Motor­rad­lärm – AG 60plus und SPD Stadt­ver­band for­den stren­ge gesetz­li­che Vorgaben

15. Juni 2021
von Redaktion

 

 

Motor­rad­lärm ist nicht mehr hin­nehm­bar – nur Appel­le nut­zen nichts, meint die AG 60plus und der SPD-Stadt­ver­band von Sundern

Sun­dern. Die AG 60plus und der SPD-Stadt­ver­band Sun­dern sor­gen sich seit lan­gem, wie zahl­rei­che ande­re Initia­ti­ven auch, um die Lärm­be­läs­ti­gung durch all­zu lau­te Motor­rä­der. In einem um Unter­stüt­zung für ihre Anlie­gen erbit­ten­den Schrei­ben an die hei­mi­schen Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Patrick Sen­s­burg (CDU) und Dirk Wie­se (SPD) sowie an Bür­ger­meis­ter Klaus-Rai­ner Wil­le­ke wies der Vor­stand der AG 60plus Mit­te Mai erneut auf die Pro­ble­me hin.

Bür­ger­meis­ter Wil­le­ke ver­deut­lich­te, dass auf loka­ler Ebe­ne nur wenig gegen die aus­ufern­de Lärm­be­läs­ti­gung getan wer­den kann. Für ver­schärf­te Kon­trol­len feh­le es der Stadt zudem auch an dem erfor­der­li­chen Personal.

EU-Beschluss für Dezi­bel Absenkung

Auch die bei­den Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten zeig­ten Ver­ständ­nis für die lärm­ge­plag­ten Anwoh­ner. Wäh­rend Dirk Wie­se die bis­her (lei­der) immer durch die CDU abge­block­ten erfolg­lo­sen Ver­su­che der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on dar­stell­te, in Bun­des­tag und Bun­des­rat Ände­run­gen zu initi­ie­ren, wies Patrick Sen­s­burg bei allem Ver­ständ­nis für die Anlie­ger aber auch auf die Vor­tei­le der an sich ja gewünsch­ten Mobi­li­tät oder auch auf den posi­ti­ven wirt­schaft­li­chen Fak­tor für die hei­mi­sche Gas­tro­no­mie hin. Dar­über hin­aus weist Dirk Wie­se dar­auf hin, dass gemäß einem EU-Beschluss der Grenz­wert für neu zuge­las­se­ne Motor­rä­der bis 2024 auf 68 dB(A) abge­senkt wer­den müssen.

Kapi­tu­la­ti­on der Politik

Die Ant­wor­ten der ange­schrie­be­nen Poli­ti­ker zei­gen nach Auf­fas­sung der Arbeits­ge­mein­schaft eine gewis­se Kapi­tu­la­ti­ons­er­klä­rung der Poli­tik gegen­über den berech­tig­ten Inter­es­sen unzäh­li­ger vom Motor­rad­lärm betrof­fe­ner Menschen.

In vie­len öffent­li­chen Stel­lung­nah­men von Behör­den und Poli­tik wird immer wie­der sehr gern und sehr ver­ständ­nis­voll ‑ent­ge­gen den oft gegen­tei­li­gen per­sön­li­chen Wahr­neh­mun­gen der Anwoh­ner- auf die doch über­gro­ße Mehr­heit der Motor­rad­fah­rer hin­ge­wie­sen, die sich einer ver­nünf­ti­gen und rück­sichts­vol­len Fahr­wei­se ver­pflich­tet fühl­ten und es ledig­lich „nur” dar­um gin­ge, auf die weni­gen „schwar­zen Scha­fe” ein­zu­wir­ken und es des­halb unver­hält­nis­mä­ßig sei, mit der Keu­le der schär­fe­ren Maß­nah­men eben alle zu treffen.

 

Fazit aus Sicht der AG 60plus: Das Pro­blem Motor­rad­lärm wird ins­be­son­de­re von den Lob­by­ver­bän­den immer wie­der ver­harm­lost und klein­ge­re­det – und man­che in der Poli­tik fol­gen offen­bar nahe­zu will­fäh­rig die­sem Argumentationsmuster.

Druck auf Bun­des­tag verschärfen

Die Kom­pe­tenz, etwas zu ändern, liegt ein­deu­tig beim Bund. Die AG 60plus und der SPD-Stadt­ver­band Sun­dern for­dern des­halb alle auf, den Druck auf alle im Bun­des­tag ver­tre­te­nen Par­tei­en deut­lich zu erhö­hen, um end­lich wirk­sa­me Ver­bes­se­run­gen zu errei­chen! Nur durch stren­ge gesetz­li­che Vor­ga­ben an die Her­stel­ler und eine eben­so rigo­ro­se Straf­be­weh­rung gegen­über Ver­kehrs­ver­ge­hen und ins­be­son­de­re gegen­über Krad­ma­ni­pu­la­tio­nen lässt sich das Pro­blem ver­rin­gern. Ganz besei­ti­gen wird man es wohl nie kön­nen, aber nur appel­lie­ren hilft nicht wirk­lich weiter