Kei­ne Denk­mä­ler für die Prot­ago­nis­ten des Nazi­re­gimes

10. November 2013
von Redaktion

Kei­ne Denk­mä­ler für die Prot­ago­nis­ten des Nazi­re­gimes

NelliusstraßeSun­dern-Hach­en (Hoch­sauer­land) In Hach­en ist ein Bür­ger­be­geh­ren für den Erhalt des Stra­ßen­na­mens Nel­li­us­stra­ße ein­ge­lei­tet wor­den. Bis auf eine Gen­gen­stim­me (nicht aus Hach­en) hat­te sich der SSK am 30.09.2013 für eine Namens­än­de­rung aus­ge­spro­chen. Ins­be­son­de­re geht es dar­um die mit Stra­ßen­na­men zum Aus­druck gebrach­te Ver­bin­dung zu Per­sön­lich­kei­ten, die das Nazi­re­gime durch ihr Wir­ken unter­stüt­zen, zu kap­pen. Mit der Benen­nung einer Stra­ße wür­digt eine Stadt sowohl das Werk als auch die Hal­tung der Per­son. Und die Hal­tung von Nel­li­us zum Nazi­re­gime ist nicht akzep­ta­bel. Auch Bür­ger­meis­ter Lins hat­te dies anläss­lich sei­ner Gedenk­an­spra­che bei der Kranz­nie­der­le­gung auf dem jüdi­schen Fried­hof in Sto­ckum ein­drucks­voll deut­lich gemacht. „Die SPD in Sun­dern begrüßt die kla­ren Wor­te des Bür­ger­meis­ters in die­ser Ange­le­gen­heit aus­drück­lich”, betont Micha­el Ste­che­le, Vor­sit­zen­der des SPD Stadt­ver­ban­des in Sun­dern.

Im Fal­le Nel­li­us sind sicher­lich gro­ße Tei­le des Wer­kes des Künst­lers all­ge­mei­nes Kul­tur­gut. Sie kön­nen es auch blei­ben. Jeder Ver­ein muss für sich ent­schei­den ob er es auf­führt oder nicht. Aber genau­so unstrei­tig ist die Hal­tung von Nel­li­us zum Nazi­re­gime und die­se ist nicht akzep­ta­bel. Die Benen­nung der Stra­ße nach einem Nazi­sym­pa­thi­san­ten wird immer wie­der kon­tro­ver­se Dis­kus­sio­nen her­vor­ru­fen und damit einer Stadt  Scha­den zufü­gen. Dem­entspre­chen­de geht es den Mit­glie­dern des Rates dar­um sich einer­seits deut­lich von der Hal­tung von Nel­li­us zum Nazi­re­gime zu distan­zie­ren als auch Scha­den von die­ser Stadt abzu­wen­den. In der Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung des Bür­ger­meis­ters im Rat­haus  hat Herr Lins deut­lich gemacht, dass die Stadt Bewoh­ner der betrof­fe­nen Stra­ßen orga­ni­sa­to­risch und finan­zi­ell unter­stützt. Die Stadt ver­zich­tet auf anfal­len­de Gebüh­ren. Bür­ger­meis­ter Lins wollt sich beim Kreis dafür ein­set­zen, dass auch auf die hier anfal­len­den Gebüh­ren ver­zich­tet wird. Nun argu­men­tie­ren die Initia­to­ren des Bür­ger­be­geh­rens dass sie Kos­ten und Nach­tei­le für die Anwoh­ner ver­hin­dern wol­len und damit bil­li­gend Scha­den für die Gesamt­stadt in Kauf neh­men. „Ich hof­fe, dass die Men­schen in Sun­dern den Wor­ten des Bun­des­prä­si­den­ten fol­gen, der anläss­lich der Gedenk­fei­er zum 9. Novem­ber betont hat, dass aus der Betrof­fen­heit über die Ereig­nis­se vor 75 Jah­ren ein waches Hin­se­hen wird”, so Ste­che­le wei­ter. Gefor­dert sei jetzt vor allem die Orts­vor­ste­he­rin, die in Hach­en aktiv für die Umbe­nen­nung der Nel­li­us­stra­ße wer­ben muss.

Ver­ant­wort­lich: Micha­el Ste­che­le