Betrü­ge­ri­sche Schock­an­ru­fe; Poli­zei warnt erneut und bit­tet um Mit­hil­fe

8. Januar 2013
von Redaktion

Brilon/Hochsauerlandkreis Am Mon­tag, 7.1.2013 kam es in Bri­lon zu zwei soge­nann­ten Schock­an­ru­fen. Gegen 10:40 Uhr mel­de­te sich ein unbe­kann­ter Mann tele­fo­nisch bei einer 42jährigen Frau und ver­such­te sich in dem kom­plett in rus­si­scher Spra­che geführ­ten Tele­fo­nat als in einer Not­la­ge befind­li­cher Ver­wand­ter aus­zu­ge­ben. Da die Ange­ru­fe­ne jedoch um die­se Masche wuss­te, brach sie das Gespräch ab. Es kam zu kei­ner Geld­über­ga­be.

Etwa gegen 11:30 Uhr kam es zu dem zwei­ten Fall: Hier wur­de ein 74jähriger Bri­lo­ner ange­ru­fen. Der männ­li­che Anru­fer gab sich als Rechts­an­walt aus und erzähl­te dem Opfer, des­sen Enkel habe einen schwe­ren Ver­kehrs­un­fall ver­ur­sacht, bei dem zwei Kin­der ver­letzt wor­den sei­en. Um eine sofor­ti­ge Fest­nah­me des Enkels abzu­wen­den, müs­se sofort ein vier­stel­li­ger Betrag hin­ter­legt wer­den, der von einem Kurier abge­holt wer­de. Noch wäh­rend des Tele­fon­ge­sprächs, etwa gegen 11:45 Uhr, erschien auch ein jun­ger Mann an der Wohn­an­schrift des Opfers, dem dann auch Bar­geld über­ge­ben wur­de. Das Tele­fo­nat wur­de eben­falls kom­plett in rus­si­scher Spra­che geführt, die ange­zeig­te Tele­fon­num­mer des Anru­fers wies eine litaui­sche Län­der­vor­wahl auf. Die Not­la­ge des Enkels war frei erfun­den.

Eine Zeu­gin konn­te im Rah­men der poli­zei­li­chen Fahn­dungs­maß­nah­men einen Mann beschrei­ben, bei dem es sich poten­ti­ell um den Mann han­delt, der das Geld bei dem Opfer abge­holt hat.

Der mut­maß­li­che Geld­bo­te kann wie folgt beschrie­ben wer­den:

- männ­lich – etwa 20 – 25 Jah­re alt – unge­fähr 170 Zen­ti­me­ter groß – schlan­ke Sta­tur – dunk­le, kur­ze Haa­re – mit­tel­eu­ro­päi­scher Typ – schma­les Gesicht – dun­kel beklei­det mit einem Ano­rak – trug einen hel­len Ruck­sack bei sich – mach­te einen gehetz­ten Ein­druck – war der eng­li­schen Spra­che mäch­tig

Die Poli­zei fragt: Wer hat den Mann gese­hen? Wo hat sich der Mann vor und nach der Tat auf­ge­hal­ten? Sach­dien­li­che Hin­wei­se bit­te an die Poli­zei Bri­lon unter der Tele­fon­num­mer 02961–90200.

Seit län­ge­rer Zeit häu­fen sich in NRW und auch im Hoch­sauer­land­kreis „Schock-Anru­fe” skru­pel­lo­ser Betrü­ger bei über­wie­gend rus­sisch­spra­chi­gen, vor allem älte­ren Mit­bür­gern, um sie um ihre Erspar­nis­se zu brin­gen. Allein in NRW sind in die­sem Jahr schon mehr als 100 Opfer um ins­ge­samt rund 400.000 Euro betro­gen wor­den.

So gehen die Betrü­ger vor:

Die Betrü­ger geben sich am Tele­fon meist in rus­si­scher Spra­che etwa als Poli­zist, Staats­an­walt oder Rechts­an­walt aus und schil­dern eine ver­meint­li­che Not­la­ge. Sie behaup­ten zum Bei­spiel, ein naher Ver­wand­ter des Ange­ru­fe­nen hät­te einen Unfall ver­ur­sacht und ein Kind schwer ver­letzt. Um zu ver­hin­dern, dass der Ange­hö­ri­ge ange­zeigt und inhaf­tiert wird, müs­se sofort eine vier- bis fünf­stel­li­ge Sum­me gezahlt wer­den. Um noch glaub­haf­ter zu wir­ken, spielt ein wei­te­rer Täter am Tele­fon den in Trä­nen auf­ge­lös­ten angeb­lich unfall­be­tei­lig­ten Ange­hö­ri­gen und bit­tet ein­dring­lich fle­hend um die Zah­lung des ver­lang­ten Betra­ges.

Das völ­lig über­rum­pel­te, unter Schock ste­hen­de Opfer sichert schließ­lich die Zah­lung zu und hän­digt das Geld einem ihm unbe­kann­ten Abho­ler aus. Erst wenn die Geschä­dig­ten den ers­ten Schock über­wun­den und den ver­meint­lich betrof­fe­nen Ange­hö­ri­gen erreicht haben, stel­len sie fest, dass sie Opfer einer ganz üblen Betrugs­ma­sche gewor­den sind.

Die Anru­fer gin­gen in vie­len Fäl­len geschickt und viel­fäl­tig vor. Teil­wei­se erfolg­ten „Aus­spä­hungs­an­ru­fe”, die ein­zig dem Ziel dien­ten, die Familien‑, Freund­schafts- oder Bekann­ten­ver­hält­nis­se aus­zu­kund­schaf­ten und Namen zu erfah­ren. Der Anru­fer ist ein­zig und allein auf das Geld aus. Die wie auch immer dar­ge­stell­te Not­si­tua­ti­on ist frei erfun­den und ent­behrt jeder Grund­la­ge.

Die Poli­zei­li­che Bera­tungs­stel­le der Kreis­po­li­zei­be­hör­de Hoch­sauer­land­kreis rät:

- Gehen Sie kon­se­quent nicht auf sol­che For­de­run­gen ein! – Prä­gen Sie sich jedoch Stim­me und sprach­li­che Beson­der­hei­ten des Anru­fers ein! – Notie­ren Sie sich die im Dis­play ange­zeig­te Tele­fon­num­mer! –  Über­ge­ben Sie nie­mals Geld an Per­so­nen, die Sie nicht ken­nen! –  Legen Sie ein­fach auf und rufen Sie die Ihnen bekann­te Tele­fon­num­mer des Ver­wand­ten an! – Wenn Sie zu einem Rück­ruf auf­ge­for­dert wer­den: rufen Sie nicht zurück, aber – Notie­ren Sie die Ihnen genann­te Ruf­num­mer, sie beginnt meis­tens mit der Vor­wahl für Litau­en 00370… – Ver­stän­di­gen Sie sofort über Not­ruf 110 die Poli­zei! – Wen­den Sie sich sofort an die Poli­zei, wenn Sie Opfer wur­den und erstat­ten Sie eine Anzei­ge! – War­nen Sie auch ande­re Mit­bür­ger vor die­sen Betrü­gern!

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen (Fly­er auch in rus­si­scher Spra­che) erhal­ten Sie bei Ihrer Poli­zei­li­chen Bera­tungs­stel­le der Kreis­po­li­zei­be­hör­de Hoch­sauer­land­kreis (0291–908770) und unter http://www.polizei-nrw.de/artikel__132.html.