SPD will sich für Organ­spen­den stark machen

26. Mai 2020
von Redaktion

 

Sun­dern. Den bald statt­fin­den­den Tag der Organ­spen­de, die­ser deut­sche Akti­ons­tag fin­det in die­sem Jahr am 6. Juni statt, nah­men jetzt Lars Dün­ne­ba­cke (Vors. SPD Sun­dern) und Klaus Plüm­per (Vor­stands­mit­glied AG 60plus) zum Anlass, um mit ihrem Par­tei­freund Micha­el Kuse über sei­ne im Juni 2018 statt­ge­fun­de­ne Herz­trans­plan­ta­ti­on zu spre­chen.

Micha­el Kuse, (Mit­te) 56 Jah­re alt, Geburts­ort Dort­mund, lebt seit über 40 Jah­ren in Sun­dern.

 

Micha­el Kuse, einer der weni­gen Herz­trans­plan­tier­ten in Sun­dern

Im Gespräch bezeich­ne­te er sei­nen aktu­el­len gesund­heit­li­chen Zustand als her­vor­ra­gend. Neben den regel­mä­ßi­gen ärzt­li­chen Kon­trol­len, so Micha­el Kuse, gab es zum Glück nach der Trans­plan­ta­ti­on kei­ne beson­de­ren Auf­fäl­lig­kei­ten. Die Medi­ka­men­ten­do­sis, die auch erfor­der­lich ist, um Absto­ßungs­re­ak­tio­nen zu ver­hin­dern, konn­te teil­wei­se schon redu­ziert wer­den. Was nicht immer so ist.

Beruf­li­che Wie­der­ein­glie­de­rung pro­blem­los abge­lau­fen

Bereits im Novem­ber 2018, weni­ge Mona­te nach der Trans­plan­ta­ti­on, erläu­ter­te er sei­nen Gesprächs­teil­neh­mern, konn­te ich, auch dank der Unter­stüt­zung mei­nes Chefs, eine beruf­li­che Wie­der­ein­glie­de­rung begin­nen. Seit Janu­ar 2019 bin ich wie­der in Voll­zeit in der Ein­kaufs­ab­tei­lung beschäf­tigt.

Ver­ein „Organ­spen­de Sun­dern e.V.“ gegrün­det

In Deutsch­land wur­den laut Sta­tis­tik im ver­gan­ge­nen Jahr 344 Her­zen trans­plan­tiert. Davon etwa 130 im Herz­zen­trum Bad Oeyn­hau­sen, in dem auch Micha­el Kuse ope­riert wur­de. Bedingt durch die Tat­sa­che, dass in Deutsch­land grund­sätz­lich zu wenig Spen­der­or­ga­ne zur Ver­fü­gung ste­hen, wur­de durch Micha­el Kuse und sei­ner Fami­lie bereits 2018 der Ver­ein „Organ­spen­de Sun­dern e.V.“ gegrün­det.

Der Auf­ent­halt im Kran­ken­haus bedeu­tet für vie­le Pati­en­ten, dass die Unge­wiss­heit und die Unsi­cher­heit, ob ein Spen­der­or­gan recht­zei­tig zur Ver­fü­gung steht, sehr belas­tend ist. Der Ver­ein möch­te mit­hel­fen, die Not der Men­schen zu lin­dern, die ver­zwei­felt auf ein Herz oder ein ande­res Organ war­ten. Ziel ist es, in Sun­dern und Umge­bung dabei mit­zu­hel­fen, auf das The­ma Organ­spen­de auf­merk­sam zu machen und über die Abläu­fe einer Trans­plan­ta­ti­on auf­zu­klä­ren.
Durch Spen­den und diver­se Aktio­nen des Ver­eins konn­te bereits die Kin­der­herz­kli­nik in Bad Oeyn­hau­sen und das Kin­der­hos­piz Bal­tha­sar in Olpe mit je 500 € unter­stützt wer­den.

Damit die Zahl der Organ­spen­der erhöht wer­den kann, wäre es nach Mei­nung von Micha­el Kuse, Lars Dün­ne­ba­cke und Klaus Plüm­per die bes­se­re Lösung gewe­sen, ein Gesetz zu ver­ab­schie­den, dass auf einer Wider­spruchs­re­ge­lung basiert. Der ent­spre­chen­de Geset­zes­ent­wurf sah vor, dass jeder Bür­ger Organ­spen­der gewor­den wäre, wenn er dem nicht zuvor wider­spro­chen hät­te. Lei­der fand die­ser Vor­schlag im Janu­ar 2020 kei­ne Mehr­heit im Bun­des­tag.

Auf jedem Fall, so Lars Dün­ne­ba­cke und Klaus Plüm­per, wer­den wir das The­ma Organ­spen­de und Organ­spen­de­aus­weis nicht nur mit in unse­re Fami­li­en und in unse­re Freun­des­krei­se, son­dern auch mit in unse­re Par­tei­gre­mi­en neh­men und inten­siv für das The­ma wer­ben.