Ein Stück Arns­ber­ger Geschich­te in Brand gesteckt

16. Mai 2014
von Redaktion

photo3Arns­berg,  Am 12.05.14 wur­de die Win­tro­per Kapel­le durch Brand­stif­tung bis auf die Grund­mau­ern zer­stört. Nicht nur die Mit­glie­der der Schönstatt-Fami­lie Arns­berg son­dern auch die Arns­ber­ger Bür­ger sind erschüt­tert. Gegen 16.00 Uhr wur­de ein Taxi­fah­rer auf den Rauch im Wald von Win­trop auf­merk­sam. Doch die Feu­er­wehr konn­te die klei­ne Kapel­le nicht mehr retten.
Als Dank für das Ende des Krie­ges erwei­ter­ten 1945 eine Grup­pe jun­ger Mäd­chen der katho­li­schen Bewe­gung Schönstatt in Arns­berg, einen klei­nen Bild­stock im Wald bei Gut Win­trop. Sie bau­ten mit Stei­nen und Holz eine klei­ne Mari­en­ka­pel­le. Ein für sie wich­ti­ger Teil war ein Mari­en­bild das sie dort plat­zier­ten. Bereits 6 Tage nach Kriegs­en­de am 14. Mai 1945, also vor fast 70 Jah­ren, war der ers­te Spatentisch.
Ein Auf­bau unter gro­ßen Mühen
Der ursprüng­li­che Bild­stock im Wald war das Ende eines alten, ver­fal­le­nen Kreuz­wegs. Die Grup­pe der Mäd­chen nah­men dies zum Anlass der Erwei­te­rung – und alles geschah unter gro­ßen Mühen: Für den Bau muss­ten Stei­ne, Höl­zer und alles was nötig war in klei­nen Sack­kar­ren geholt wer­den. Doch auch inhalt­lich haben sich die Jugend­li­chen mit dem Bau aus­ein­an­der­ge­setzt: Die Kapel­le soll­te Segen brin­gen für die Stadt Arns­berg und die Diö­ze­se Pader­born. Im Win­ter war die Kapel­le fer­tig und wur­de am 2. Febru­ar 1946 fei­er­lich durch den dama­li­gen Propst Dr. Theo­dor Leg­ge eingeweiht.
Regel­mäs­si­ger Ort der Ruhe für Arnsberger
Die klei­ne Kapel­le wur­de seit dem von den Mit­glie­dern der Arns­ber­ger Schönstatt-Bewe­gung gepflegt. Sie luden regel­mä­ßig zu Andach­ten ein und zu beson­de­ren Anläs­sen fan­den Got­tes­diens­te im Frei­en statt. In den letz­ten Jah­ren ent­deck­ten man­che Besu­cher der Kapel­le sogar als Ort für Hoch­zei­ten oder Tau­fen. In den Mona­ten Mai pil­ger­ten vie­le Gemein­schaf­ten, Jugend- und ande­re Grup­pen nach Win­trop. Sie such­ten die Kapel­le auf, um das was sie bewegt in aller Ruhe zu reflektieren.
Ein lan­ges Gäs­te­buch mit Gäs­ten aus aller Welt
In der Kapel­le lag all die Jah­re ein gro­ßes Gäs­te­buch und die Ein­tra­gun­gen zei­gen: vie­ler Arns­ber­ger Bür­ger und Wan­de­rer nicht nur aus Deutsch­land besu­chen die Kapel­le aus den ver­schie­dens­ten Anläs­sen. Vor allem die Ruhe an die­sem Ort wur­de von hier oben geschätzt. Bewusst war die Kapel­le Tag und Nacht geöff­net. In den fasst 70 Jah­ren des Bestehens kam es nie zu Van­da­lis­mus oder zu einer Zerstörung.

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Unter­stüt­zung für den Wiederaufbau
Die Schönstatt-Bewe­gung Arns­berg lässt sich von der Zer­stö­rung nicht ent­mu­ti­gen – im gegen­teil. Nach vie­len Zusprü­chen aus der Stadt und dar­über hin­aus über­le­gen sie bereits, wie ein Wie­der­auf­bau mög­lich wird. Wer die­ses Anlie­gen unter­stüt­zen möch­te, kann über das Pfarr­bü­ro Props­tei spen­den. Stich­wort: Win­tro­per Kapel­le. Kon­to­da­ten: Props­tei; Kto-Nr.: 1030246; BLZ 466 500 05 (IBAN DE 87 4665 0005 0001 0302 46), Spen­den­quit­tun­gen wer­den ausgestellt.
Alle die bei Auf­räum- und Auf­bau­ar­bei­ten mit­hel­fen möch­ten sind eben­falls herz­lich will­kom­men. Wir freu­en uns über jede hel­fen­de Hand: Gabrie­le Thie­ßen, Tel.: 02931 16881 (ab 18.00 Uhr oder gabriele.​thiessen@​schoenstatt-​paderborn.​org).
Natür­lich fin­den alle geplan­ten Andach­ten wei­ter­hin in Win­trop statt. Aktu­el­le Infor­ma­tio­nen gibt es auch auf der Inter­net­sei­te www​.schoe​n​statt​-pader​born​.org.

Gabrie­le Thießen