Dia­gno­se” Par­kin­son” im Alter von 30 oder 40 Jah­ren – Was nun?

19. April 2013
von Redaktion

Fach­vor­trag und Grup­pen­grün­dung im Bür­ger­zen­trum Bahn­hof Arns­berg

Arns­berg / Hoch­sauer­land­kreis. Par­kin­son ist kei­ne Alters­krank­heit mehr. Jun­ge Par­kin­son­kran­ke haben ganz ande­re Pro­ble­me als im Alter Betrof­fe­ne. Nur weni­ge Mit­bür­ge­rIn­nen wis­sen, dass Par-kin­son heu­te kei­ne rei­ne Alters­er­kran­kung mehr ist, son­dern auch sehr jun­ge Men­schen tref­fen kann, ohne dass man die Ursa­che kennt. Etwa 10%  der Betrof­fe­nen erkran­ken vor dem 40. Le-bens­jahr.

Da auch bei jun­gen Pati­en­ten die Bewe­gungs­ko­or­di­na­ti­on nicht klappt, die­se also manch­mal zit­tern und „komisch” gehen, wer­den sie auto­ma­tisch als betrun­ken oder gar unter Dro­gen ste­hend, ver­lacht. Der juve­ni­le Par­kin­son ist in Krank­heits­bild und –ver­lauf nicht mit dem Alters­par­kin­son ver­gleich­bar. Das gilt auch für Dia­gno­se und The­ra­pie. Die Neben­wir­kun­gen der Medi­ka­men­te wer­den mit der Zeit stär­ker und sind immer schwe­rer in den Griff zu bekom­men. Jun­ge chro­nisch Kran­ke haben zusätz­li­che Pro­ble­me sowohl in mensch­li­cher wie in sozia­ler, wirt-schaft­li­cher und part­ner­schaft­li­cher Hin­sicht. Die geis­ti­gen Fähig­kei­ten sind nicht betrof­fen. Sie sehen die Situa­ti­on klar und ent­wi­ckeln oft, da sie früh aus dem Erwerbs­le­ben schei­den, Min­der­wer­tig­keits- und Schuld­ge­füh­le. Da das Lei­den nicht ver­bor­gen wer­den kann, ten­die­ren vie­le  dazu, sich zu ver­ste­cken. Mit die­sem erns­ten The­ma befasst sich daher eine Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung am 24. April  ab 18 Uhr im Bür­ger­zen­trum Bahn­hof Arns­berg, Cle­mens-August-Str. 120, in 59821 Arns­berg. Als Refe­rent konn­te Dr. Alex­an­der Simo­now gewon­nen wer­den. Er ist ärzt­li­cher Direk­tor der Neu­ro-logi­schen Kli­nik Sor­pe­see. Dr. Simo­now wird über das Beschwer­de­bild des jun­gen Par­kin­son-Erkrank­ten, über die Sym­pto­ma­tik, die Früh­erken­nung und Behand­lungs­mög­lich­kei­ten refe­rie­ren. „Mit 43 Jah­ren habe ich die Dia­gno­se ” Par­kin­son” erhal­ten“, so Hei­ke Stach. „Das traf mich wie ein Schlag ins Gesicht. Am Anfang woll­te ich es gar nicht glau­ben, hat­te ich doch wäh­rend mei­ner Pfle­ge­aus­bil­dung gelernt, dass es sich um eine Alters­krank­heit han­delt. Ich sah mich schon zit­ternd im Roll­stuhl sit­zen mit Hil­fe beim Essen­an­rei­chen in Anspruch neh­mend. Ich begann, mich mit dem Krank­heits­bild des Jun­gen Par­kin­son Erkrank­ten aus­ein­an­der­zu­set­zen und merk­te schon bald, dass ich den Aus­tausch zu gleich­ge­sinn­ten jun­gen Leu­ten brauch­te. Was Selbst­hil­fe­grup­pen angeht, wur­de ich auch fün­dig, nur nicht für jun­ge Men­schen. Im Janu­ar die­sen Jah­res ver­deut­lich­te mir Dr. Simo­now  in einem per­sön­li­chen Gespräch die Zunah­me der jun­gen Par­kin­son Erkrank­ten. Des­halb habe ich mich auf sei­ne Anre­gung hin dazu ent­schlos­sen, eine Selbst­hil­fe­grup­pe für jun­ge Men­schen im Hoch­sauer­land­kreis zu grün­den.“ In Koope­ra­ti­on mit der Kli­nik Sor­pe­see Sun­dern, wo auch die künf­ti­gen Tref­fen statt­fin­den wer­den, und der AKIS im HSK wird das Vor­ha­ben von Hei­ke Stach zur Grün­dung der Grup­pe unter­stützt. Im Mai soll der Gesprächs­kreis für jun­ge Par­kin­son Betrof­fe­ne, Bekann­te und Ange­hö­ri­ge star­ten.  Datum und Uhr­zeit der künf­ti­gen Tref­fen wer­den am Infor­ma­ti­ons­abend je nach Inter­es­se abge-stimmt. Inter­es­sier­te wen­den sich bit­te an Hei­ke Stach, Tel.: 02937/827246 (ab 19 Uhr) oder die AKIS im HSK, Mari­on Brasch, Tel.: 02931 9638–105, e-Mail: selbsthilfe@arnsberg.de.