Schnel­le Hil­fe bei sexu­el­ler Gewalt

24. Januar 2013
von Redaktion

Opfer erhal­ten rund um die Uhr kom­pe­ten­te Hil­fe

Arns­berg. Dass bei einer Ver­ge­wal­ti­gung oder bei einer ande­ren Gewalt­aus­übung kei­ne Spu­ren­si­che­rung durch Kran­ken­haus­ärz­te erfolgt wie in Köln, ist in der Stadt Arns­berg unmög­lich. Auf Initia­ti­ve des Arbeits­krei­ses „Häus­li­che Gewalt“ arbei­tet im Mari­en­hos­pi­tal und im Karo­li­nen-Hos­pi­tal eine Gewal­t­am­bu­lanz, die, wenn gewünscht, auch Anony­mi­tät garan­tiert. Dies teil­te jetzt Bür­ger­meis­ter Hans-Josef Vogel mit.

Dem Arbeits­kreis „Häus­li­che Gewalt” gehö­ren an: „Frau­en hel­fen Frau­en”, Staats­an­walt­schaft und Fami­li­en­ge­richt, Poli­zei und Opfer­or­ga­ni­sa­ti­on „Wei­ßer Ring”, Kli­ni­kum Arns­berg, Jugend­amt und Inte­gra­ti­ons­bü­ro der Stadt Arns­berg und ande­re. Dr. Nor­bert Peters, Chef­arzt der Frau­en­kli­nik im Kli­ni­kum Arns­berg, Stand­ort Karo­li­nen-Hos­pi­tal, erläu­ter­te das kon­kre­te Ver­fah­ren: „Opfer mut­maß­li­cher sexu­el­ler Gewalt kön­nen in der Frau­en­kli­nik des Karo­li­nen-Hos­pi­tals rund um die Uhr kom­pe­ten­te Hil­fe erhal­ten. Wen­det sich eine Pati­en­tin ohne vor­he­ri­gen Poli­zei­kon­takt an uns, machen wir das Ange­bot, die Poli­zei ein­zu­schal­ten. Alter­na­tiv wird aber auch eine anony­me Spu­ren­si­che­rung ange­bo­ten, die es ermög­licht, zu einem spä­te­ren Zeit­punkt Anzei­ge zu erstat­ten. In die­sem Fall sind die Ärz­tin­nen und Ärz­te an die Schwei­ge­pflicht gebun­den, es besteht kei­ne Anzei­ge­pflicht.”

Neben der Dia­gnos­tik, Doku­men­ta­ti­on und The­ra­pie even­tu­el­ler Ver­let­zun­gen gehört auch die Spu­ren­si­che­rung zur frau­en­ärzt­li­chen Unter­su­chung. Zu die­sem Zweck ist es güns­tig, wenn das Opfer mög­lichst in Ori­gi­nal­klei­dung erscheint, auch wenn vie­le Pati­en­tin­nen nach der Tat ein drin­gen­des Bedürf­nis ver­spü­ren, zu duschen und die Klei­dung zu wech­seln.

Eine zeit­na­he Unter­su­chung ist beson­ders dann gebo­ten, wenn der Ver­dacht auf die Ver­wen­dung von so genann­ter „K.O.-Tropfen” besteht. Der Nach­weis des Wirk­stof­fes (GHB, Gam­ma-Hydro­xy-But­ter­säu­re) ist im Blut nur für 6 bis 8 und im Urin nur für ca. 12 Stun­den mög­lich.