NACH­Berg­bau­zeit in NRW

6. März 2013
von Redaktion

Von der Zechen­bra­che zur Folgenutzung

Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann (l.) und TFH-Vizepräsident Prof. Dr.-Ing. Christoph Dauber vor Beginn der Veranstaltung

Regie­rungs­prä­si­dent Dr. Gerd Bol­ler­mann (l.) und TFH-Vize­prä­si­dent Prof. Dr.-Ing. Chris­toph Dau­ber vor Beginn der Veranstaltung

Inno­va­ti­ve Pro­jek­te zur Fol­ge­nut­zung von Zechen­bra­chen tra­gen zur Bewäl­ti­gung des Struk­tur­wan­dels bei – und zum Gelin­gen der Ener­gie­wen­de. Die­se und ande­re Ansät­ze stan­den heu­te im Mit­tel­punkt bei der zwei­ten Auf­la­ge von „NACH­Berg­bau­zeit in NRW”, einer Ver­an­stal­tung der Tech­ni­schen Fachhochschule

(TFH) Georg Agri­co­la und der Bezirks­re­gie­rung Arnsberg.

 

„NACH­Berg­bau­zeit in NRW – was dann?” – so lau­te­te im Juli 2011 die Fra­ge bei der Auf­takt­ver­an­stal­tung. Bei der Neu­auf­la­ge „Von der Zechen­bra­che zur Fol­ge­nut­zung” haben Bezirks­re­gie­rung und TFH jetzt kon­zep­tio­nel­le Über­le­gun­gen in den Fokus gestellt. Und auch in der Pra­xis wol­len sie Bei­trä­ge leis­ten: die Bezirks­re­gie­rung mit ihrer lan­des­weit agie­ren­den Berg- und Ener­gie­be­hör­de als Bera­ter für Poli­tik, Wirt­schaft und Ver­wal­tung – die TFH als wis­sen­schaft­li­cher Part­ner im Zuge von For­schungs­ak­ti­vi­tä­ten, durch die von der RAG-Stif­tung geför­der­te Stif­tungs­pro­fes­sur „Nach­berg­bau”, auch durch den neu­en Mas­ter­stu­di­en­gang „Geo­in­ge­nieur­we­sen und Nachbergbau”.

 

„Sinn­vol­le und zukunfts­wei­sen­de Fol­ge­nut­zungs­stra­te­gien müs­sen gemein­sam mit allen Akteu­ren aus Poli­tik, Ver­wal­tung, Wirt­schaft und Wis­sen­schaft dis­ku­tiert und ent­wi­ckelt wer­den. Die Bezirks­re­gie­rung Arns­berg möch­te ins­be­son­de­re die vom Rück­zug des Berg­baus betrof­fe­nen Kom­mu­nen gezielt bera­ten, um ziel­füh­ren­de Wege bei der Fol­ge­nut­zung berg­bau­li­cher Betriebs­flä­chen auf­zu­zei­gen”, sag­te Regie­rungs­prä­si­dent Dr. Gerd Bol­ler­mann in sei­ner Begrü­ßungs­re­de am Mitt­woch im Stu­die­ren­den­zen­trum der TFH in Bochum.

 

„Dar­aus kön­nen sich”, so der RP wei­ter, „wich­ti­ge Bei­trä­ge zur Ener­gie­wen­de erge­ben. Dabei wol­len wir eine Ver­mitt­ler­rol­le ein­neh­men und Mode­ra­tor zur Schaf­fung regio­na­ler Netz­wer­ke sein.” Der RP nann­te ver­schie­de­ne Zukunfts­tech­no­lo­gien, die – ange­sie­delt auf Zechen­bra­chen – die Ener­gie­wen­de durch­aus vor­an­brin­gen könn­ten: Wind­ener­gie auf Hal­den, Pump­spei­cher unter Tage, Tie­fen­geo­ther­mie, auch Ener­gie­pflan­zen auf alten Bergbauflächen.

 

Nach­hal­ti­ger Umgang mit dem Bergbauerbe

 

TFH-Vize­prä­si­dent Prof. Dr.-Ing. Chris­toph Dau­ber zeig­te sich posi­tiv über­rascht über die gro­ße Reso­nanz, auf die die zwei­te gemein­sa­me Tagung zur Nach­berg­bau­zeit gesto­ßen sei: „Wir – die TFH und die Bezirks­re­gie­rung – freu­en uns über die Viel­falt der anwe­sen­den Mei­nungs­trä­ger aus Poli­tik, Indus­trie, Behör­den, Kom­mu­nen, Inge­nieur­bü­ros und Hoch­schu­len.” Unter den mehr als 250 Gäs­ten begrüß­te Dau­ber u.a. die Spre­che­rin des Land­tags­aus­schus­ses für Kli­ma­schutz und Umwelt, Natur­schutz, Land­wirt­schaft und Ver­brau­cher­schutz MdL Wib­ke Brems, die Spre­che­rin des Unter­aus­schus­ses für Berg­bau­si­cher­heit MdL Gud­run Zen­tis und das Vor­stands­mit­glied der RAG-Stif­tung Bär­bel Bergerhoff-Wodopia.

 

Die TFH Georg Agri­co­la, sag­te Dau­ber, sei eine Bil­dungs­ein­rich­tung mit lan­ger Berg­bau­tra­di­ti­on und dar­um prä­de­sti­niert für die Beschäf­ti­gung mit dem Nach­berg­bau. „Wir sind 1816 als Aus­bil­dungs­be­trieb für den damals boo­men­den Stein­koh­len­berg­bau gegrün­det wor­den und haben die­sen 200 Jah­re lang beglei­tet. Nun wol­len wir uns um sein Erbe küm­mern – nach­hal­tig und mit dem Anspruch auf eine inter­na­tio­na­le Vorbildfunktion.”

 

Viel­fäl­ti­ge Aspek­te – kom­pe­ten­te Referenten

 

Exper­ten beleuch­te­ten das The­ma aus ver­schie­de­nen Blickwinkeln:

*     Unter Mode­ra­ti­on des neu­en Abtei­lungs­di­rek­tors Andre­as Sikorski

(Bezirks­re­gie­rung) spra­chen zunächst Micha­el Schwar­ze-Rodri­an (Regio­nal­ver­band Ruhr) über „Regio­nal­pla­nung Ruhr – Stra­te­gien zur Fol­ge­nut­zung” und Prof. Dr. phil. Rolf Heyer (NRW.Urban) über „Qua­li­ta­ti­ves Wachs­tum vs. Quan­ti­ta­ti­ve Schrumpfung”.

*     Es folg­ten, mode­riert von Prof. Dr.-Ing. Dau­ber, Bei­trä­ge von Thomas

Hun­ste­ger-Peter­mann (OB Hamm) über das Stadt­er­neue­rungs­pro­jekt „Im Wes­ten was Neu­es”, von Prof. Dr. Hans-Peter Noll (RAG Mon­tan Immo­bi­li­en GmbH) über „Fol­ge­nut­zungs­va­ri­an­ten und die Ver­mark­tung der RAG MI” sowie von Dr. jur.

Harald Knö­chel (RAG Akti­en­ge­sell­schaft) über die „Pro­ble­me des Abschluss­be­triebs­plans im Steinkohlenbergbau”.

*     Nach einem Gruß­wort des TFH-Prä­si­den­ten Prof. Dr. rer. pol. Jürgen

Kret­sch­mann rede­ten Berg­di­rek­tor Ernst-Gün­ter Weiß (Bezirks­re­gie­rung) über „Rege­ne­ra­ti­ve Ener­gien auf Berg­bau­bra­chen”, PD Dr. Ste­fan Har­nisch­ma­cher (Phil­lips-Uni­ver­si­tät Mar­burg) zu „Berg­bau­be­ding­ten Höhen­än­de­run­gen im Ruhr­ge­biet und mög­li­che Fol­gen” sowie Prof. Dr. rer. nat. Harald Zepp (Ruhr-Uni­ver­si­tät Bochum) über den „Bio­mas­se­park Hugo – Bei­spiel für die Trans­for­ma­ti­on der Stadt­land­schaft Ruhr”. Die­sen Block mode­rier­te Prof. Dr.

rer. nat. Frank Otto (TFH).

*     Mode­riert von Ober­ber­grat Hayo Epen­stein (Bezirks­re­gie­rung): Referate

von Prof. Dr. rer. nat. Frank Otto und Prof. Dr. rer. nat. Chris­ti­an Melchers

(TFH) über „Klas­si­sche Fra­gen der Sanie­rung einer Berg­bau­flä­che”, Rechts­an­walt Dr. jur. Till Elge­ti (Sozie­tät Wol­ter / Hop­pen­berg) über „Wider­strei­ten­de Rechts­in­ter­es­sen in Sanie­rungs­fra­gen” und Dr.-Ing. Ilse de Vent (Staats­oe­zicht op de Mij­nen) zu „Berg­bau­fol­gen in den Niederlanden”.

Das Schluss­wort hat­te Vol­ker Her­mes, Lei­ten­der Berg­di­rek­tor bei der Abtei­lung Berg­bau und Ener­gie der Bezirks­re­gie­rung Arnsberg.