Bor­ken­kä­fer hin­ter­lässt deut­lich erkenn­ba­re Schä­den auch in Sun­derns Stadt­wald

16. August 2019
von Redaktion

Über die Aus­wir­kun­gen des Bor­ken­kä­fer-Befalls im Stadt­wald infor­mier­ten sich jetzt die Mit­glie­der der AG 60plus der Sun­derner Sozi­al­de­mo­kra­ten (Foto: AG 60plus)

Sun­dern. Gemein­sam mit Hol­ger Drees­korn­feld von Öko­no­forst, der auch für die Beförs­te­rung des Stadt­wal­des Sun­dern ver­ant­wort­lich ist, bega­ben sich jetzt Mit­glie­der und Freun­de der AG 60plus der Sun­derner Sozi­al­de­mo­kra­ten auf eine Exkur­si­on in den Stadt­wald. Im Revier Wil­de­wie­se gab es von Hol­ger Drees­korn­feld eine umfas­sen­de Beschrei­bung über den Zustand des Stadt­wal­des.

Dort sind die Schä­den beson­ders in den Fich­ten­be­stän­den deut­lich erkenn­bar. Schüt­te­re Wip­fel, star­ke Nadel­ver­lus­te, ein dich­ter Boden­tep­pich aus grü­nen Nadeln und Bohr­mehl auf den Wur­zel­aus­läu­fern deu­ten in die­sen Fäl­len auf einen enor­men Bor­ken­kä­fer­be­fall hin. Die gro­ße Zunah­me der Schad­in­sek­ten wie dem Bor­ken­kä­fer, der aktu­ell zu den mas­si­ven Wald­schä­den bei den Nadel­höl­zern führt, sind nach Aus­sa­ge der Fach­leu­te, dem Kli­ma­wan­del und sei­nen Begleit­erschei­nun­gen wie den extrem tro­cke­nen Jah­ren und der Hit­ze geschul­det.

Schnel­le Fäl­lung, Schä­lung, Auf­ar­bei­tung

Stadt­förs­ter Hol­ger Drees­korn­feld erläu­ter­te die Situa­ti­on vor Ort (Foto: AG 60plus)

Daher wer­den, so Hol­ger Drees­korn­feld, die städ­ti­schen Fich­ten­be­stän­de in kur­zen Abstän­den kon­trol­liert um wei­te­re Flä­chen mit Bor­ken­kä­fer­be­fall früh­zei­tig zu erken­nen. Ziel ist es dann, durch eine schnel­le Abfol­ge von Fäl­lung, Schä­lung, Auf­ar­bei­tung und Abtrans­port, eine Aus­brei­tung des Bor­ken­kä­fers auf wei­te­re Flä­chen zu ver­hin­dern. Damit ein schnel­ler und rei­bungs­lo­ser Ablauf ermög­licht wer­den kann, sei­en daher auch im Stadt­wald die Fäll­kol­lon­nen deut­lich erhöht wor­den. Die Kul­tur­pfle­ge und der Wege­bau wür­den in die­sem Jahr auf ein Mini­mum redu­ziert.

Obwohl die städ­ti­schen Fich­ten­be­stän­de bis­lang nur in etwa zu 10 bis 15 Pro­zent der Flä­chen betrof­fen sind, füh­ren die­se zusätz­lich gefäll­ten Men­gen zu einer wei­te­ren Ver­schär­fung auf dem Holz­markt.

Das füh­re dazu, dass die Säge­wer­ke in der Regi­on nicht mehr in der Lage sind, die anfal­len­den Men­gen zu ver­ar­bei­ten. Die über­schüs­si­ge Men­ge wird daher per Con­tai­ner dem chi­ne­si­schen Markt zur Ver­fü­gung gestellt. Die Ver­kaufs­prei­se sei­en um mehr als 50 Pro­zent zurück­ge­gan­gen. Trotz der erhöh­ten Abga­be­men­gen sei daher unter Umstän­den mit einer Min­der­ein­nah­me im städ­ti­schen Haus­halt zu rech­nen, so Hol­ger Drees­korn­feld.

Bedingt durch die gro­ßen Holz­men­gen kam wäh­rend der Exkur­si­on die Fra­ge auf, inwie­weit die­se Men­gen zur Hei­zung von städ­ti­schen Gebäu­den, bei­spiels­wei­se in Hack­schnit­zel­heiz­wer­ken, genutzt wer­den kön­nen. Rat­haus, Bau­hof, Feu­er­wehr­ge­bäu­de und Schu­len wären nach Ansicht der Teil­neh­mer hier­für beson­ders geeig­net. Da die­se Fra­ge jetzt abschlie­ßend nicht beant­wor­tet wer­den konn­te, wird sich der Vor­stand der AG 60plus hier­zu in der nächs­ten Zeit wei­te­re Infor­ma­tio­nen ein­ho­len.