Ein Pup­pen­k­auf­la­den von 1910

8. April 2013
von Redaktion

Son­der­aus­stel­lung „Gro­ße Welt in Klein – Pup­pen­stu­ben und Kaufläden”

Puppenkaufmannsladen im Deutschen Drahtmuseum

Pup­pen­kauf­manns­la­den im Deut­schen Drahtmuseum


Mär­ki­scher Kreis. (pmk). Noch bis zum 9. Juni ist auf der Burg Alte­na und im Deut­schen Draht­mu­se­um die Son­der­aus­stel­lung „Gro­ße Welt in klein – Pup­pen­stu­ben und Kauf­lä­den aus der Samm­lung Ott” zu sehen. Nach den Pup­pen­stu­ben auf der Burg, stellt Muse­ums­mit­ar­bei­te­rin Dr. Agnes Zelck dies­mal einen Pup­pen­spiel­zeug­la­den in den Focus, der mit einer wah­ren Waren­flut auf­war­tet. Neben wei­te­ren 29 Kauf­lä­den für Pup­pen wird er im Deut­schen Draht­mu­se­um in Alte­na prä­sen­tiert. Das Sor­ti­ment des klei­nen Geschäf­tes umfasst neben Schau­kel­tie­ren, Pup­pen­mö­beln, Pup­pen, Musik­in­stru­men­ten und einem Kas­per­le­thea­ter erz­ge­bir­gi­sche Minia­tu­ren ver­schie­de­ner Epo­chen. Dar­un­ter befin­det sich eine win­zi­ge, in eine Zünd­holz­schach­tel inte­grier­te Pup­pen­kü­che. Das Laden­ge­häu­se samt Laden­the­ke und Rega­len stammt aus der Zeit um 1910 und wur­de ver­mut­lich in einer Spiel­wa­ren­ma­nu­fak­tur im Erz­ge­bir­ge gefertigt.
„Spiel­wa­ren­lä­den en minia­tu­re wie die­ser dien­ten einer­seits Kin­dern als Spiel­zeug. Ande­rer­seits setz­ten Spiel­zeug­her­stel­ler sie – bestückt mit Bei­spie­len aus ihren Ange­bots­pa­let­ten im Mini­for­mat – als Schau­stü­cke zu Wer­be­zwe­cken auf Mes­sen ein”, erklärt Dr. Agnes Zelck. Auch in Schau­fens­tern rea­ler Spiel­wa­ren­hand­lun­gen führ­ten sie das Waren­an­ge­bot in Klein vor. Als Spiel­zeu­ge kamen Pup­pen­kauf­lä­den erst­mals in der zwei­ten Hälf­te des 18. Jahr­hun­derts auf. Seit dem 19. Jahr­hun­dert erfreu­ten sie sich gro­ßer Beliebt­heit. Ent­spre­chend der Ver­brei­tung in der Erwach­se­nen­welt mach­ten die Gemischt­wa­ren­hand­lun­gen den grö­ße­ren Anteil aus, die Fach­ge­schäf­te den klei­ne­ren. Zu letz­te­ren zähl­ten zum Bei­spiel Mode‑, Stoff- und Kurz­wa­ren­ge­schäf­te, Apo­the­ken, Dro­ge­rien und Kon­di­to­rei­en. Die Minia­tur­lä­den wur­den sowohl Mäd­chen als auch Jun­gen zuge­dacht. „Durch das Spiel wur­de das Kind an den All­tag der Erwach­se­nen her­an­ge­führt. Fer­ner ging es dar­um, eine posi­ti­ve Bewer­tung der Arbeit zu ver­mit­teln. Außer­dem kamen die Kin­der mit den unter­schied­lichs­ten Pro­duk­ten in Berüh­rung, lern­ten deren Bedeu­tung ken­nen, übten den Umgang mit Geld, Maßen und Gewich­ten und ver­bes­ser­ten bei­läu­fig ihre Rechen­küns­te”, erzählt die wis­sen­schaft­li­che Muse­ums­mit­ar­bei­te­rin. Heut­zu­ta­ge stel­len his­to­ri­sche Pup­pen­kauf­lä­den begehr­te Stü­cke für Samm­ler dar. Die Aus­stel­lung ist jeweils diens­tags bis frei­tags von 9.30 Uhr bis 17 Uhr sowie sams­tags und sonn­tags von 11 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.