Von der Fer­ne aufs Dach geschaut

9. Januar 2013
von Redaktion

Solar­dach­ka­tas­ter des Krei­ses online

uszug aus dem Solardachkataster für das Gebiet rund ums Meinerzhagener Rathaus. Grafik: Märkischer Kreis

uszug aus dem Solar­dach­ka­tas­ter für das Gebiet rund ums Mein­erz­ha­ge­ner Rat­haus. Gra­fik: Mär­ki­scher Kreis


Mit ein paar Maus­klicks kön­nen Bür­ger des Mär­ki­schen Krei­ses ab Früh­jahr 2013 her­aus­fin­den, wie stark die Son­ne ihr Haus bestrahlt und ob ihr Dach für den Ein­satz einer Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge oder einer ther­mi­schen Solar­an­la­ge geeig­net ist. „Dann wird das Solar­dach­ka­tas­ter im Mär­ki­schen  Kreis flä­chen­de­ckend ver­füg­bar sein“, kün­digt Kreis­di­rek­to­rin Bar­ba­ra Dienstel-Küm­per an. Für jedes Dach wird dif­fe­ren­ziert ermit­telt, wie viel Son­nen­strah­lung pro Monat und Jahr ein­fällt. Ähn­lich wie bereits seit län­ge­rem die Haus­ei­gen­tü­mer in Iser­lohn kön­nen dann auch alle ande­ren zu jeder Dach­flä­che Anga­ben über instal­lier­ba­re Modul­flä­chen und den maxi­ma­len Strom­ertrag pro Jahr erfah­ren.
 
„Rege­ne­ra­ti­ve Ener­gie­ge­win­nung wird in den kom­men­den Jah­ren zu einem immer wich­ti­ge­ren The­ma und das für jeden Ein­zel­nen. Solar­an­la­gen kön­nen im Rah­men der Ener­gie­wen­de ei-nen wich­ti­gen Bei­trag leis­ten – auch in der hei­mi­schen Regi­on“, so Dienstel-Küm­per.
 
Grund genug für Mar­kus Welz, Mit­ar­bei­ter der Katas­ter­ver­wal­tung, sich im Rah­men sei­ner Berufs beglei­ten­den Diplom­ar­beit mit der Ent­wick­lung und Anwen­dung eines Ver­fah­rens zur solar­ener­ge­ti­schen Poten­zi­al­ana­ly­se, am Bei­spiel der Stadt Mein­erz­ha­gen, inten­siv aus­ein­an­der zu set­zen.  „Die Stadt Mein­erz­ha­gen und der Mär­ki­sche Kreis hat­ten gro­ßes Inter­es­se und sich sofort bereit erklärt, mich zu unter­stüt­zen“, so Welz. Die Zusam­men­ar­beit zwi­schen dem Kreis und der Tech­ni­schen Hoch­schu­le Georg Agri­co­la in Bochum wur­de rasch besie­gelt. „Wir haben in der Ver­gan­gen­heit bei ähn­li­chen Pro­jek­ten bereits sehr gut zusam­men­ge­ar­bei­tet, weil uns die Koope­ra­ti­on mit Prof. Dr. Ing. W. Stel­ling tech­nisch wei­ter bringt und es uns viel Freu­de berei­tet, jun­ge Men­schen bei tech­ni­schen Inno­va­tio­nen zu unter­stüt­zen“, erklärt Ste­fan Offer­mann, Fach­dienst­lei­ter Geo­gra­phi­sche Infor­ma­ti­ons­sys­te­me beim Mär­ki­schen Kreis.
 
Die Hand­ha­bung der Inter­net­sei­ten ist ein­fach. Es muss nur die Adres­se des Hau­ses in eine Mas­ke ein­ge­tra­gen wer­den. Dann wird das Gebäu­de auf der Kar­te oder im Luft­bild ange­zeigt. Im Navi­ga­ti­ons­me­nü kann der Nut­zer wäh­len zwi­schen Pho­to­vol­ta­ik-Poten­zi­al, Solar­ther­mie-Poten­zi­al und Solar­strah­lung pro Jahr. Die gut geeig­ne­ten Dächer sind far­big gekenn­zeich­net. Neben den Eig­nungs­klas­sen sind zusätz­lich Infor­ma­tio­nen zur mög­li­chen Modul­flä­che, zum mög­li­chen Strom­ertrag pro Jahr sowie zum Poten­zi­al der CO2-Ein­spa­rung abruf­bar.
 
„Poten­zia­le sind vor­han­den, auch in unse­rer regen­rei­chen Regi­on“, fasst Petra Schal­ler, Kli­ma­schutz­be­auf­trag­te beim Kreis, die Ergeb­nis­se der Diplom­ar­beit zusam­men. „Wenn im ge-sam­ten Stadt­ge­biet von Mein­erz­ha­gen nur 33 Pro­zent der geeig­ne­ten Dach­flä­chen  genutzt wür­den, könn­te Mein­erz­ha­gen als vor­bild­li­che Ener­gie­kom­mu­ne Akzen­te set­zen und eine her­aus­ra­gen­de Stel­lung ein­neh­men. 31 Mil­lio­nen Kilo­watt­stun­den Strom könn­ten erzeugt wer­den und den pri­va­ten Strom­ver­brauch abde­cken, was zu einer Ein­spa­rung von rund 17.700 Ton­nen CO2 füh­ren wür­de“, so Schal­ler.
 
Inzwi­schen lie­gen auch die Ergeb­nis­se für die Gemein­den Alte­na, Bal­ve, Hal­ver, Kier­s­pe und Nach­rodt-Wib­lingwer­de vor und sind im Inter­net ver­füg­bar. Die rest­li­chen Gemein­den wer­den in den nächs­ten Wochen fol­gen. Das Solar­dach­ka­tas­ter ist zu errei­chen unter www.maerkischer-kreis.de. Infor­ma­tio­nen unter 02351/966‑6803 oder unter E-Mail-Adres­se m.welz@maerkischer-kreis.de