Ein­rich­tung und Betrieb eines Bio­en­er­gie­zen­trums in Arns­berg (BEZA) Hoch­schu­le Rot­ten­burg stellt Ihre Unter­su­chungs­er­geb­nis­se vor.

25. September 2013
von Redaktion

Ein­rich­tung und Betrieb eines Bio­en­er­gie­zen­trums in Arns­berg (BEZA) Hoch­schu­le Rot­ten­burg stellt Ihre Unter­su­chungs­er­geb­nis­se vor.

Foto: Stadt Arnsberg

Foto: Stadt Arns­berg
v.l.n.r.: Hol­ger Stock­haus (Mit­ar­bei­ter Prof. Dr. Pelz), Prof. Dr. Ste­fan Pelz (Hoch­schu­le Rot­ten­burg), Ulrich Kosik (Job-Cen­ter Stadt Arns­berg), Sebas­ti­an Wit­te (Kli­ma­ma­na­ger Stadt Arns­berg), Karl­heinz Wei­ßer (Geschäfts­füh­rer Stadt­wer­ke Arns­berg), Tho­mas Kel­ler­mann (Cari­tas Arns­berg-Sun­dern), Marc Pad­berg (Geschäfts­be­reichs­lei­ter Ener­gie­ser­vice der Stadt­wer­ke Arnsberg)

Arns­berg. Arns­berg bie­tet mit sei­nen aus­ge­dehn­ten Wald­flä­chen und den vie­len Land­schafts­grün­flä­chen idea­le Vor­aus­set­zun­gen für die nach­hal­ti­ge ener­ge­ti­sche Nut­zung von Holz. Dabei spielt die orga­ni­sier­te Samm­lung und Auf­be­rei­tung die­ser regio­na­len Stoff­strö­me eine wesent­li­che Rol­le und bie­tet die Chan­ce, neue Arbeits­plät­ze in den Berei­chen Samm­lung, Auf­be­rei­tung und Ver­trieb zu schaf­fen. Um die­se Poten­zia­le und Chan­cen für Arns­berg zu unter­su­chen, wur­de eine ent­spre­chen­de Mach­bar­keits­stu­die in Auf­trag gege­ben. Sie wur­de mit Mit­teln aus dem Lan­des­pro­gramm pro​g​res​.nrw zu 70 % kofi­nan­ziert, da die Erkennt­nis­se der Unter­su­chung über Arns­berg hin­aus Aus­sa­ge­kraft besit­zen. Die Ergeb­nis­se der Mach­bar­keits­stu­die wur­den heu­te von Pro­fes­sor Dr. Ste­fan K. Pelz (Hoch­schu­le Rot­ten­burg) im Rah­men der offi­zi­el­len Über­ga­be der Mach­bar­keits­stu­die vorgestellt.

Die Kern­aus­sa­ge der Stu­die von Prof. Dr. Pelz kann schnell auf den Punkt gebracht wer­den: Arns­berg hat das Poten­zi­al für den wirt­schaft­li­chen Betrieb eines ent­spre­chen­den Bio­en­er­gie­zen­trums. Sowohl die nach­hal­ti­ge Bereit­stel­lung bio­ge­ner Fest­brenn­stof­fe als auch ihre ener­ge­ti­sche Nut­zung sind im Stadt­ge­biet und dar­über hin­aus dau­er­haft mög­lich, ohne dass star­ke Kon­kur­ren­zen zu ande­ren holz­ver­ar­bei­ten­den Indus­trien geschaf­fen wer­den. Die bio­ge­nen Stof­fe kom­men dabei aus den Berei­chen Wald, Land­schafts­pfle­ge und Stra­ßen­be­gleit­pfle­ge und  von holz­be­ar­bei­ten­den Betrieben.

Ein wich­ti­ger Aspekt der Stu­die, die in Zusam­men­ar­beit mit der Stadt Arns­berg, den Stadt­wer­ken, den tech­ni­schen Diens­ten und dem Cari­tas-Ver­band Arns­berg-Sun­dern erstellt wor­den ist, war die Berück­sich­ti­gung arbeits­markt­po­li­ti­scher Mög­lich­kei­ten einer sol­chen Ein­rich­tung. Auch hier kön­nen ent­spre­chen­de posi­ti­ve Aus­wir­kun­gen fest­ge­stellt wer­den, wobei beson­ders die Berück­sich­ti­gung von Men­schen mit Behin­de­run­gen mög­lich ist und ein Allein­stel­lungs­merk­mal dar­stellt. In Zusam­men­ar­beit mit dem Cari­tas-Ver­band wur­de das Poten­ti­al der Arbeits­kräf­te von Men­schen mit Behin­de­rung betrach­tet, wel­ches deut­lich über den real zugäng­li­chen Stel­len liegt.

Für die Stadt Arns­berg sind die Ergeb­nis­se der Stu­die ein wich­ti­ger Bau­stein, der auch bereits im Kli­ma­schutz­kon­zept kon­kret for­mu­liert wur­de, zur Errei­chung der Kli­ma­schutz­zie­le und einer nach­hal­ti­gen CO2-Reduk­ti­on in Arnsberg.

Zusam­men­fas­send kann fol­gen­des fest­ge­stellt werden:

 

Es exis­tie­ren sehr hohe Roh­stoff­po­ten­zia­le im regio­na­len Umfeld von Arns­berg. Beson­ders die bis­her nicht erschöp­fend erschlos­se­nen Quel­len Land­schafts­pfle­ge­holz und Grün­schnitt bie­tet hier ein gro­ßes Poten­zi­al. Das sys­te­ma­ti­sche Durch­drin­gen des bis­her prak­ti­zier­ten Pfle­ge­ma­nage­ments mit den zustän­di­gen Akteu­ren (z.B. Kom­mu­nen, Stra­ßen­ver­wal­tun­gen und Natur­schutz­ver­bän­de) ist jedoch Vor­aus­set­zung für die lang­fris­ti­ge Erschlie­ßung die­ser Roh­stoff­quel­len. Ein wei­te­rer posi­ti­ver Aspekt in der Roh­stoff­ver­sor­gung stel­len die zahl­rei­chen Unter­neh­men der Säge­in­dus­trie dar.

Es sind zahl­rei­che Akteu­re im Ener­gie­holz­be­reich (Quel­le & Ver­brau­cher) tätig, die in einem pro­fes­sio­nel­len Netz­werk die erfolg­rei­che Ent­wick­lung des Bio­en­er­gie­zen­trums unter­stüt­zen können.

Der Absatz­markt im loka­len und regio­na­len Ein­zugs­ge­biet ist sehr ent­wick­lungs­fä­hig v.a. hin­sicht­lich neu­er Holz­ener­gie­an­la­gen (Kom­mu­nen: Heiz­wer­ke, End­ver­brau­cher: neue und zu sanie­ren­de Ein­zel­feu­er­stät­ten). Ins­be­son­de­re die Anla­gen­dich­te im kom­mu­na­len Kon­text ist rela­tiv gering. Hier besteht ein erheb­li­ches Wachs­tums­po­ten­zi­al für Heiz­wer­ke auf Holz­ba­sis. Bei den Klein­feue­rungs­an­la­gen ist in den kom­men­den Jah­ren mit einer hohen Sanie­rungs- bzw. Ersatz­ak­ti­vi­tät der Kon­su­men­ten zu rech­nen, da vie­le Anla­gen zukünf­tig den gesetz­li­chen Vor­ga­ben nicht mehr ent­spre­chen werden.

Der Cha­rak­ter eines Inte­gra­ti­ons­be­triebs, dass heißt die Beschäf­ti­gung von Men­schen mit und ohne Behin­de­run­gen, stellt ein posi­ti­ves Allein­stel­lungs­merk­mal der Stu­die für Arns­berg dar. Hoch­mo­ti­vier­te Mit­ar­bei­ter in den ver­schie­de­nen Ein­rich­tun­gen der Cari­tas bele­gen die gesell­schaft­lich gewinn­brin­gen­de Bedeu­tung ent­spre­chen­der Integrationsunternehmen.

Mit dem Stadt­wer­ken Arns­berg als Mit­in­itia­to­ren des Pro­jekts ist ein star­ker Part­ner für einen nach­hal­tig erfolg­rei­chen Ver­trieb von Bio­en­er­gie betei­ligt. Das städ­ti­sche Unter­neh­men strebt ein star­kes Wachs­tum in der rege­ne­ra­ti­ven Ener­gie­er­zeu­gung an.

Der Stadt Arns­berg weist für einen Bio­en­er­gie­stand­ort idea­le Merk­ma­le auf. Sowohl die Roh­stoff­quel­len als auch die Absatz­mög­lich­kei­ten für bio­ge­ne Brenn­stof­fe lie­gen an die­ser Schnitt­stel­le zwi­schen stär­ker ver­dich­te­ten und eher länd­li­chen Räu­men in wirt­schaft­lich sehr güns­ti­ger Nähe. Dies wiegt vor dem Hin­ter­grund der hohen Kos­ten­sen­si­ti­vi­tät bio­ge­ner Roh­stof­fe schwer.