Gerd Josef Plass schreibt Satire-Gedichtband

27. März 2013
von Redaktion

„Das kann doch nicht wahr sein“ auf der Leib­zi­ger Buch­mes­se vorgestellt

2013-03-05 11.32.06Sun­dern (Hoch­sauer­land) „Zu Leb­zei­ten“, sagt Gerd Josef Plass mit einem Schmun­zeln, „ war mein All­tag weit­ge­hend bestimmt durch Schu­le, Poli­tik und Sport. Jetzt, als Pen­sio­när, kann ich vie­les tun, wofür ich frü­her ein­fach kei­ne Zeit hat­te.“ Der pen­sio­nier­te Gym­na­si­al­leh­rer nutzt sei­ne freie Zeit vor allem zum Lesen. Und – er hat bereits vor Jah­ren ange­fan­gen zu schrei­ben. Und zwar Gedich­te. Mehr­mals schon hat er aus­ge­wähl­te Gedich­te in ver­schie­de­nen lite­ra­ri­schen Zir­keln vor­ge­tra­gen und auch ein­zel­ne davon in Antho­lo­gien ver­öf­fent­licht. Auf Grund der posi­ti­ven Reso­nanz hat er nun­mehr über 130 die­ser Gedich­te zusam­men­ge­stellt, um sie in Buch­form prä­sen­tie­ren zu können.

Das Buch ist  recht­zei­tig zur Leib­zi­ger Buch­mes­se fer­tig gestellt wor­den, wo es vom EPLA-Ver­lag unter dem Titel „Das kann doch nicht wahr sein“ vor­ge­stellt wurde.

Der Titel lässt schon ahnen, dass es sich bei den Gedich­ten kei­nes­falls um roman­ti­sche Lie­bes­ly­rik und schwär­me­ri­sche Natur­poe­sie handelt.

Plass warnt viel­mehr schon im Vor­wort, „dass die Ver­se an vie­len Stel­len Ver­wun­de­rung, Erstau­nen und ab und zu auch Miss­mut und sogar Unwil­len her­vor­ru­fen kön­nen.“ Zu Recht. Denn man­che Gedich­te fal­len durch­aus bis­sig, zor­nig und sar­kas­tisch aus. Aller­dings wird  die Wut nicht sel­ten durch Iro­nie oder durch gro­tes­ke Über­zeich­nung auf­ge­fan­gen und gele­gent­lich ist sogar ein ver­ständ­nis­vol­les Augen­zwin­kern zu erkennen.

Die Geschich­ten, die in den Gedich­ten erzählt wer­den, zei­gen durch­gän­gig, dass man auf den ers­ten, flüch­ti­gen Blick häu­fig einen völ­lig fal­schen Ein­druck von den Men­schen und den Din­gen bekommt. Und dass man erst bei nähe­rem Hin­se­hen – sozu­sa­gen hin­ter der Mas­ke – das „wah­re Gesicht“ und die wah­ren Zusam­men­hän­ge erkennt.

So stellt der Autor den all­mäch­ti­gen Kon­zern­chef vor, der zuhau­se klein­laut unter dem Pan­tof­fel steht, den stren­gen Rich­ter, der sei­nen Kel­ler „schwarz“ flie­sen lässt, den lus­ti­gen Clown, der in Wirk­lich­keit tod­trau­rig ist, den berühm­ten Päd­ago­gik­pro­fes­sor, der klu­ge Bücher schreibt, aber stän­dig sei­nen Sohn ver­prü­gelt, den Pfar­rer, der im Urlaub auch mal im PLAY­BOY schmö­kert, den Öko-Freak, der regel­mä­ßig nach Kana­da zum Heli-Ski fliegt, den bra­ven Ehe­mann, der auf der Kegel­tour … Ange­ber, Simu­lan­ten, Ban­ker, Blen­der, Schön­red­ner, Bes­ser­wis­ser, Heuch­ler und Moral­apos­tel wer­den repekt­los ent­larvt. Und auch Karl Theo­dor, Geor­ge W. Bush, Klaus Z. Gad­da­fi, Dr. Abzock, Pater S. und vie­le ande­re dür­fen nicht auf Scho­nung hoffen.

Plass zeigt, dass sich beim Blick hin­ter die Fas­sa­de nicht sel­ten Abgrün­de auf­tun. Die offen geleg­te „Wirk­lich­keit hin­ter der Wirk­lich­keit“ ist häu­fig bru­tal, manch­mal aber Gott sei Dank auch komisch, mit­un­ter führt sie gera­de­wegs ins Kuriositätenkabinett.

Der Autor ver­mu­tet sogar, wie im Klap­pen­text des Buches zu lesen ist, dass sich man­cher Leser in dem einen oder ande­ren Gedicht ein biss­chen ertappt füh­len könn­te. Aber er ver­si­chert aus­drück­lich, dass er an kei­ner Stel­le an jeman­den per­sön­lich gedacht habe. Bis auf ein paar Aus­nah­men, wie er hinzufügt …

Der Gedicht­band von Gerd Josef Plass trägt den Titel „DAS KANN DOCH NICHT WAHR SEIN“. Das Buch ent­hält 133 Gedich­te und ist mit einem aus­führ­li­chen Vor­wort versehen.

11 Gedich­te wur­den von der Bon­ner Künst­le­rin Susan­ne Kress mit inhalts­be­zo­ge­nen Illus­tra­tio­nen ergänzt. S.Kress hat in Bonn die Kunst­schu­le „Kunst­stu­dio-Ober­kas­sel“ gegrün­det und ist beson­ders durch ihre Arbei­ten im Bereich Acryl­ma­le­rei und Illus­tra­ti­on bekannt geworden.

Das Buch ist als Taschen­buch im EPLA-Ver­lag erschie­nen unter der ISBN-Num­mer  978–3‑940554–79‑6, hat 142 Sei­ten und kos­tet 9,60 €. Es ist beim  EPLA-Ver­lag, über die bekann­ten Online-Anbie­ter und natür­lich im Buch­han­del (u.a. auch im Bücher-Eck in Sun­dern) zu erhalten.