Rück­tritt des SGV-Prä­si­den­ten mit sofor­ti­ger Wirkung

21. Februar 2013
von Redaktion

Aloys Stepp­uhn zieht ver­eins­po­li­ti­sche Ver­ant­wor­tung aus Delegierten-Entscheidung

Aloys Steppuhn (2. v.l.) als aktiver Wanderer an der Spitze des SGV während des Deutschen Wandertages 2012 in Bad Belzig

Aloys Stepp­uhn (2. v.l.) als akti­ver Wan­de­rer an der Spit­ze des SGV wäh­rend des Deut­schen Wan­der­ta­ges 2012 in Bad Belzig

Arns­berg. Nach knapp 7‑jähriger Amts­zeit zieht Aloys Stepp­uhn die ver­eins­po­li­ti­schen Kon­se­quen­zen aus den Dis­kus­sio­nen und Ent­schei­dun­gen zum Nicht-Ver­kauf des SGV-Jugend­ho­fes „Wil­helm Mün­ker“ und hat sein Amt mit sofor­ti­ger Wir­kung am letz­ten Wochen­en­de im Rah­men einer regu­lä­ren Prä­si­di­ums­sit­zung niedergelegt.

Hin­ter­grund ist die 2012 getrof­fe­ne ein­stim­mi­ge Emp­feh­lung des Prä­si­di­ums an die Haupt­ver­samm­lung, die SGV-eige­ne Insti­tu­ti­on Jugend­hof „Wil­helm Mün­ker” auf­grund der defi­zi­tä­ren Lage zu ver­äu­ßern. Die erfor­der­li­che Mehr­heit zum Ver­kauf in Höhe von 75% der Stim­men wur­de aber weder wäh­rend der regu­lä­ren Haupt­ver­samm­lung im Juni noch wäh­rend einer außer­or­dent­li­chen Sit­zung im Okto­ber let­zen Jah­res erreicht. „Die Ent­schei­dung gegen den Ver­kauf war somit gleich­be­deu­tend mit einem Miss­trau­ens­vo­tum gegen das Prä­si­di­um“ erklär­te der SGV-Präsident.

Für die­sen Fall hat­te er bereits im Vor­feld ange­kün­digt, die ver­eins­po­li­ti­sche Ver­ant­wor­tung für das Prä­si­di­um zu tra­gen und sein Amt nie­der­zu­le­gen – auch weil er die Ent­schei­dung zum Wei­ter­be­trieb des Jugend­ho­fes nach wie vor für sach­lich nicht ver­ant­wort­bar hält. „Die Ent­schei­dung führt nach mei­ner Mei­nung mit­tel­fris­tig zum Scha­den für den SGV. Die­sen Weg kann und will ich – auch unter per­sön­li­chen Haf­tungs­ge­sichts­punk­ten – nicht mit­ge­hen“ so Steppuhn.

Aloys Stepp­uhn nimmt Abschied trotz der Ergeb­nis­se zur Prü­fung der Jugend­hof-Zah­len durch einen unab­hän­gi­gen Wirt­schafts­prü­fer. Im Ergeb­nis stellt die­ser fest: „Der Geschäfts­ver­lauf des SGV Jugend­ho­fes ist defi­zi­tär.” Er kom­me bei sei­ner Dar­stel­lung berich­tig­ter Ergeb­nis­se in allen Jah­ren (2008 – 2011 und Plan 2012) zu Jah­res­fehl­be­trä­gen aus der gewöhn­li­chen Geschäfts­tä­tig­keit. Die Aus­sa­gen des Prä­si­di­ums, die Grund­la­ge für die schmerz­li­che Emp­feh­lung zum Ver­kauf des Jugend­ho­fes waren, sind somit unab­hän­gig bestä­tigt worden.

Der Land­rat a.D. des Mär­ki­schen Krei­ses war 2007 auf der Haupt­ver­samm­lung von den Dele­gier­ten als Nach­fol­ger von Eber­hard Schü­le an die Spit­ze des 38.000-Mitglieder star­ken Sauer­län­di­schen Gebirgs­ver­eins gewählt wor­den. 2010 wur­de sein Enga­ge­ment für den Ver­ein durch sei­ne Wie­der­wahl bestä­tigt. Die regu­lä­re Wahl­pe­ri­ode beträgt vier Jah­re und hät­te offi­zi­ell 2014 geendet.

Aloys Stepp­uhn hat als SGV-Prä­si­dent das Gesicht des SGV nach außen stark geprägt und dank sei­nes Netz­wer­kes die Inter­es­sen des tra­di­tio­nel­len Wan­der­ver­eins erfolg­reich auf brei­ter Ebe­ne, sei es im klas­si­schen Wan­der-Tou­ris­mus oder als Spre­cher für die Wan­der­ver­ei­ne in NRW zur Wan­der­we­ge­fi­nan­zie­rung, intern und extern ver­tre­ten. Und auch auf neu­en Wegen – z.B. bei der Imple­men­tie­rung der jun­gen Mar­ke des SGV „S’Ourland“ war der Land­rat a.D. als Unter­stüt­zer immer an vor­ders­ter Front als Refor­mer unterwegs.

Natio­nal hat sich der 62-jäh­ri­ge inner­halb des Deut­schen Wan­der­ver­ban­des für das The­ma Wan­dern stark gemacht. Auf euro­päi­scher Ebe­ne (EWV) ist er als Vize­prä­si­dent für die Pro­fi­lie­rung des Wan­derns in den poli­ti­schen Gre­mi­en der EU zustän­dig. Die­se Posi­tio­nen blei­ben von sei­nem Rück­tritt im SGV unberührt.

Neben Aloys Stepp­uhn haben die Vize­prä­si­den­ten Her­mann-Josef Goe­bel und Klaus Lom­nitz die per­sön­li­chen Kon­se­quen­zen gezo­gen und ihre Aktiv­pos­ten eben­falls mit sofor­ti­ger Wir­kung niedergelegt.

Der größ­te Wan­der­ver­ein in NRW bleibt trotz der Abgän­ge wei­ter­hin geschäfts­fä­hig und ist bereits auf der Suche nach mög­li­chen Nach­fol­gern. Ers­te Gesprä­che haben statt­ge­fun­den, um bis zur nächs­ten Haupt­ver­samm­lung am 08. Juni 2013 eine neue Mann­schaft zur Wahl stel­len zu kön­nen, die den SGV in eine neue, posi­ti­ve Zukunft len­ken wird. Zei­chen: 3.695 (inkl. Leerzeichen)