Jun­ge Stars beein­druck­ten im Pferdestall

14. Juli 2015
von Redaktion

tag5aSun­dern. Mit einem beein­dru­cken­den Kon­zert, der für vie­le Gäs­te sicher­lich der Höhe­punkt des Fes­ti­vals war, ende­te am Sonn­tag­abend „Kul­tur rockt!“ im Pfer­de­stall der Fami­lie Berg­hoff in Sundern-Dörnholthausen.

Alex­an­der Kri­chel (Kla­vier), Olga Vol­ko­va (Vio­li­ne) und Gabri­el Schwa­be (Vio­lon­cel­lo) hat­ten noch nie zusam­men gespielt, aber nach einem inten­si­ven Pro­ben­tag boten sie Kam­mer­mu­sik vom Feins­ten. Alle drei sind noch jung, haben aber schon eine beein­dru­cken­de Lis­te von renom­mier­ten Prei­sen vorzuweisen.

Eine Her­aus­for­de­rung für wenig geüb­te Klas­sik­hö­rer waren die bei­den ers­ten Stü­cke des Abends. Sowohl Blochs drei Noc­turnes von 1924 als auch Schosta­ko­witschs Kla­vier­trio Nr. 2 beein­dru­cken durch Expres­si­vi­tät und Dis­so­nan­zen, die dem Zuhö­rer eini­ges abver­lan­gen. Schosta­ko­witsch hat sein Trio 1944 unter dem Ein­druck des 2. Welt­kriegs geschrie­ben und es gehört zum Tra­gischs­ten in sei­nem Schaf­fen. Vor allem der Trau­er­marsch ging unter die Haut.

Ele­gi­scher, aber nicht weni­ger span­nungs­reich folg­te nach der Pau­se Peter Tschai­kow­skys Kla­vier­trio in a‑Moll, sein ein­zi­ges Werk für die­se Beset­zung. Geschrie­ben als Erin­ne­rung an sei­nen Freund Niko­laj Rubin­stein ist das Werk eigent­li­che ein kam­mer­mu­si­ka­li­sches Requi­em und ver­wen­det zahl­rei­che Anklän­ge an rus­si­sche Volksklänge.

In den Varia­tio­nen konn­te das Trio die gan­ze Band­brei­te sei­nes Kön­nens zei­gen. Mit höchs­ter tech­ni­scher Per­fek­ti­on dran­gen die jun­gen Musi­ker tief in die Schich­ten der rus­si­schen See­le ein und lös­ten beim Zuhö­rer Bil­der aus, die noch lan­ge nach­hall­ten. Kur­zer Blick­kon­takt genüg­te, um sich unter­ein­an­der zu ver­stän­di­gen und abzustimmen.

Lang anhal­ten­der Bei­fall belohn­te die her­aus­ra­gen­de Vor­stel­lung, die mit einer kur­zen Zuga­be endete.

Ver­an­stal­ter Mat­thi­as Berg­hoff zog ein sehr posi­ti­ves Resü­mee der fünf Tage mit zahl­rei­chen gro­ßen und klei­nen Ver­an­stal­tun­gen. „Es war ein Wag­nis, zwei Klas­sik­kon­zer­te nach­ein­an­der anzu­bie­ten, doch an bei­den Aben­den waren der Pfer­de­stall voll und die Besu­cher begeis­tert. Bis auf das Kin­der­pro­gramm, das unter dem schlech­ten Wet­ter am Sonn­tag zu lei­den hat­te, war das Fes­ti­val sehr gut besucht.“

Schon ges­tern gab es die ers­ten Gesprä­che mit Alex­an­der Kri­chel über eine Fort­set­zung der Ver­an­stal­tungs­rei­he. Aber nun gehört der Stall erst ein­mal wie­der den Pferden!

 

Foto: Olga Vol­ko­va, Alex­an­der Kri­chel und Gabri­el Schwa­be (von links)