Kitas weh­ren sich gegen unzu­rei­chen­de Nachbearbeitung

11. April 2014
von Redaktion

Post­kar­ten­ak­ti­on soll Poli­ti­ker wachrütteln

aktion-plakat-72dpiSun­dern –  Erz­bis­tum Pader­born. „Kei­ne Sche­re­rei­en: Mit Qua­li­tät Zukunft sichern!“ So lau­tet das Mot­to einer Post­kar­ten­ak­ti­on, mit der sich die katho­li­schen Kitas im Erz­bis­tum Pader­born gegen die man­gel­haft geplan­te Über­ar­bei­tung des Kin­der­bil­dungs­ge­set­zes (kurz KiBiz) weh­ren. Die­se war zwar lan­ge her­bei­ge­sehnt wor­den – doch die von der rot­grü­nen Lan­des­re­gie­rung vor­ge­schla­ge­nen Ände­run­gen rei­chen nicht aus, um die finan­zi­el­le Unter­ver­sor­gung in den Ein­rich­tun­gen zu ver­bes­sern. Jetzt neh­men die katho­li­schen Kitas die Kom­mu­nal­wah­len am 25. Mai zum Anlass, um die Poli­ti­ker wach­zu­rüt­teln und sich in Städ­ten und Gemein­den für eine hohe Bil­dungs- und Betreu­ungs­qua­li­tät zu enga­gie­ren. Die Maß­nah­me, die von den Ein­rich­tun­gen in Trä­ger­schaft der Katho­li­schen Kita gem. GmbHs im Erz­bis­tum Pader­born durch­ge­führt wird, star­tet am 10. April und endet am 23. Mai.

 

Die katho­li­schen Ein­rich­tun­gen hal­ten ab sofort Post­kar­ten bereit, die auf die Unter­fi­nan­zie­rung auf­merk­sam machen und ein­fach nur ausgefüllt wer­den müssen. Die Kar­ten wer­den dann im April und Mai an Kan­di­da­ten, Ver­ant­wort­li­che und Poli­ti­ker vor Ort übergeben – im Rat­haus, im Kreis­haus oder in der Kita selbst. Das Gan­ze geschieht nicht heim­lich, still und lei­se: Die Erzie­he­rin­nen und Eltern über­le­gen sich für die Aus­hän­di­gung ihrer Bot­schaft auf­merk­sam­keits­star­ke Auf­trit­te. Der Krea­ti­vi­tät der Kitas sind kei­ne Gren­zen gesetzt.

 

Damit die Akti­on auch auf Lan­des­ebe­ne wahr­ge­nom­men wird, wird jede Kita vier Post­kar­ten nach Düsseldorf schi­cken, und zwar jeweils eine Kar­te an Minis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft, an Fami­li­en-Minis­te­rin Ute Schä­fer, an Land­tags­mit­glied Wolf­gang Jörg und an Land­tags­mit­glied  Andrea U. Asch. Auf die­se Wei­se errei­chen sie sowohl die Lan­des­re­gie­rung als auch die bei­den fami­li­en­po­li­ti­schen Spre­cher der Grünen und

der SPD-Land­tags­frak­ti­on.

 

War­um die geplan­te KiBiz-Revi­si­on so nicht durch­ge­führt wer­den darf

 

Die Ein­füh­rung des Kin­der­bil­dungs­ge­set­zes zum 1. August 2008 soll­te vie­les ver­bes­sern bzw. ermög­li­chen, bei­spiels­wei­se die Ver­ein­bar­keit von Fami­lie und Beruf sowie die För­de­rung und Bil­dung von Kin­dern ab Kleinst­kin­der­al­ter. Zwar wer­den heu­te, vor allem durch den Rechts­an­spruch auf Kita-Plät­ze für unter Drei­jäh­ri­ge, deut­lich mehr Kin­der erreicht und betreut. Dabei blieb aber auf der Stre­cke, die damit ver­bun­de­ne hohe Bil­dungs- und Betreu­ungs­qua­li­tät sicher­zu­stel­len. Gestie­gen sind die Anfor­de­run­gen, Erwar­tun­gen und Doku­men­ta­ti­ons­pflich­ten der Erzieher(innen) – nicht jedoch die finan­zi­el­le Aus­stat­tung der Einrichtungen.

Jetzt wird das KiBiz über­ar­bei­tet. Bereits zum zwei­ten Mal. Doch mehr Geld fließt nach dem aktu­el­len Refe­ren­ten­ent­wurf nicht in die Kas­sen der Kita-Trä­ger. Die­se wer­den auch wei­ter­hin nicht wis­sen, wie sie ihre gestie­ge­nen Per­so­nal- und Sach­kos­ten decken sollen.

Finan­ziert wer­den die­se durch die Pau­scha­len des KiBiz, die pro Jahr um fest­ge­schrie­be­ne 1,5% ange­ho­ben wer­den. Nicht genug, denn allein die Per­so­nal­kos­ten, der größ­te Kos­ten­block einer Kita, sind in den letz­ten Jah­ren um über 18% gestie­gen. Des­halb for­dern die Ein­rich­tun­gen der Katho­li­schen Kita gem. GmbHs im Erz­bis­tum, dass sich die Sche­re durch eine kos­ten­de­cken­de Anhe­bung der Kind­pau­scha­len wie­der schlie­ßen muss.