Sauer­län­der Schüt­zen erneut zu Gesprä­chen im Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Inneren

21. März 2013
von Redaktion

 

Zu einem weiteren Gespräch trafen sich ein Abordnung der Sauerländer Schützen aus Meschede, Arnsberg und Brilon mit Prof. Dr. Patrick Sensburg beim Bundesministerium des Inneren mit MinDir Norbert Seitz. Foto: KSB Arnsberg

Zu einem wei­te­ren Gespräch tra­fen sich ein Abord­nung der Sauer­län­der Schüt­zen aus Mesche­de, Arns­berg und Bri­lon mit Prof. Dr. Patrick Sen­s­burg beim Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Inne­ren mit Min­Dir Nor­bert Seitz. Foto: KSB Arnsberg

Ber­lin-Arns­berg. Die Sauer­län­der Schüt­zen fin­den end­lich bei der Eva­lu­ie­rung der Schieß­stand­richt­li­ni­en im Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Inne­ren (BMI) ein Gehör. „Kein Mensch woll­te aus Jux und Dol­le­rei eine lang­jäh­ri­ge Tra­di­ti­on ändern. Die­ser neue Ter­min macht sehr viel Sinn und wir wol­len fair mit­ein­an­der umge­hen. Die Schieß­stand­richt­li­ni­en sind immer in einen per­ma­nen­ten Pro­zess“, so Minis­te­ri­al­di­rek­tor Nor­bert Seitz (BMI) zu der Schüt­zen­ab­ord­nung aus den Kreis­schüt­zen­bün­den Arns­berg, Bri­lon und Mesche­de. Er bemerk­te, dass nicht nur 16 Ver­bän­de an der Ent­schei­dung betei­ligt waren, son­dern auch die Bun­des­län­der: „Die hät­ten die Tra­di­tio­nen in ihrer Regio­nen ken­nen müs­sen. Jetzt geht es um die Fra­ge, wie kann man die unter­schied­li­chen Mei­nun­gen zusam­men­brin­gen.“ Ingo Rot­ten­bur­ger, Geschäfts­füh­rer der Deut­schen Ver­suchs- und Prüf­an­stalt für Jagd- und Sport­waf­fen (DEVA), erklär­te, dass es nach sei­nen Infor­ma­tio­nen zu 20 Schie­ß­un­fäl­len gekom­men sei. Er beton­te aber, dass die Unfäl­le nicht im Sauer­land vor­ge­kom­men sind. Bei den Beschuss­pro­ben für den Erfah­rungs­be­richt hat man fest­ge­stellt, dass sich „Geschoss­nes­ter“ im Holz bil­den. „Bei wei­te­ren Schüs­sen auf die­se Nes­ter kommt es zu Rück­pral­ler (Quer­schlä­gern)“, so Rot­ten­ber­ger. Die­se Tat­sa­che hat auch ein Sach­ver­stän­di­ger bei drei Gerichts-ver­hand­lun­gen in Schles­wig-Hol­stein vor­ge­tra­gen. Kon-sens: Es darf nicht zu einer Geschoss­nes­ter­bil­dung kom-men. Rot­ten­ber­ger ver­wies aber auf Punkt 1.6 der Richt­li­nie: „Dort sind Aus­nah­men gere­gelt. Der Schieß­stand­sach­ver­stän­di­ge kann Aus­nah­men zulas­sen, wenn er es ver­tre­ten kann. Wenn er meint der Schüt­zen-vogel kann grö­ßer sein, dann hat er es zu ver­ant­wor­ten.“ Addi Groo­ten, Kreis­oberst KSB Mesche­de und stell­vertr. Bun­des­oberst SSB, leg­te dem BMI eine Aus­wer­tung der HSK-Kreis­po­li­zei­be­hör­de vor. In der wird beschei­nigt, dass es in den letz­ten 30 Jah­ren beim Vogel­schie­ßen zu kei­ner­lei Vor­komm­nis­sen gekom­men ist. „Wenn wir alle Din­ge im Leben ver­min­dern wol­len, dann müs­sen wir dem­nächst mit Wat­te­bäll­chen wer­fen. Wir kön­nen nicht alles im Leben regle­men­tie­ren“, äußer­te sich poli­tisch Prof. Dr. Patrick Sen­s­burg. Diet­rich-Wil­helm Dön­ne­weg, Kreis­oberst KSB Arns­berg, ver­miss­te die Trans­pa­renz der Richt­li­nie für die Ehren­amt­li­chen. Dön­ne­weg: „Wir soll­ten jetzt aber eine früh­zei­ti­ge Kom­pro­miss­lö­sung fin­den, in der Tra­di­ti­on und Sicher­heit Rech­nung getra­gen wird.“ Die jet­zi­gen Schieß­stand­richt­li­ni­en hat nur bis 2014 Gül­tig­keit. Seitz stell­te wäh­rend der sach­li­chen Dis­kus­si­on fest, dass bei den Sauer­län­der Schüt­zen das Sicher­heits­emp­fin­den wäh­rend des Vogel­schie­ßens auf sehr hohem Niveau liegt. BMI-Abtei­lungs­lei­ter Dr. Joa­chim Sturm ver­sprach: „Am Ende ste­hen sie bes­ser da als jetzt. Wir ver­zich­ten nicht mehr auf ihre Infor­ma­tio­nen.“ Auf Vor­schlag von Rot­ten­ber­ger wird eine Abord­nung der Sauer­län­der Schüt­zen zur DEVA zu einem Beschuss­test ein­la­den. „Dann schie­ßen wir auf einen Schüt­zen­vo­gel“, so Rot­ten­ber­ger. Der Hüs­te­ner Amts­oberst Uwe Hecking, lud ihn zu einem Schüt­zen­fest und zum Königs­schie­ßen ein. „Dann wer­den sie Schüt­zen­kö­nig. Brin­gen sie aber viel Geld mit“, grinst Hecking. Insi­der und Ken­ner von Muni­ti­on und Waf­fen im Schüt­zen­kreis ver­mu­ten, dass dem­nächst viel­leicht mit Muni­ti­on, die eine höhe­re Geschwin­dig­keit hat, auf den Vogel geschos­sen wird.