Dra­ma­ti­sches Sze­na­rio in Arns­ber­ger Cari­tas-Werk­stät­ten

28. Juni 2016
von Redaktion

lll llll lllll  Hil­fe­leis­tungs­or­ga­ni­sa­tio­nen arbei­ten gut und effek­tiv zusam­men
Arns­berg. Am Frei­tag, den 24. Juni bricht gegen 18:30 Uhr im Hei­zungs­kel­ler der Cari­tas-Werk­stät­ten im Alten Feld in Arns­berg ein Brand aus, ver­mut­lich ver­ur­sacht durch Hand­wer­ker, die dort War­tungs- und Umbau­ar­bei­ten durch­füh­ren. Ver­schie­de­ne in die­sem Bereich unsach­ge­mäß gela­ger­te brenn­ba­re Mate­ria­li­en, dar­un­ter ins­be­son­de­re Kar­to­na­gen, Holz­pa­let­ten und Kunst­stof­fe, fan­gen sofort Feu­er. Der Brand greift durch offen­ste­hen­de Türen schnell auf ande­re Berei­che des Kel­lers über. Die Brand­mel­de­an­la­ge der Werk­stät­ten über­mit­telt eine auto­ma­ti­sche Alarm­mel­dung an die Feu­er­wehr-Leit­stel­le in Mesche­de. Zeit­gleich wird ein haus­in­ter­ner Alarm im gesam­ten Bereich der Cari­tas Werk­stät­ten aus­ge­löst. Da auch außer­halb der Gebäu­de durch offen­ste­hen­de Türen und Fens­ter sofort eine star­ke Rauch­ent­wick­lung zu ver­zeich­nen ist, set­zen Bewoh­ner des angren­zen­den Berufs­bil­dungs­zen­trums über Fest­netz und Han­dys wei­te­re Not­ru­fe ab.
 
Zum Zeit­punkt des Alarms befin­den sich in den Gebäu­den die vier­köp­fi­ge Hand­wer­ker­ko­lon­ne sowie im Ver­wal­tungs­be­reich das Rei­ni­gungs­per­so­nal mit vier bis sechs Rei­ni­gungs­kräf­ten. Durch eine Fehl­funk­ti­on erfolgt im gesam­ten Gebäu­de kei­ne Schlie­ßung der auto­ma­ti­schen Brand- und Rauch­schutz­tü­ren. Hier­durch kommt es zu einer voll­stän­di­gen Ver­rau­chung des Ein­gangs­be­reichs des Haupt­ge­bäu­des sowie der angren­zen­den Flur­be­rei­che in der Ver­wal­tung.
 
Sze­na­rio einer Groß­übung
 
Dies war das dra­ma­ti­sche Aus­gangs-Sze­na­rio einer Groß­übung der Arns­ber­ger Feu­er­wehr, an der die Basis­lösch­zü­ge 2 und 3, der Fern­mel­de­dienst und der Füh­rungs­dienst der Feu­er­wehr, das Tech­ni­sche Hilfs­werk (THW), der Mal­te­ser Hilfs­dienst (MHD) und der Ret­tungs­dienst teil­nah­men. Die Ein­satz­kräf­te muss­ten sich einer anspruchs­vol­len und mit der Hil­fe von Mimen der Cari­tas rea­li­täts­ge­treu nach­ge­stell­ten kom­ple­xen Scha­dens­la­ge stel­len, wobei es galt, ver­schie­de­ne Übungs­zie­le zu errei­chen: Zum einen soll­ten die Men­schen­ret­tung und die Brand­be­kämp­fung mit schwe­rem Atem­schutz unter erschwer­ten Bedin­gun­gen mit der Ret­tung nicht geh­fä­hi­ger Ver­letz­ter geübt wer­den. Zudem galt es, die Zusam­men­ar­beit der Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen, die Kom­mu­ni­ka­ti­on an der Ein­satz­stel­le sowie die Ord­nung des Ein­satz­rau­mes zu trai­nie­ren.
 
Beim Ein­tref­fen der ers­ten Fahr­zeu­ge wur­de nach einer kur­zen Erkun­dung der Lage durch den Ein­satz­lei­ter sofort eine Rück­mel­dung an die Leit­stel­le gege­ben und die Alarm­stu­fe erhöht. Dar­auf­hin wur­den zusätz­lich zu dem im Anmarsch befind­li­chen Basis­lösch­zug 2 mit den Ein­hei­ten aus Arns­berg, Brei­ten­bruch und Wen­nig­loh auch der Basis­lösch­zug 3, bestehend aus den Weh­ren aus Oeven­trop und Rum­beck, sowie der Fern­mel­de­dienst der Feu­er­wehr alar­miert. Zur Sicher­stel­lung der Strom­ver­sor­gung für die ein­ge­setz­ten Ret­tungs­kräf­te, zur Unter­stüt­zung bei der Men­schen­ret­tung sowie zur Aus­leuch­tung der Ein­satz­stel­le wur­de über­dies der Orts­ver­band Arns­berg des THW zum Übungs­ort beor­dert. Der MHD Arns­berg wur­de außer­dem zur Unter­stüt­zung des Regel-Ret­tungs­diens­tes ins­be­son­de­re zur Betreu­ung der Pati­en­ten­ab­la­ge und zur Erst­ver­sor­gung der „Ver­letz­ten” alar­miert.
 
Ret­tungs­kräf­te arbei­ten Hand in Hand
 
Alle Ret­tungs­kräf­te arbei­te­ten dar­auf­hin Hand in Hand zusam­men und erfüll­ten ihre jewei­li­gen Ein­satz­auf­trä­ge pro­fes­sio­nell und rou­ti­niert. Feu­er­wehr und THW bil­de­ten gemein­sa­me Angriffs­trupps und über­ga­ben die Geret­te­ten an ihre Hel­fer-Kol­le­gen des MHD, die die wei­te­re Ver­sor­gung über­nah­men. Die Brand­be­kämp­fung zeig­te schnell Erfolg, und durch die eige­ne Strom­ver­sor­gung konn­te der Betrieb aller erfor­der­li­cher elek­tri­scher Anla­gen sicher­ge­stellt wer­den.
 
So griff ein Rad in das ande­re, und die 83 ein­ge­setz­ten Ret­tungs­kräf­te, die mit 15 Fahr­zeu­gen im Übungs-Ein­satz waren, konn­ten die­se Lage durch den gemein­sa­men Ein­satz zur Zufrie­den­heit der Übungs­lei­tung bewäl­ti­gen. Sol­che orga­ni­sa­ti­ons­über­grei­fen­den Übun­gen bil­den ein wich­ti­ges Ele­ment der Aus­bil­dung, um auch bei grö­ße­ren Scha­dens­la­gen rou­ti­niert han­deln zu kön­nen. Denn wenn sich die Ein­satz­kräf­te der betei­lig­ten Orga­ni­sa­tio­nen schon ein­mal in Übungs­si­tua­tio­nen ken­nen­ge­lernt haben und ihre jewei­li­gen Arbeits­wei­sen ver­ste­hen, dann arbei­ten sie auch in einer Ein­satz­si­tua­ti­on effek­tiv zusam­men.
(Quel­le: Feu­er­wehr Arns­berg – Basis­lösch­zug 2)