Arns­berg als fahr­rad­freund­li­che Stadt aus­ge­zeich­net – Auf­bruch in eine Rad­ver­kehrs­kul­tur

2. Mai 2013
von Redaktion
Arnsberg bald Mitglied der AGFS

Arns­berg bald Mit­glied der AGFS

Arns­berg . Die Stadt Arns­berg wird mit dem offi­zi­el­len Besuch des NRW-Ver­kehrs­mi­nis­ters in Kür­ze in die Arbeits­ge­mein­schaft fahr­rad­freund­li­cher Städ­te und Gemein­den (AGFS) auf­ge­nom­men. Am ver­gan­ge­nen Mon­tag, 29. April, besuch­te eine hoch­ran­gig besetz­te Kom­mis­si­on aus Ver­tre­tern des Land­ta­ges, des Minis­te­ri­ums für Bau­en, Woh­nen, Stadt­ent­wick­lung und Ver­kehr NRW sowie der Geschäfts­füh­rung der AGFS die Stadt Arns­berg.

Nach der Begrü­ßung durch Bür­ger­meis­ter Hans-Josef sowie einem Über­blick über die Maß­nah­men der letz­ten fünf Jah­re durch Chef-Stadt­pla­ner Tho­mas Viel­ha­ber und dem Rad­ver­kehrs­be­auf­trag­ten der Stadt Man­fred Schä­fer, ging die Dele­ga­ti­on auf eine rund 13 Kilo­me­ter lan­ge Rad­tour durch Hüs­ten und Neheim. Bei einem Vor­be­rei­tungs­ter­min vor zwei Jah­ren hat­te man sich bereits einen Ein­druck von Alt-Arns­berg ver­schafft. Bei der Berei­sung mach­ten sich die Teil­neh­mer und Teil­neh­me­rin­nen unter ande­rem ein Bild von den Schutz­strei­fen an Bahn­hof­stra­ße, Graf-Gott­fried-Stra­ße und Stem­berg­stra­ße, den Kreis­ver­keh­ren in Hüs­ten und Neheim, der Öff­nung der Fuß­gän­ger­zo­ne in der Men­de­ner Stra­ße für den Rad­ver­kehr sowie der Nehei­mer Schüt­zen­brü­cke, an der eine Trep­pe in eine Fahr­rad­ram­pe umge­baut wur­de. Letzt­ge­nann­te Maß­nah­me impo­nier­te beson­ders, weil sie im Rah­men der Ruhr­re­na­tu­rie­rung umge­setzt wor­den ist und somit die­se bei­den Maß­nah­men her­vor­ra­gend kom­bi­niert wur­den. Zudem wur­de deut­lich, dass gro­ße Tei­le des Ruhr­tal­Rad­we­ges zuneh­mend für den all­täg­li­chen Rad­ver­kehr genutzt wer­den.

Die Kom­mis­si­on zeig­te sich über­zeugt von den Maß­nah­men der letz­ten fünf Jah­re: Ins­ge­samt ver­fügt Arns­berg der­zeit über 38 km selbst­stän­dig geführ­te Rad­we­ge, 34 Kilo­me­ter stra­ßen­be­glei­ten­de Rad­we­ge und 35 Kilo­me­ter fahr­rad­freund­li­che Stra­ßen und Wege als Teil des Rad­ver­kehrs­net­zes sowie in Tem­po-30-Zonen. Beson­ders beein­druckt war man von den acht Fahr­rad­stra­ßen mit ins­ge­samt neun Kilo­me­ter Län­ge im Stadt­ge­biet. Auch die elf Ein­bahn­stra­ßen, die für den Rad­ver­kehr ent­ge­gen der Fahrt­rich­tung geöff­net sind, und zwölf wei­te­re, die noch in die­sem Jahr geöff­net wer­den sol­len, über­zeug­ten. Posi­tiv wur­de auch das zusam­men­hän­gen­de Wege­netz sowie die Ver­knüp­fung der Maß­nah­men mit Sim­ply City bewer­tet. Lob gab es eben­falls für die Unter­stüt­zung durch die Poli­tik, die durch die Anwe­sen­heit der Aus­schuss­vor­sit­zen­den Wer­ner Latt­rich und Wer­ner Frin doku­men­tiert wur­de.

Ins­ge­samt sah die Kom­mis­si­on einen Auf­bruch in eine Rad­ver­kehrs­kul­tur in Stadt und Ver­wal­tung, die sich unter ande­rem auch in der inten­si­ven Nut­zung der acht Dienst­pe­del­ecs mani­fes­tie­re. Im Zuge der Auf­nah­me in die AGFS gab die Kom­mis­si­on der Stadt noch eini­ge „Haus­auf­ga­ben” mit auf den Weg. So müs­sen an eini­gen Stel­len noch Bord­stei­ne abge­senkt, Vor­fahrts­re­ge­lun­gen und Ampel­schal­tun­gen geän­dert sowie Maß­nah­men auf Haupt­ver­kehrs­stra­ßen in Alt-Arns­berg umge­setzt wer­den. Arns­berg darf das Sie­gel „Fahr­rad­freund­li­che Stadt” für zunächst fünf Jah­re tra­gen. Dann wer­den Ver­tre­ter der AGFS erneut die Stadt besu­chen und prü­fen, ob die emp­foh­le­nen Maß­nah­men umge­setzt wor­den sind.

AGFS: Zukunfts­fä­hi­ge und leben­di­ge Städ­te gestal­ten Die AGFS umfasst rund 60 Städ­te in NRW. Wer Mit­glied wer­den möch­te, muss ein fahr­rad­freund­li­ches Gesamt­kon­zept vor­le­gen, inno­va­ti­ve, effek­ti­ve und unkon­ven­tio­nel­le Wege zur Lösung von Pro­ble­men bevor­zu­gen und kom­mu­nal­po­li­tisch deut­li­che Prio­ri­tä­ten für den Fuß­gän­ger- und Rad­ver­kehr set­zen.

Gene­rel­les Ziel der AGFS ist es, wohn­li­che, zukunfts­fä­hi­ge und leben­di­ge Städ­te zu gestal­ten. Städ­te mit Lebens- und Bewe­gungs­qua­li­tät zeich­nen sich nicht allein durch eine hohe Erreich­bar­keit und Zugäng­lich­keit für alle Ver­kehrs­mit­tel aus, son­dern haben ins­be­son­de­re opti­ma­le Bedin­gun­gen für Nah­mo­bi­li­tät, Nah­ver­sor­gung und Nah­erho­lung. Die Grup­pe der nicht­mo­to­ri­sier­ten Ver­kehrs­teil­neh­mer als Gan­zes ist des­halb beson­ders zu för­dern. Dabei ist das Fahr­rad inner­halb der nicht­mo­to­ri­sier­ten Ver­kehrs­ar­ten die Fort­be­we­gungs­mög­lich­keit mit dem wei­tes­ten Akti­ons­ra­di­us und nahe­zu uni­ver­sell ein­setz­bar. Daher bleibt das Fahr­rad der wich­tigs­te Aktiv­pos­ten für die AGFS.

Die Mit­glie­der der Arbeits­ge­mein­schaft ver­ste­hen sich nicht nur als „fahr­rad­freund­li­che Städ­te und Gemein­den”, son­dern dar­über hin­aus als Modell­städ­te für eine zukunfts­fä­hi­ge, öko­lo­gisch sinn­vol­le und stadt­ver­träg­li­che Mobi­li­tät und unter­stüt­zen alle Maß­nah­men, die die Stadt als Lebens­raum stär­ken – fahr­rad­freund­lich und mehr.