Gut­ach­ter: PFT-Belas­tung des Möh­ne­sees kam zu 80% vom Mais­feld bei Bri­lon-Schar­fen­berg

8. Februar 2013
von Redaktion

Hoch­sauer­land­kreis. Bri­lon. Auch heu­te behaup­te­te der Zeu­ge Harald Fried­rich, ehe­ma­li­ger Abtei­lungs­lei­ter im Lan­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um, beim PFT-Pro­zeß vor dem Land­ge­richt Pader­born ere­nut, dass das Mais­feld bei Bri­lon-Schar­fen­berg nur eine gerin­ge Bedeu­tung für die PFT-Belas­tung der Möh­ne­tal­sper­re gehabt hät­te.

 

Ganz anders sieht dies Diet­mar Bar­kow­ski, der eben­so wie Fried­rich heu­te als Zeu­ge gela­den war. Der Che­mi­ker und Boden­schutz­spe­zia­list rech­ne­te vor, dass im Möh­ne­see im jahr 2006 etwa 70 kg PFT ent­hal­ten waren. 4 1/2 Mona­te lang hät­te sein Insti­tut die Zuflüs­se aus­ge­wer­tet. In die­ser Zeit­span­ne sei­en etwa 29 kg PFT in den Möh­ne­see gelangt. Davon kamen 22 kg vom Mais­feld bei Schar­fen­berg, also rund 80%. Dar­aus erge­be sich auch eine jähr­li­cher Ein­lauf von 70 kg PFT vor dem Beginn der Sanie­rung bei Schar­fen­berg.

 

Bar­kow­ski erklär­te auch, dass in den “Bro­cken” auf dem Feld der Anteil des PFOS im Ver­gleich zum PFOA viel höher gewe­sen sei als im Boden selbst. Dies sind die bei­den Haupt­be­stand­tei­le der PFT. PFOS sei wesent­lich schlech­ter durch Nie­der­schlä­ge lös­lich als PFOA. Dar­aus erge­be sich, dass die PFT-Stof­fe von der Ober­flä­che in den Boden gelangt sei­en und nicht umge­kehrt, wie eine für die Ange­klag­ten täti­ge Rechts­an­wäl­tin behaup­ten woll­te…

Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL)