Schwarz­licht-Thea­ter Swim­my ver­zau­bert das Publi­kum im Kul­tur­zen­trum Ber­li­ner Platz

2. Juli 2013
von Redaktion

Schwarz­licht-Thea­ter Swim­my ver­zau­bert das Publi­kum im Kul­tur­zen­trum Ber­li­ner Platz Sze­nen, die unter die Haut gehen

Arns­berg. (Hoch­sauer­land) Das Publi­kum taucht ein in eine fas­zi­nie­ren­de Unter­was­ser­welt. 480 Gäs­te beglei­ten den klei­nen Fisch Swim­my, der sich nicht unter­krie­gen lässt, der frech, wild, aben­teu­er­lus­tig, mutig und klug genug ist, um die gefähr­li­chen Klip­pen des wei­ten Oze­ans zu umschwim­men. Dort begeg­nen ihm die unter­schied­lichs­ten Mee­res­be­woh­ner. Ob Hum­mer, Kugel­fisch, See­pferd­chen oder der ge-fähr­li­che Thun­fisch – sie alle ver­zau­bern mit ihren Regen­bo­gen­far­ben die Zuschaue­rin­nen und Zuschauer.

Im Saal ist es stock­fins­ter, man sieht die Hand vor Augen nicht. Die Büh­ne wird mit Schwarz­licht beleuch­tet, das die Far­ben der Fische und Pflan­zen der Unter­was­ser­welt zum Strah­len bringt. Ein Schwarm leuch­tend roter Fische, vio­let­te Qual­len oder grün­li­che Algen zie­hen über die Büh­ne, die gan­ze Farb­pa­let­te inmit­ten abso­lu­ter Dun­kel­heit. Nicht zu sehen sind dabei die ins­ge­samt 62 ei-gent­li­chen Dar­stel­ler. Sie sind kom­plett in Schwarz geklei­det und blei­ben dadurch unsicht­bar. Sie huschen über die Büh­ne und bewe­gen die selbst gebas­tel­ten Fische an Stan­gen, Fäden oder Drähten.

Swimmy 1 klein Swimmy 2 klein Swimmy 3 klein Swimmy 4 klein

Ein Genuss, die­ses fan­ta­sie­vol­le Büh­nen­bild. Und der Fun­ke springt von der Büh­ne ins Publi­kum über. Applaus, Zwi­schen­ru­fe auf den Rän­gen, alle fie­bern mit Swim­my mit. Bei dem fet­zi­gen Tanz der „Flin­ken Flos­sen“ hält die Gäs­te nichts mehr auf den Plät­zen. „Lasst die Flos­sen glü­hen –  Auf­stel­len, aber zacki, zacki!“ heizt der Coach den wit­zi­gen Sport­ler-Fischen auf der Büh­ne ein, und das Publi­kum geht begeis­tert mit. Ein tol­les Erleb­nis für die Schwarzlicht-Theatergruppe.

„Die Auf­füh­rung ist der Höhe­punkt einer lang­fris­ti­gen Zusam­men­ar­beit über alle Genera­tio­nen-gren­zen hin­weg. Denn das Alter der Dar­stel­ler reicht von 2  bis zu 76 Jah­ren. Ein exzel­len­ter Dia­log der Genera­tio­nen, der über die­ses Kunst­pro­jekt Jung und Alt zusam­men­ge­führt hat. Das Schwarz­licht-Thea­ter „Swim­my“ zeigt, wie es geht und – dass es geht“, erklä­ren Mar­tin Polenz und Mari­ta Ger­win von der Fach­stel­le Zukunft Alter der Stadt Arnsberg.

Betei­ligt sind die Kin­der der Kin­der­ta­ges­stät­te „Enten­hau­sen“ in Bruch­hau­sen, Schü­ler des Franz-Stock-Gym­na­si­ums und Senio­ren der Initia­ti­ve „Paten­schaf­ten von Mensch zu Mensch“.  Was auf-fällt: Hier fragt nie­mand nach dem Alter. Das Ein­zi­ge, was zählt, ist der Spaß am gemein­sa­men Spiel. 62 klei­ne und gro­ße Leu­te, von Kopf bis Fuß in Schwarz geklei­det. Mit Lam­pen­fie­ber und Schmet­ter­lin­gen im Bauch erobern sie die Bühne.

Unbän­di­ge Begeis­te­rung der jün­ge­ren und älte­ren Dar­stel­ler Syr­tha Neu­mann (73) spielt  sechs ver­schie­den Rol­len, dar­un­ter den Kugel­fisch, die Algen, eine „flin­ke Flos­se“. Ihr Fazit: „ Es war über­wäl­ti­gend. Ich füh­le mich wie­der jung! Es ist so eine Freu­de, zu sehen, mit wel­cher Hin­ga­be die Knirp­se in die Geschich­te ein­tau­chen, in ihr gefan­gen sind, mit-füh­len.“ So wie Sytha Neu­mann füh­len vie­le der mit­spie­len­den Senioren.

Die Lei­te­rin der Kita „Enten­hau­sen“, Ulla Hüser, sagt: „Es ist sehr span­nend mit einer kun­ter­bun­ten Trup­pe zwi­schen 2 und 76 Jah­ren solch ein sinn­li­ches Erleb­nis auf die Büh­ne zu brin­gen! Da sind so man­che Kom­pro­mis­se für alle Genera­tio­nen nötig. Krea­ti­ve Pro­zes­se, die uns zusam­men­ge­schweißt haben. Und man sieht: Es funktioniert!“

Anni Kün­ken­ren­ken (70)  „Mich haben die fas­zi­nie­ren­den Far­ben und Sze­nen ver­zau­bert. Ich fühl­te mich wie im Meer, habe mich so sehr mit den Rol­len iden­ti­fi­ziert, dass ich mich im Rhyth­mus der Fische und Koral­len beweg­te. Es ist wun­der­bar zu erfah­ren, wie ein­fach es ist, Freu­de zu geben und Freu­de zu bekommen!“

Besu­cher aus allen Ecken der Regi­on „Heu­te Abend schlaf ich mit Swim­my ein!“ strahlt der 4‑jährige Jonas, „Und ich mit der Medu­se, die war sooo schön!“ ant­wor­tet die drei­jäh­ri­ge Gre­ta. „Puh, waren vie­le Leu­te da, habt ihr die auch gese­hen?“ stau­nen Rieke(2) , Ali­na ( 3)  und Sal­va­tor (4). Vol­ler Stolz genie­ßen sie den Applaus ihres Publi­kums. Die 34 Kita-Kin­der kön­nen sich nicht satt sehen und ver­ges­sen in ihrer Fas­zi­na­ti­on, dass längst das Büh­nen­licht erlo­schen ist.

Beim Ver­las­sen des Kul­tur­zen­trums tref­fen sich Fami­li­en aus Arns­berg, Rhei­ne, Soest, Mesche­de, Win­ter­berg, Ems­det­ten und Leer in Ost­fries­land. Noch ganz über­wäl­tigt von den viel­fäl­ti­gen Ein-drü­cken ist ihre ein­hel­li­ge Mei­nung „ Das war Gän­se­haut pur! Ein Fest für die Sin­ne. Etwas ganz Außer­ge­wöhn­li­ches. Viel zu scha­de, um es nur ein­mal zu prä­sen­tie­ren.“ Recht haben sie!

Info-Kas­ten: „Swim­my“ ist ein Kunst­pro­jekt der Städt. Kita „Enten­hau­sen“ in Bruch­hau­sen, in Koope­ra­ti­on mit den Senio­ren aus der Initia­ti­ve „Paten­schaf­ten von Mensch zu Mensch“ und den FSG-Schü­lern der Klas­se von Jens Schel­te. Die künst­le­ri­sche Lei­tung liegt in den Hän­den von Ulla Hüser und ihrer As-sis­ten­tin Nora Herbst.