Feu­er­wehr Arns­berg war am Diens­tag auf SAT 1

30. April 2014
von Redaktion

140331-Dreharbeiten Sat1 NRW zum EWB 001Arns­berg (Hoch­sauer­land) Am Diens­tag, 29.04.1204 wur­de ein Bei­trag über das „Ein­satz Wör­ter­buch” der Feru­er­wehr Arns­berg bei 17:30 NRW ausgestrahlt

Den Bei­trag fin­den Sie unter fol­gen­den Link: http://​www​.sat1nrw​.de/​A​r​c​h​i​v​/​E​i​n​s​a​t​z​-​W​o​e​r​t​e​r​b​u​c​h​/​4​4​1​d​1​1​5​78/

Hin­ter­grund:

Arns­berg. Das Ein­satz-Wör­ter­buch der Feu­er­wehr der Stadt Arns­berg ist nun auch Gegen­stand der lan­des­wei­ten media­len Bericht­erstat­tung. Am Mon­tag, den 31. März war ein Kame­ra-Team des Fern­seh­sen­ders Sat1 NRW an der Feu­er­wa­che in Alt- Arns­berg und hat einen Bei­trag für die Sen­dung “17:30 Sat.1 NRW: Aktu­ell” gedreht. Neben State­ments von Bür­ger­meis­ter Hans-Josef Vogel und Feu­er­wehr- Pres­se­spre­cher Peter Krä­mer zum Hin­ter­grund der Erstel­lung des Wör­ter­buchs hat­te auch die Mann­schaft der haupt­amt­li­chen Wach­ab­tei­lung einen Auf­tritt. Sie spra­chen eini­ge der in dem Wör­ter­buch ent­hal­te­nen Fra­gen und Anwei­sun­gen in ver­schie­de­nen Spra­chen in die Kame­ra. Zudem mach­te die Kame­ra-Crew von Sat1 die Pro­be aufs Exem­pel und erprob­te, ob sich das Ein­satz-Wör­ter­buch auch im Not­fall bewährt. Hier­für wur­de zum einen eine Unfall-Sze­ne nach­ge­stellt, in der Brand­meis­ter Ben­ja­min Hugo mit Hil­fe des Wör­ter­buchs auf Pol­nisch eini­ge Fra­gen zum kör­per­li­chen Befin­den an das Unfall­op­fer rich­te­te. Zudem tes­te­te Pres­se­spre­cher Peter Krä­mer, ob er sich auf Rus­sisch gegen­über der Vor­sit­zen­den des in Neheim behei­ma­te­ten Rus­si­schen Kul­tur­ver­eins Nadez­da, ihres Zei­chens Sprach­leh­re­rin, ver­ständ­lich machen kann. Wie die­se Expe­ri­men­te ver­lau­fen sind und ob die Sprach­bar­rie­re über­wun­den wer- den konn­te, das wird in dem Fern­seh-Bei­trag des Pri­vat­sen­ders ver­ra­ten, der an einem der nächs­ten Tage ab 17:30 Uhr auf Sat1 aus­ge­strahlt wird. Das genaue Sen­de­da­tum stand zum Zeit­punkt des Ver­fas­sens die­ses Arti­kels noch nicht fest. Die rund zwei­ein­halb­stün­di­gen Dreh­ar­bei­ten waren für alle Betei­lig­ten ein zwar her­aus­for­dern­des, aber auch ein eben­so span­nen­des und berei­chern­des Erleb­nis. Die Arns­ber­ger Wehr konn­te sich somit schon mal auf die ers­te Bewäh­rungs­pro­be des Ein­satz-Wör­ter­buchs im Real-Ein­satz vor­be­rei­ten, auch wenn des­sen Gebrauch im Sin­ne der Betrof­fe­nen hof­fent­lich nicht all­zu häu­fig erfor­der­lich sein wird.

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Arns­ber­ger Feu­er­wehr bewäl­tigt ihre Ein­sät­ze künf­tig mehrsprachig
Neu­ar­ti­ges Ein­satz-Wör­ter­buch soll Ver­stän­di­gung erleichtern

Arns­berg. Die Feu­er­wehr der Stadt Arns­berg geht bei der Bewäl­ti­gung ihrer Ein­sät­ze neue Wege und ist ab sofort dar­auf vor­be­rei­tet, an Scha­dens­stel­len bei Bedarf künf­tig auch mehr­spra­chig mit der Bevöl­ke­rung in Kon­takt tre­ten zu kön­nen. Hier­für über- gab der Koor­di­na­tor des Pro­jekts zur inter­kul­tu­rel­len Öff­nung der Arns­ber­ger Wehr, Feu­er­wehr-Pres­se­spre­cher Peter Krä­mer, am 24. März die ers­ten Exem­pla­re eines „Ein­satz-Wör­ter­buchs“ an Bür­ger­meis­ter Hans-Josef Vogel und Wehr­füh­rer Bernd Löhr. Doch was steckt hin­ter die­sem neu­ar­ti­gen Ansatz? Die Aus­wir­kun­gen einer sich ste­tig wan­deln­den Gesell­schaft machen auch vor der Arbeit der Arns­ber­ger Feu­er­wehr nicht halt. So wird die Bevöl­ke­rung auch in der Ruhr- Stadt nicht nur immer älter, son­dern auch immer bun­ter. Men­schen mit vie­len ver­schie­de­nen kul­tu­rel­len und reli­giö­sen Hin­ter­grün­den leben in Arns­berg. Sie alle glei­cher­ma­ßen zu schüt­zen, ist die Auf­ga­be der Feu­er­wehr. Im Ein­satz­fall kön­nen sich für die Blau­rö­cke aber Pro­ble­me dadurch erge­ben, dass Per­so­nen, die sich in einer Not­la­ge befin­den und mit denen die Wehr­leu­te kom­mu­ni­zie­ren müs­sen, über nur gerin­ge oder gar kei­ne Deutsch­kennt­nis­se ver­fü­gen. Die Feu­er­wehr der Stadt Arns­berg möch­te daher mit einem Ein­satz-Wör­ter­buch ins­be­son­de­re ihren Füh­rungs­kräf­ten, die in der Funk­ti­on eines Ein­satz­lei­ters in Kon­takt mit Men­schen kom­men, die der deut­schen Spra­che nicht oder nur teil­wei­se mäch­tig sind, eine sprach­li­che Hil­fe­stel­lung an die Hand geben. Die­se soll sie dazu in die Lage ver­set­zen, in einer Ein­satz- Situa­ti­on in der jeweils erfor­der­li­chen Spra­che die wich­tigs­ten Anwei­sun­gen zu geben und Fra­gen zu stel­len, um die für einen erfolg­rei­chen Ein­satz­ver­lauf erfor­der­li­chen Infor­ma­tio­nen zu über­mit­teln und zu erhal­ten. Hier­bei sind die in dem Wör­ter­buch auf­ge­führ­ten Fra­ge­stel­lun­gen so for­mu­liert, dass ent­we­der eine „Ja/Nein“-Antwort mög­lich ist, wel­che durch Nicken oder Kopf­schüt­teln gege­ben wer­den kann, oder die Über­mitt­lung der erbe­te­nen Infor­ma­ti­on durch Zei­gen mög­lich ist.
Alle Fahr­zeu­ge der Arns­ber­ger Wehr wer­den aus­ge­stat­tet Damit die Wör­ter­bü­cher bei allen Ein­sät­zen zur Hand sind, wird künf­tig auf jedem der ins­ge­samt 62 Ein­satz­fahr­zeu­ge der Arns­ber­ger Feu­er­wehr ein Exem­plar die­ses mehr- spra­chi­gen Füh­rungs­mit­tels mit­ge­führt. Mit sei­nem kom­pak­ten DIN A 5‑Querformat passt es in jedes Hand­schuh­fach, und durch sei­ne über­sicht­li­che gra­fi­sche Gestal­tung, für die die Arns­ber­ger Dru­cke­rei F. W. Becker ver­ant­wort­lich zeich­net, kann das Wör­ter­buch auch bei der beson­de­ren Stress­be­las­tung, die ein Feu­er­wehr-Ein­satz für die Ein­satz­lei­ter mit sich bringt, schnell und ver­läss­lich ein­ge­setzt wer­den. Zudem er- hal­ten die in der Stadt Arns­berg ansäs­si­gen Kul­tur­ver­ei­ne meh­re­re Exem­pla­re des Wör­ter­buchs, damit auch dort bekannt ist, auf wel­che Wei­se die Feu­er­wehr in Zukunft bei einem Ernst­fall mit ihren Lands­leu­ten kom­mu­ni­zie­ren kann. Das Ein­satz-Wör­ter­buch der Arns­ber­ger Feu­er­wehr ist lan­des­weit ein­zig­ar­tig. Sei­ne Her­stel­lung wur­de mit finan­zi­el­len Mit­teln der Bür­ger­Stif­tung Arns­berg rea­li­siert. Bür­ger­meis­ter Vogel und Wehr­füh­rer Löhr dank­ten der Ver­tre­te­rin der Bür­ger­Stif­tung Arns­berg, Frau Petra Schmitz-Her­mes, die eben­falls an der Über­ga­be teil­nahm, für die­se Unter­stüt­zung. „Beson­ders in Zei­ten knap­per öffent­li­cher Mit­tel ist die­se Form der öffent­lich-pri­va­ten Koope­ra­ti­on rich­tungs­wei­send und ein erfolg­rei­ches Modell der gemein­sa­men Über­nah­me von Ver­ant­wor­tung für unse­re Zivil­ge­sell­schaft.“, so Bür­ger­meis­ter Vogel.
Ein­satz-Wör­ter­buch wur­de in inter­ak­ti­vem Pro­zess geschrie­ben Auch das Zusam­men­tra­gen der Über­set­zun­gen in dem Wör­ter­buch erfolg­te im Rah- men eines neu­ar­ti­gen inter­ak­ti­ven Pro­zes­ses. Im ers­ten Schritt wur­den die erfor­der­li­chen Anwei­sun­gen und Fra­gen, die in dem Nach­schla­ge­werk Berück­sich­ti­gung fin- den soll­ten, durch einen Arbeits­kreis aus inter­es­sier­ten Ange­hö­ri­gen der Arns­ber­ger Wehr gesam­melt. Dann kam es zu einem ers­ten Pra­xis-Test im Rah­men des „Dies Inter­na­tio­na­lis“, dem Arns­ber­ger Fest der Kul­tu­ren am 08. Juni 2013 auf der Nehei­mer Markt­plat­te. Hier wur­den Pas­san­ten mit einem mehr­spra­chi­gen Hin­ter­grund gebe- ten, die in Tabel­len vor­ge­fer­tig­ten Sät­ze in ihre jewei­li­ge Mut­ter­spra­che zu über­set­zen. Die Reso­nanz der Gäs­te auf die­sen Auf­ruf der Feu­er­wehr war sehr erfreu­lich, so dass inner­halb eines Tages der Groß­teil des Wör­ter­bu­ches mit Über­set­zun­gen gefüllt wer­den konn­te. Zur Ergän­zung der ver­blie­be­nen sowie zur sprach­li­chen Veri­fi­zie­rung der bereits gesam­mel­ten Über­set­zun­gen wur­de das Fremd­spra­chen­zen­trum der Uni­ver­si­tät Bie­le­feld unter der Lei­tung von Frau Dr. Susan­ne Hecht um Unter­stüt­zung gebe­ten. Die Uni­ver­si­tät Bie­le­feld gewähr­te die­se Unter­stüt­zung unpro­ble­ma­tisch und kos­ten­los. Hier­für dankt die Arns­ber­ger Feu­er­wehr der Hoch­schu­le noch­mals aus­drück­lich. Zudem unter­stütz­ten Frau Par­thena Soul­i­dou von der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Dort­mund und Herr Dr. Ahmet Ars­lan, Islam­kun­de­leh­rer aus Mesche­de, die Über­set­zungs­ar­beit maß­geb­lich. Ins­be­son­de­re Herrn Dr. Ars­lan gebührt ein aus­drück­li­cher Dank für sei­ne wert­vol­le Mit­hil­fe bei der Rea­li­sie­rung des Wör­ter­buchs. Er unter­stützt das Pro­jekt der inter­kul­tu­rel­len Öff­nung der Arns­ber­ger Feu­er­wehr zudem von Beginn an ehren­amt­lich durch sei­ne fun­dier­ten Fach­kennt­nis­se und hat sich hier­durch weit- rei­chen­de Ver­diens­te um die kul­tu­rel­le Berei­che­rung der Arns­ber­ger Wehr erworben.

„Arns­ber­ger Feu­er­wehr noch bes­ser auf Ernst­fall vor­be­rei­tet.“ Abschlie­ßend blick­te Arns­bergs Wehr­füh­rer Bernd Löhr im Rah­men des Über­ga­be- Ter­mins opti­mis­tisch in die Zukunft: „Ich freue mich sehr dar­über, dass wir mit Hil­fe von Insti­tu­tio­nen und Exper­ten, aber vor allem auch mit der Unter­stüt­zung von unse­ren Feu­er­wehr­an­ge­hö­ri­gen die­ses Ein­satz-Wör­ter­buch Rea­li­tät wer­den las­sen konn­ten.  Und ich bin schon sehr gespannt auf sei­ne ers­ten Bewäh­rungs­pro­ben im Ein­satz – obgleich ich natür­lich hof­fe, dass dies nicht all­zu oft vor­kom­men möge. Doch soll­te die­ser beson­de­re Ernst­fall ein­tre­ten, ist die Arns­ber­ger Feu­er­wehr mit dem Ein­satz- Wör­ter­buch ab sofort noch bes­ser auf ihn vorbereitet.“