Arbeits­kreis „Dorf­ge­schich­te Voß­win­kel“ bringt neue Aus­ga­be „Voß­wink­ler Rück­bli­cke” her­aus

3. Juli 2020
von Redaktion

 

Voß­win­kel. Wie­der mit einer Mischung unter­schied­li­cher The­men legt der „Arbeits­kreis Dorf­ge­schich­te Voß­win­kel“ nun schon die 29. Aus­ga­be der hei­mat­ge­schicht­li­chen Zeit­schrift „Voß­win­ke­ler Rück­bli­cke“ vor. Durch die erschwer­ten Bedin­gun­gen in der Coro­na-Zeit etwas spä­ter als gewohnt, aber immer noch, wie ver­spro­chen, zur Jah­res­mit­te.

Ende des 2. Welt­kriegs the­ma­ti­siert

Mit Krieg und NS-Ver­gan­gen­heit hat sich das Redak­ti­ons­team schon in frü­he­ren Aus­ga­ben der Rück­bli­cke aus­ein­an­der­ge­setzt. In der aktu­el­len Aus­ga­be geht es um die Erin­ne­rung eini­ger Zeit­zeu­gen an das Ende des 2. Welt­krie­ges vor 75 Jah­ren. Wie haben Bewoh­ner des Dor­fes, das von Kampf­hand­lun­gen und Bom­ben­an­grif­fen weit­ge­hend ver­schont geblie­ben war, die letz­ten Kriegs­ta­ge erlebt? Immer­hin hat­ten die Fami­li­en im Lau­fe des Krie­ges 75 Gefal­le­ne zu bekla­gen und 21 Män­ner wur­den ver­misst. In dem Bericht wird auch die poli­ti­sche Neu­ord­nung nach 12 Jah­ren Gewalt­herr­schaft beschrie­ben. Ein wei­te­rer Arti­kel befasst sich mit dem Woh­nungs­be­darf und dem Woh­nungs­bau nach dem Krieg.

Königs­paar sie­ben Jah­re im Amt

Beschrie­ben wird die Ent­wick­lung ab den 1930er Jah­ren. Mit einem Foto wird auch an das letz­te Schüt­zen­fest vor dem Krieg erin­nert, bei dem das Königs­paar dann 7 Jah­re im Amt blei­ben muss­te. Eine so lan­ge Zeit wird dem aktu­el­len Königs­paar Coro­na bedingt wohl hof­fent­lich erspart blei­ben! Wei­ter wird über frü­he­re Geschäf­te im Ort berich­tet. Das Fri­seur­ge­schäft Höf­fer hat mit der Grün­dung in den 1920er Jah­ren eine lan­ge Tra­di­ti­on. Fer­di Höf­fer, der mit sei­ner Ehe­frau Eri­ka spä­ter das Geschäft als Her­ren- und Damen­sa­lon führ­te, war durch sein Enga­ge­ment in ver­schie­de­nen Ver­ei­nen eine Insti­tu­ti­on im „Dorf der schlau­en Füch­se“. Inter­es­sant sind die Fotos der um 1960 „moder­nen“ Geschäfts­aus­stat­tung. Inter­es­sant auch die Geschich­te der „Alten Küs­te­rei“, die an der Stel­le des heu­ti­gen Tra­fo­häus­chens am Kirch­platz stand. Frü­her Dienst­ge­bäu­de der Küs­ter, die in Per­so­nal­uni­on immer auch Leh­rer und Orga­nis­ten waren. Als das alte Fach­werk­haus als Dienst­ge­bäu­de nicht mehr genutzt wur­de, wur­de die Woh­nung oben ver­mie­tet und in den Räu­men unten hat­te der Hüs­te­ner Metz­ger Albert Arnold über vie­le Jah­re eine Filia­le sei­ner Metz­ge­rei.

 

Kon­sum-Gebäu­de Mit­te der 1930er Jah­re. Links davon frü­he­re Kna­ben­schu­le bzw. Leh­rer­haus

 

Titel­ge­schich­te Kon­sum

Mehr Infor­ma­tio­nen als bei den bis­he­ri­gen Berich­ten über die Voß­win­ke­ler Geschäfts­welt lagen dem Arbeits­kreis für die Geschich­te des Kon­sum vor. Für die Titel­ge­schich­te des 1901 gegrün­de­ten „Con­sum-Ver­eins eGmbH“ stan­den nicht nur münd­li­che Berich­te, son­dern die Pro­to­koll­bü­cher der Gesell­schaft zur Ver­fü­gung. Die­se bie­ten einen inter­es­san­ten Ein­blick in das Geschäfts­le­ben der frü­he­ren Jah­re. Durch die „Gleich­schal­tung“ nach der Macht­über­nah­me durch die Natio­nal­so­zia­lis­ten erfolg­te die Umbe­nen­nung in „Ver­brau­cher- Genos­sen­schaft“. Mit der Ent­eig­nung der Genos­sen­schaft im Jah­re 1942 enden lei­der die Auf­zeich­nun­gen in den Pro­to­koll­bü­chern. Die Geschich­te über die Neu­grün­dung des Kon­sum-Ver­eins nach dem Krieg wird im nächs­ten Heft fort­ge­setzt.

Zu erwer­ben sind die „Voß­win­ke­ler Rück­bli­cke” mit 24 Sei­ten und vie­len Bil­dern bei den Mit­glie­dern des Arbeits­krei­ses, in Voß­win­ke­ler Bäcke­rei­en, im Inge­nieur-Büro Rade­ma­cher und im Nehei­mer Buch­han­del zum Preis von nur drei Euro.​