Sauer­land­mu­se­um – “Außer­ge­wöhn­lich hoher Anspruch”

20. März 2014
von Redaktion

Hoch­sauer­land­kreis. Arns­berg. Nach Auf­for­de­rung durch die Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL) hat der Land­rat heu­te mit­tag (end­lich) einen Aus­zug aus dem neu­en Boden­gut­ach­ten, das bereits Im Novem­ber 2013 für das Sauer­land­mu­se­um erstellt wur­de, an die Mit­glie­der des Kreis­tags verschickt.

Hier eini­ge Aus­zü­ge aus dem von einem Arns­ber­ger Unter­neh­men erstell­ten Gutachten:

“Der Bau­grund sowie die vor­lie­gen­de Pla­nung mit einem etwa 15 m tie­fen Ein­schnitt im und unmit­tel­bar am Gebäu­de stel­len einen außer­ge­wöhn­lich hohen Anspruch bezüg­lich der Trag­werks­pla­nung und Bau­aus­füh­rung dar.”

“Die Bau­gru­be schnei­det in ein steil ein­fal­len­des Gebir­ge ein… Die Trenn­flä­chen wei­sen über­wie­gend eine Neig­nug von über­wie­gend 45 Grad – 80 Grad auf und sind daher beim Anschnitt poten­zi­ell rutschgefährdet(en).”

“Der Sand­stein wie auch der Ton­stein sind tek­to­nisch stark bean­sprucht, hier­durch weist auch das noch zusam­men­hän­gen­de Gestein Mikro(-) und Makro­ris­se auf.”

“Extrem kri­tisch ist die einspringende(n) Ecke bei den vor­ge­se­he­nen Aufzugschacht.”

“Bei der etwa 8 m von der west­li­chen Wand ent­fern­ten Boh­rung KB 21 sind jedoch etwa 2 m ober­halb der Bau­gru­ben­soh­le stark bean­spruch­te leh­mi­ge Zonen vor­han­den, die poten­ti­el­le Gleit­flä­chen darstellen.”

(Zur Bau­gru­ben­er­stel­lung:) “Vor­aus­set­zung ist eine lau­fen­de, mög­lichst auto­ma­ti­sche mess­tech­ni­sche Über­wa­chun­gen der Ver­for­mun­gen des Museums.”

“Was­ser­füh­ren­de Klüf­te sind nicht auszuschließen.”

“Bei die­sen zu erwar­ten­den Grund­was­ser­ver­hält­nis­sen sind Maß­nah­men zur Tro­cken­hal­tung des Bau­werks erfor­der­lich… Falls kei­ne lot­rech­ten Sicher­schich­ten mit Ring­drä­na­ge ange­ord­net wird, ist eine was­ser­druck­hal­ten­de Außen­dich­tung oder eine was­ser­druck­hal­ten­de Wan­ne aus was­ser­sper­ren­dem Beton (wei­ße Wan­ne) erforderlich.”

“Der im Gut­ach­ten PTM[1](2012) beschrie­be­ne Kalk­stein ist nicht vor­han­den. Viel­mehr han­delt es sich um einen Sandstein/​Grauwacke.”
(Anmer­kung: Die­se Aus­sa­ge bezieht sich auf das ers­te, von einem ande­ren Unter­neh­men erstell­te Boden­gut­ach­ten aus dem Jahr 2012.)

“Nach der Aus­wer­tung aller Unter­la­gen sind sehr kom­ple­xe Fels­struk­tu­ren mit einer gro­ßen tek­to­ni­schen Bean­spru­chung vor­han­den. Auf rela­tiv kur­zen Ent­fer­nun­gen wech­seln die Schichtenprofile.”

“In Ver­bin­dung mit dem ungüns­ti­gen Ein­fal­len, der als poten­ti­el­le Gleit­flä­chen wir­ken­de Trenn­flä­chen ist, ist ein hoher Siche­rungs­auf­wand bis zur Bau­gru­ben­soh­le erfor­der­lich. Extrem ungüns­tig sind die Rand­be­din­gun­gen im Bereich des geplan­ten Aufzugsschachtes.”

“Nach Beginn der Aus­schach­tungs­ar­bei­ten wer­den lau­fen­de Bau­grund­ab­nah­me durch die Unter­zeich­ner erfor­der­lich, um die Ergeb­nis­se aus den ein­zel­nen Unter­su­chungs­stel­len hin­sicht­lich ihrer Gül­tig­keit für die gesam­te Bau­flä­che zu überprüfen.”

Es erge­ben sich also Aus­sa­gen zur Geo­lo­gie, die – ein­schließ­lich der mög­li­chen Fol­gen z.B. bei ungüns­ti­gen Kon­troll-Mes­sun­gen und ob die bis­her vor­ge­nom­me­nen Umpla­nun­gen des Auf­zug­schach­tes aus­rei­chen – von einem neu­tra­len Sach­ver­stän­di­gen ana­ly­siert und bewer­tet wer­den soll­ten, bevor der end­gül­ti­ge Beschluss für die­se außer­ge­wöhn­li­che Bau­gru­be im Steil­hang direkt am Muse­um gefaßt wird. Genau dies hat die SBL bean­tragt. Die CDU- und SPD-Mit­glie­der erweck­ten ges­tern im Kul­tur­aus­schuss den Ein­druck, sie könn­ten die Situa­ti­on sofort und sicher beur­tei­len, übri­gens noch bevor sie das Gut­ach­ten über­haupt kann­ten. Wir kön­nen das nicht…

Dane­ben wer­den im Gut­ach­ten bau­tech­ni­sche Auf­ga­ben beschrie­ben, die nicht unge­wöhn­lich son­dern tech­nisch sicher­lich lös­bar sind, wie z.B. eine wei­ße Wan­ne, die Mes­sun­gen und Beob­ach­tun­gen des Alt­baus sowie der Bau­gru­be. Hier geht es um die Kos­ten­fol­gen. Ges­tern im Aus­schuss blieb völ­lig unklar, ob die­se Zusatz­kos­ten bereits ein­ge­plant sind.

Quel­le: Sauer­län­der Bür­ger­lis­te (SBL)