“Attrak­ti­ve RWE-Auf­sichts- und Bei­rats­pos­ten”

4. November 2013
von Redaktion

“Attrak­ti­ve RWE-Auf­sichts- und Bei­rats­pos­ten”
SBL-LogoHoch­sauer­land­kreis. Die gro­ße Pro­ble­ma­tik, die in den von Kom­mu­nen gehal­te­nen RWE-Akti­en steckt, wird nun auch von den Medi­en auf­ge­grif­fen. In der heu­ti­gen Aus­ga­be der “Welt am Sonn­tag” steht eine Ana­ly­se mit dem Titel “Ver­steck­te Ver­lus­te”:  sie­he Link am Ende.
Dar­in heißt es u.a.: “Das ‘Tafel­sil­ber’, wie vor allem sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Poli­ti­ker die Akti­en nann­ten, sorg­te lan­ge Zeit für üppi­ge Divi­den­den und attrak­ti­ve RWE-Auf­sichts- und Bei­rats­pos­ten.” Auch füh­ren­de Poli­ti­ker von CDU und SPD im HSK haben attrak­ti­ve Posi­tio­nen bei der RWE bzw. bei der Betei­li­gungs­ge­sell­schaft inne…
Und wei­ter: “Doch die nied­ri­ge­re Divi­den­de ist nur ein Pro­blem. In ihren Haus­hal­ten füh­ren die Städ­te RWE-Akti­en mit den hohen Wer­ten der Ver­gan­gen­heit und rech­nen sich so rei­cher als sie sind. In Glad­beck steht im Haus­halt jede RWE-Aktie mit üppi­gen 87,30 Euro zu Buche, in Essen mit 75,92 Euro und in Bochum nach einem Bericht der “West­deut­schen All­ge­mei­nen Zei­tung” vom Sep­tem­ber mit 90 Euro – eine Anfra­ge die­ser Zei­tung wur­de von der Stadt nicht beant­wor­tet. Wür­den die Städ­te in ihren Bilan­zen eine Wert­be­rich­ti­gung vor­neh­men, wären vie­le plei­te: Allein Essen müss­te knapp eine hal­be Mil­li­ar­de Euro abschrei­ben, alle Städ­te zusam­men meh­re­re Mil­li­ar­den. Essen wür­de wahr­schein­lich zu einer Not­haus­halts­kom­mu­ne wer­den und einen gro­ßen Teil der Hand­lungs­fä­hig­keit ver­lie­ren. In Bochum sähe die Situa­ti­on kaum anders aus, glaubt CDU-Rats­herr Roland Mit­sch­ke: ‘Wenn die Stadt den Wert der RWE-Akti­en ehr­lich bilan­zie­ren wür­de, müss­te sie mit Not­haus­hal­ten arbei­ten. Bochum ist plei­te, aber SPD und Grü­ne kön­nen das immer noch ver­schlei­ern, weil das Land bei der Auf­sicht ver­sagt und die Städ­te nicht dazu zwingt, ordent­lich zu bilan­zie­ren.’ ” Auch die­se Aus­sa­gen las­sen sich weit­ge­hend auf den HSK über­tra­gen…
Ein Man­ko des Arti­kels: Es wird nur von Ruhr­ge­biets­städ­ten berich­tet. Aber der Hoch­sauer­land­kreis ist mit mehr als 5,9 Mio Akti­en einer der größ­ten kom­mu­na­len Anteils­eig­ner der RWE. Fast alle der 5,9 Mio Akti­en sind in der Bilanz des Krei­ses mit etwa 80 Euro bewer­tet, der aktu­el­le Kurs liegt bei etwa 27 Euro. Dar­aus ergibt sich ein Wert­be­rich­ti­gungs­be­darf von mehr als 300 Mio Euro (kein Schreib­feh­ler!). Und im Kreis­tag des HSK hat die CDU die abso­lu­te Mehr­heit; hier kann sie also nicht allein die SPD für die miss­lun­ge­ne Anla­ge­po­li­tik ver­ant­wort­lich machen.
Schlim­mer noch: Wäh­rend sich ande­re Kom­mu­nen wie Düs­sel­dorf und Gel­sen­kir­chen Ende des letz­ten Jahr­zehnts von ihren RWE-Akti­en trenn­ten, tätig­te der HSK im Som­mer 2009 noch für 30 Mio Euro einen Nach­kauf von RWE-Akti­en. Die Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL) hat damals vor dem Kauf gewarnt, gegen die Ent­schei­dung sogar geklagt und oft dar­über berich­tet. Damals lag der Akti­en­kurs bei etwa 56 Euro. Allein von den 2009 aus­ge­ge­be­nen Gel­dern ist nun mehr als die Hälf­te, also ca. 16 Mio Euro, ver­lo­ren. Was nützt die Divi­den­de (die zudem immer gerin­ger wird), wenn der Wert­ver­lust die Divi­den­de weit über­steigt?
Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL)

Link: http://www.welt.de/print/wams/nrw/article121482897/Versteckte-Verluste.html