer Teu­fels­kral­le, Gold­ha­fer und Wei­chem Pip­pau und bun­ten Schmet­ter­lin­gen wie Duka­ten-Feu­er­fal­ter, Lila-Gold-Feu­er­fal­ter und Amp­fer-Grün­wid­der­chen. Mit ein wenig Glück kön­nen die Besu­cher sie beim Berg­wie­sen­fest am Sonn­tag, 30. Juni von 11 Uhr bis etwa 17 Uhr auf dem Gelän­de des Reit­ver­eins, Am Post­teich 7, ent­de­cken.

 

Die Gäs­te erle­ben Vor­füh­run­gen alter Mäh­tech­ni­ken mit Sen­se, Pferd und Mus­kel­kraft sowie alter Maschi­nen und Gerä­te. Spaß und Wett­kampf-Gau­di gibt’s für Kin­der und Jung­ge­blie­be­ne bei tur­bu­len­ten Spie­len im fri­schen Heu. Und beim „Natu­re­Cache“, einer moder­nen Schnit­zel­jagd, bei der GPS-Gerä­te den Weg zum „Natur­schatz“ wei­sen. Bei einem Spa­zier­gang erhal­ten die Teil­neh­mer span­nen­de Infor­ma­tio­nen zu den geschütz­ten Berg­wie­sen und zur Nut­zung des kräu­ter­rei­chen Heus als wert­vol­les Pfer­de­fut­ter. Spe­zi­ell für Kin­der ist die „Werk­statt der Schmet­ter­lin­ge“ gedacht, bei der die Kids die klei­nen Berg­wie­sen-Bewoh­ner ken­nen­ler­nen. Dazu gibt es kuli­na­ri­sche Spe­zia­li­tä­ten mit ech­ten Zuta­ten von den Berg­wie­sen. Infos: www.bergwiesen-winterberg.de

 

Auch über das Berg­wie­sen­fest hin­aus will das Pro­jekt die geschütz­ten Flä­chen immer wie­der der Öffent­lich­keit prä­sen­tie­ren. Mit Füh­run­gen und Exkur­sio­nen, einer Aus­stel­lung, Berg­wie­sen-Pfa­den oder einem Foto­wett­be­werb. Zudem ver­mit­teln Work­shops für „Berg­wie­sen-Exper­ten“ tie­fer gehen­des Wis­sen. Ter­mi­ne auf Anfra­ge beim Naturschutz­zentrum – Bio­lo­gi­sche Sta­ti­on – Hoch­sauer­land­kreis, das mit dem Berg­wie­sen­fest gleich­zei­tig sein 20jähriges Bestehen fei­ert.

 

Auch die Feri­en­welt Win­ter­berg lässt ihre Gäs­te die Berg­wie­sen mit sport­li­chen Ange­bo­ten und aller­lei Akti­vi­tä­ten erle­ben. Zum Bei­spiel bei Nor­dic Wal­king, einer E-Bike-Tour oder Yoga inmit­ten der blü­hen­den Pracht. Infos und Buchung: www.aktiv-store.de

 

Infos zum Pro­jekt

Das fünf­jäh­ri­ge LIFE+ Pro­jekt Berg­wie­sen Win­ter­berg will die geschütz­ten Win­ter­ber­ger Berg­wie­sen in den Fokus der Öffent­lich­keit rücken, ihren Erhalt sichern und wei­te­re Flä­chen für die­se exten­si­ve Form der Land­wirt­schaft gewin­nen. Die Ver­ant­wort­li­chen hel­fen Land­wir­ten, die Nut­zung der Berg­wie­sen so zu orga­ni­sie­ren, dass sie vom Ertrag leben kön­nen und gleich­zei­tig die Pflan­zen- und Tier­welt der Berg­wie­sen erhal­ten. Das 756 ha gro­ße Pro­jekt­ge­biet besteht aus den zwei FFH-Gebie­ten „Berg­wie­sen bei Win­ter­berg” und „Obe­res Orketal”. Die Berg­wie­sen im Rot­haar­ge­bir­ge sind neben Vor­kom­men in der Eifel die bedeu­tends­ten in Nord­rhein-West­fa­len. Die wich­tigs­ten Kom­ple­xe des Sauer­lands lie­gen auf der Win­ter­ber­ger Hoch­flä­che bei den Ort­schaf­ten Altas­ten­berg, Neu­as­ten­berg, Lan­ge­wie­se, Len­ne­plät­ze, Moll­sei­fen, Win­ter­berg und Elke­ring­hau­sen.