Sauer­land­mu­se­um – Gründ­li­che Neu­be­wer­tung ist notwendig

14. März 2014
von Redaktion

Hoch­sauer­land­kreis. Arns­berg. Leser­brief von SBL-Kreis­tags­mit­glied Rein­hard Loos zu “Sauer­land-Muse­um – Böse Über­ra­schung aus der Tie­fe” (WP Arns­berg vom 13.03.2014 [http://​www​.der​wes​ten​.de/​s​t​a​e​d​t​e​/​a​r​n​s​b​e​r​g​/​b​o​e​s​e​-​u​e​b​e​r​r​a​s​c​h​u​n​g​-​a​u​s​-​d​e​r​-​t​i​e​f​e​-​i​d​9​1​1​0​1​0​6​.​h​tml]

Die Pro­ble­me mit dem Bau­grund im Steil­hang am Sauer­land­mu­se­um waren abseh­bar. Die SBL hat im Kul­tur­aus­schuss am 16.05.2013 und im Kreis­tag am 21.06.2013 deut­lich auf die geo­lo­gi­schen Risi­ken hin­ge­wie­sen und dar­an erin­nert, dass drei Hän­ge in der Nach­bar­schaft zum Sauer­land­mu­se­um (Mil­lio­nen­kur­ve an der B7 bei Uen­trop, Sel­ters­berg, Scher­se an der A46) nach dem “Anbag­gern” abge­rutscht sind. Land­rat und Ver­wal­tung haben das damals ignoriert.

Erst nach dem umstrit­te­nen Beschluss des Kreis­tags über die Erwei­te­rung des Sauer­land­mu­se­ums wur­de dann doch noch ein gründ­li­ches Boden­gut­ach­ten in Auf­trag gege­ben. Das Ergeb­nis: Für sehr auf­wen­di­ge Maß­nah­men zur Siche­rung der Bau­gru­be, den geteil­ten Auf­zug­schacht, ein Jahr län­ge­re Bau­zeit und erhöh­te Pla­nungs­kos­ten ent­ste­hen Mehr­kos­ten von ca. 900.000 Euro, nicht nur von 500.000 Euro. War­um der Land­rat dann 4 Mona­te war­te­te, bis er end­lich sei­nen Infor­ma­ti­ons­pflich­ten nach­kam und den Kreis­tag über das desas­trö­se Ergeb­nis des neu­en Boden­gut­ach­tens infor­mier­te, ist uns bis­her nicht bekannt.

Die gleich­zei­tig von der Kreis­ver­wal­tung ver­kün­de­ten Ein­spa­rungs­mög­lich­kei­ten in ande­ren Posi­tio­nen sind sehr unsi­cher und haben inhalt­lich mit dem Mehr­auf­wand für die Siche­rung des zer­klüf­te­ten Steil­hangs nichts zu tun.

Zwar hat das Land tat­säch­lich sei­ne För­der­sum­me um 389.000 Euro ange­ho­ben, aber nur, weil das Sauer­land­mu­se­um als ein­heit­li­che För­der­maß­nah­me zusam­men mit dem Blau­en Haus betrach­tet wird. Zum Blau­en Haus hat die Kreis­ver­wal­tung gera­de am 10. März in einer neu­en Sit­zungs­vor­la­ge mit­ge­teilt, dass sich der Eigen­an­teil des HSK gegen­über der ursprüng­li­chen Pla­nung um etwa eine hal­be Mio Euro erhöht hat. Man kann die Erhö­hung des Lan­des­zu­schus­ses also nicht los­ge­löst vom erheb­li­chen Mehr­auf­wand des Krei­ses für das Blaue Haus betrachten.

Es ist auch nicht rich­tig, dass beim Sauer­land­mu­se­um die “ver­blei­ben­de Lücke” “durch die bereits vor­han­de­ne ‚Reser­ve für Unvor­her­ge­se­he­nes’, die für sol­che Zwe­cke extra in die Finanz­pla­nung ein­ge­stellt wur­de” geschlos­sen wer­den kann. Denn die Reser­ve von 300.000 Euro ist aus­drück­lich nur für Unvor­her­ge­se­he­nes bei den Umbau­maß­nah­men im denk­mal­ge­schütz­ten Alt­bau bestimmt. Die­se Risi­ken bestehen wei­ter und haben nichts mit den Bau­grund­pro­ble­men für den Erwei­te­rungs­bau zu tun. Die Reser­ve darf daher nicht zweck­ent­frem­det werden.

Die WP schreibt, die Bau­kom­mis­si­on habe sich “ein­mü­tig” für Vari­an­te A ent­schie­den. Auch dies ist nicht rich­tig. In der Abstim­mung gab es 4 Stim­men für Vari­an­te A und 1 Stim­me für Vari­an­te B. A hat unstrit­tig deut­li­che opti­sche und archi­tek­to­ni­sche Vor­tei­le, aber wesent­lich höhe­re tech­ni­sche Risi­ken. Dies sieht auch das Archi­tek­tur­bü­ro in sei­ner Bewer­tungs­ma­trix so, die als Nach­tei­le für Vari­an­te A bestä­tigt: “Last­ab­neh­men­de Wän­de sind hoch bean­sprucht” und “Risi­ko durch Lastum­la­ge­run­gen höher”. Ist das, nach den aktu­el­len Erfah­run­gen, zu verantworten?

Immer noch unge­klärt sind die all­ge­mei­nen Bau­kos­ten für den Neu­bau. Laut Aus­kunft der Kreis­ver­wal­tung im Pro­to­koll des Kul­tur­aus­schus­ses sol­len die Kos­ten je Kubik­me­ter umbau­ten Raums nur 436,68 Euro net­to betra­gen. Das wäre für Muse­ums­bau­ten unge­wöhn­lich nied­rig. In der Sit­zung der Bau­kom­mis­si­on wur­den die Archi­tek­ten zur Über­prü­fung auf­ge­for­dert, deren Ergeb­nis noch nicht vorliegt.

Fazit:
Die Ent­schei­dung über das wei­te­re Vor­ge­hen soll­te nicht im Hau-Ruck-Ver­fah­ren getrof­fen wer­den. Dass der Kreis­tag erst weni­ge Tage vor der Kreis­tags­sit­zung am 21. März über die neue Lage infor­miert wur­de, haben Land­rat und Kreis­ver­wal­tung zu ver­ant­wor­ten. Not­wen­dig ist jetzt eine gründ­li­che Neu­be­wer­tung der ver­blei­ben­den Mög­lich­kei­ten, auch unter Hin­zu­zie­hung von unab­hän­gi­gen Sach­ver­stän­di­gen. Sonst dro­hen wei­te­re unan­ge­neh­me und teu­re Über­ra­schun­gen. Eine Ent­schei­dung soll­te daher Anfang Mai erfolgen.

Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL)