Flücht­lings­hil­fe gelingt durch Hil­fe von Flücht­lin­gen

4. November 2016
von Redaktion

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West­fa­len bewegt: Neue Nach­barn Arns­berg erhal­ten Son­der­preis Arnsberg/Münster. Flücht­lings­hil­fe durch die Hil­fe von Flücht­lin­gen – das Kon­zept von „Neue Nach­barn Arns­berg“ ist viel­leicht auch des­halb so erfolg­reich, weil der Grund­ge­dan­ke ganz ein­fach ist. „Nie­mand weiß bes­ser, wie Flücht­lin­ge sich füh­len, wel­che Sor­gen und Hoff­nun­gen sie haben, als die­je­ni­gen, die selbst Ver­trei­bung und Flucht erlebt haben. Die Ehren­amt­li­chen über­neh­men eine Brü­cken­funk­ti­on. Die Leis­tung ist umso bemer­kens­wer­ter, weil die Initia­ti­ve zur Grün­dung von Flücht­lin­gen aus­ge­gan­gen ist“, so Dr. Karl-Hein­rich Süm­mer­mann, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Stif­tung West­fa­len-Initia­ti­ve. Er erläu­tert damit zugleich die Jury-Ent­schei­dung, die­ses Pro­jekt mit dem im dies­jäh­ri­gen Wett­be­werb „West­fa­len bewegt“ erst­mals ver­ge­be­nen „Son­der­preis Flücht­lings­hil­fe“ aus­zu­zeich­nen. „Von der Initia­ti­ve ‚Neue Nach­barn Arns­berg´, die sich nach den Ter­ror­an­schlä­gen von Paris vor einem Jahr als ehren­amt­li­che Selbst­or­ga­ni­sa­ti­on und bür­ger­schaft­li­cher Part­ner der Stadt­ver­wal­tung gegrün­det hat, pro­fi­tie­ren alle Betei­lig­ten und unse­re Stadt“, ergänzt Bür­ger­meis­ter Hans­Jo­sef Vogel. Die Flücht­lin­ge hel­fen sich selbst und Mit­flücht­lin­gen, sich schnel­ler ein­zu­le­ben, die deut­sche Spra­che zu ler­nen, die Stadt zu ver­ste­hen, sich beruf­lich zu ori­en­tie­ren, ein­zu­brin­gen und ihre Leis­tun­gen bes­ser ein­brin­gen zu kön­nen. Bür­ger­meis­ter Hans-Josef Vogel sagt auch: „Ko-Pla­nung und Ko-Pro­duk­ti­on ermög­li­chen uns als Ver­wal­tung pass­ge­naue Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­te und Leis­tun­gen. Sie sind zudem geleb­te Inte­gra­ti­on von Anfang an.“ Das Kon­zept hat auch die Fir­ma Juli­us Cro­nen­berg oH über­zeugt. Sie hat sich des­halb an der Aus­zeich­nung betei­ligt. „Hier über­neh­men Men­schen, die erst kurz bei uns sind, Ver­ant­wor­tung für das Gemein­we­sen. Sie unter­stüt­zen die Kom­mu­ne und ihre Ent­wick­lung und erhö­hen die Inte­gra­ti­ons­stär­ke der Stadt ins­ge­samt“, wür­digt Unter­neh­mer Carl-Juli­us Cro­nen­berg die Leis­tung des Pro­jekts. Aus Sicht von Zayn­ab Danko und Nour Kha­ya­ta, die den Preis von Süm­mer­mann ent­ge­gen­nah­men, ist das Enga­ge­ment der Flücht­lin­ge zunächst ein Zei­chen des Dan­kes. „Wir wol­len etwas zurück­ge­ben an die Men­schen, die uns in ihrem Land will­kom­men gehei­ßen und uns ihre Türen geöff­net haben“, so die bei­den Frau­en. Es gehe dar­um, etwas für die Men­schen in der Stadt und die neu ankom­men­den Flücht­lin­ge zu tun. „Wir haben die Initia­ti­ve ‚Neue Nach­barn Arns­berg´ gegrün­det, um gemein­sam eine gute und leben­di­ge Nach­bar­schaft zu ent­wi­ckeln.“ Erfolg­reich ist das Kon­zept auch, weil es auf eine Koope­ra­ti­on mit der Stadt­ver­wal­tung setzt. Sie hat unter ande­rem einen Büro­raum mit tech­ni­scher Aus­stat­tung, Tele­fon- und Inter­net­an­schluss im Rat­haus zur Ver­fü­gung gestellt. Gemein­sam wur­de ein Fly­er für neu nach Arns­berg zuge­wan­der­te Men­schen erstellt. Er infor­miert auf Deutsch, Eng­lisch und Ara­bisch über Hil­fen und Diens­te zur schnel­le­ren Ein­ge­wöh­nung, zum Zusam­men­le­ben und Mit­ma­chen in der Stadt. An zwei Neu­bür­ger­ta­gen wur­de eben­falls gemein­sam und in den drei Spra­chen vie­le Tipps gege­ben zu Mög­lich
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West­fa­len-Initia­ti­ve, Pius­al­lee 6, 48147 Müns­ter, Tele­fon 0251 591 6406, Tele­fax 0251 591 3249, info@westfalen-initiative.de
Stif­tung West­fa­len-Initia­ti­ve für Eigen­ver­ant­wor­tung und Gemein­wohl Vor­stands­vor­sit­zen­der : Dr. Karl-Hein­rich Süm­mer­mann, Geschäfts­füh­rung: Dr. Eber­hard Christ, Dr. Niels Lan­ge
Ver­ein West­fa­len-Initia­ti­ve e. V. Vor­sit­zen­der: Dr. Peter Pazio­rek, Geschäfts­füh­ren­der Vor­stand: Dr. Hans-Ulrich Pre­deick
kei­ten der beruf­li­chen Aus- und Wei­ter­bil­dung, zu Beschäf­ti­gung und Arbeit, Sprach­kur­sen und Frei­zeit­an­ge­bo­ten. Zahl­rei­che beruf­li­che Prak­ti­ka und Umzü­ge in pri­va­te Woh­nun­gen hat die Initia­ti­ve ver­mit­telt. Koope­ra­tio­nen mit Sport­ver­ei­nen und Kul­tur­trä­gern wur­den auf­ge­baut, Ange­bo­te für bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment sowie prak­ti­sche Hil­fe­stel­lun­gen im All­tag und Dol­met­scher­diens­te bei Behör­den­gän­gen und Arzt­be­su­chen bereit­ge­stellt.     Die „Neu­en Nach­barn Arns­berg“ geben sich mit dem Erreich­ten aber nicht zufrie­den. Nach dem Auf- soll der Aus­bau fol­gen. Die Wei­ter­ent­wick­lung der Orga­ni­sa­ti­on durch Grün­dung eines ein­ge­tra­ge­nen Ver­eins ist geplant. Das Netz­werk soll durch Ein­bin­dung wei­te­rer Insti­tu­tio­nen und Ver­ei­ne, neu­er Mit­glie­der und Part­ner erwei­tert wer­den. Und nicht zuletzt zur Initi­ie­rung neu­er inte­gra­ti­ver Pro­jek­te kom­men die 10.000 Euro Preis­geld gera­de recht.  Mit sei­nem Ansatz erfüllt das Pro­jekt alle wesent­li­chen Kri­te­ri­en des Wett­be­werbs „West­fa­len bewegt“. Der war in die­sem Jahr zum vier­ten Mal aus­ge­schrie­ben. Er rich­tet sich an Grup­pen in West­fa­len, die in nach­ah­mens­wer­ter Wei­se die Gestal­tung der Zukunft selbst in die Hand neh­men und nicht allein auf staat­li­che oder bereits insti­tu­tio­na­li­sier­te Hil­fe bau­en. Die­ses bei­spiel­haf­te bür­ger­schaft­li­che Enga­ge­ment för­dert die West­fa­len-Initia­ti­ve in 2016 im Ein­zel­fall mit bis zu 10.000 Euro. Ins­ge­samt ste­hen in die­sem Jahr 40.000 Euro zur Ver­fü­gung. Seit 2013 hat die West­fa­len­In­itia­ti­ve 38 Pro­jek­te mit einem Gesamt­be­trag in Höhe von 207.000 Euro geför­dert. Sie hono­riert und unter­stützt damit ganz maß­geb­lich den ehren­amt­li­chen Ein­satz von Bür­gern in der Regi­on.