Schei­den tut weh: Enkel­kin­der ade?

16. März 2013
von Redaktion

ff ggCir­ca 150.000 Kin­der in Deutsch­land sind jähr­lich von der Tren­nung ihrer Eltern betrof­fen. Sie sind auch die­je­ni­gen, die am meis­ten unter die­ser Situa­ti­on lei­den. Umso mehr benö­ti­gen sie Unter­stüt­zung, auch und gera­de von ihren Groß­el­tern, die neben den Eltern häu­fig die wich­tigs­ten erwach­se­nen Bezugs­per­so­nen im Fami­li­en­sys­tem sind. Doch die Pra­xis zeigt, dass nicht sel­ten auch der Kon­takt zu Oma und Opa vom Tren­nungs­ge­sche­hen nega­tiv beein­flusst wird. Das beklagt u.a. die Bun­des­in­itia­ti­ve Groß­el­tern (BIGE), in der sich Groß­el­tern zusam­men­ge­tan haben, die sich für das Recht von Enkel­kin­dern auf den Kon­takt mit ihren Groß­el­tern ein­set­zen. Eine von ihnen ist Rita Boe­gers­hau­sen aus Essen. „Noch sind wir Groß­el­tern und unse­re Enkel auf das Wohl­wol­len des Sor­ge­be­rech­tig­ten ange­wie­sen“, beklagt sie. „Das möch­ten wir ändern und so dafür sor­gen, dass auch in strit­ti­gen Tren­nungs­fäl­len bei­de Groß­el­tern wei­ter­hin und regel­mä­ßig Kon­takt zu ihren Enkeln hal­ten und dabei die Bezie­hung zu ihnen auf­bau­en und ver­tie­fen kön­nen. Wir wol­len mög­lichst ohne Streit ein unbe­schwer­tes Leben für unse­re Enkel­kin­der errei­chen. Ein Weg dahin ist sicher die soge­nann­te „Coche­mer Pra­xis“. Mit­be­grün­det hat sie Jür­gen Rudolph, der von 1979 bis 2008 als Fami­li­en­rich­ter am Amts­ge­richt in Cochem in Rhein­land-Pfalz tätig war. Er hat sich dafür ein­ge­setzt, dass alle am fami­li­en­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren betei­lig­ten Berufs­grup­pen, wie Rich­ter, Anwäl­te und Jugend­amts­mit­ar­bei­ten­de, inter­dis­zi­pli­när zusam­men­ar­bei­ten und sich auch gemein­sam fort­bil­den –  zum Wohl des Kin­des, des­sen Sicht­wei­se im Mit­tel­punkt des Gesche­hens ste­hen soll­te. „Wür­de die ‚Coche­mer Pra­xis’ bun­des­weit Schu­le machen, blie­be Tau­sen­den von Kin­dern viel Leid erspart. Momen­tan gleicht das hier­zu­lan­de aber eher noch einem Lot­te­rie­spiel“, erklärt Rita Boe­gers­hau­sen. „Man weiß nicht, wie es aus­geht. Da wird vom sor­ge­be­rech­tig­ten Eltern­teil dann auch schon mal Macht­miss­brauch betrie­ben und der Kon­takt zu den Groß­el­tern der ‚Gegen­sei­te‘ ein­fach unter­bun­den, was nicht nur für die Enkel schlimm ist, son­dern auch für die älte­ren Men­schen.“ Ziel ihrer Initia­ti­ve sei es, Groß­el­tern das ent­spre­chen­de Wis­sen zu ver­mit­teln, damit sie in Streit­fäl­len rich­tig han­deln. Wie wich­tig für Kin­der gera­de in Fami­li­en­kri­sen die Bezie­hung zu ihren Omas und Opas ist, betont auch der Ver­band allein­er­zie­hen­der Müt­ter und Väter (VAMV). „Lie­be­vol­le Kon­tak­te zu den Groß­el­tern geben Kin­dern dann Halt, Sicher­heit und auch ein Stück Zuver­sicht, wenn in ihren Augen ihre ver­trau­te Welt zusam­men­bricht“, erklärt Edith Wei­ser, VAMV-Geschäfts­füh­re­rin des Lan­des­ver­ban­des NRW e.V. Sie hat schon oft erlebt, wie bei einer Tren­nung der Part­ner auch die Groß­el­tern, die sich plötz­lich wie zwi­schen allen Stüh­len sit­zend füh­len, in den Kon­flikt ein­be­zo­gen wer­den. „Man­che drängt es, Par­tei zu ergrei­fen, ande­re ver­su­chen, sich aus allem her­aus­zu­hal­ten. Häu­fig aber haben die Groß­müt­ter und ‑väter den Ein­druck: Wie ich mich auch ver­hal­te, es ist falsch.“ Um hier etwas Unter­stüt­zung zu leis­ten, hat der nord­rhein-west­fä­li­sche Ver­band allein­er­zie­hen­der Müt­ter und Väter die Bro­schü­re „Groß­el­tern – Ruhen­der Pol in stür­mi­schen Zei­ten“ ent­wi­ckelt, die unter ande­rem auch Tipps für Groß­el­tern ent­hält, deren Enkel von Tren­nung und Schei­dung betrof­fen sind. Man erhält die Publi­ka­ti­on beim Ver­band allein­er­zie­hen­der Müt­ter und Väter Lan­des­ver­band NRW e.V. Rel­ling­hau­ser Str. 18. 45128 Essen. Tel.: 02 01 / 82 774–70 E‑Mail: info@​vamv-​nrw.​de. Man kann die Bro­schü­re auch her­un­ter laden auf der Sei­te des Minis­te­ri­ums für Gesund­heit, Eman­zi­pa­ti­on, Pfle­ge und Alter des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len unter: www​.mge​pa​.nrw​.de/​f​a​m​i​l​i​e​/​i​n​d​e​x​.​php

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen und Kon­takt: www​.gross​el​tern​-initia​ti​ve​.de www​.vamv​-nrw​.de www​.ak​-cochem​.de Quel­le: BAG­SO Nach­rich­ten 01/2011- Wer in der Regi­on Arns­berg Inter­es­se an einem Gesprächs­kreis hat und sich ger­ne mit Gleich­be­trof­fe­nen aus­tau­schen möch­te wen­det sich bit­te an die Arns­ber­ger Kon­takt- und Infor­ma­ti­ons­stel­le für Selbst­hil­fe­grup­pen im Hoch­sauer­land­kreis – unter der Tel. Nr.: 02931 9638–105 oder per E‑Mail an: selbsthilfe@​arnsberg.​de Mehr Infor­ma­tio­nen zu die­sem Gesprächs­kreis fin­den Sie unter fol­gen­dem Link: http://​www​.lokal​kom​pass​.de/​a​r​n​s​b​e​r​g​/​l​e​u​t​e​/​v​e​r​w​a​i​s​t​e​-​e​l​t​e​r​n​-​u​n​d​-​g​r​o​s​s​e​l​t​e​r​n​-​d​2​6​6​9​1​1​.​h​tml