Abschaf­fung der Hun­de­steu­er in Arns­berg – Erhö­hung des objek­ti­ven und sub­jek­ti­ven Sicher­heits­ge­fühls der Arns­ber­ger Bürger

10. Februar 2017
von Redaktion

Arns­berg. Antrag zur Tages­ord­nung für die Sit­zung des Haupt- und Finanz­aus­schus­ses am 09.03.2017 und zur Sit­zung des Rates der Stadt Arns­berg am 14.03.2017.

Sehr geehr­ter Herr Bür­ger­meis­ter Vogel, sehr geehr­te Damen und Her­ren, die AfD Frak­ti­on im Rat der Stadt Arns­berg bean­tragt, zur Erhö­hung des objek­ti­ven und sub­jek­ti­ven Sicher­heits­ge­fühls der Arns­ber­ger Bür­ger und zur Kri­mi­na­li­täts­prä­ven­ti­on, fort­lau­fend die Aus­set­zung der Hun­de­steu­er in der Stadt Arns­berg, begin­nend ab dem 01.04.2017.

 

Begrün­dung:

Täg­lich müs­sen wir der hei­mi­schen Pres­se gleich meh­re­re Ein­bruchs­mel­dun­gen und

Ein­bruchs­ver­su­che, sowohl in Pri­vat­woh­nun­gen- und Häu­ser, als auch in

Geschäfts­räu­me entnehmen.

Die Zahl der Woh­nungs­ein­brü­che ist in Arns­berg, wie auch die offi­zi­el­le, Poli­zei­li­che Kri­mi­na­li­täts­sta­tis­tik (PKS) belegt, seit Jah­ren anstei­gend und das bei

gleich­zei­tig sin­ken­der Aufklärungsquote.

Und auch im öffent­li­chen Raum ist die Zahl der Raub­über­fäl­le und

Hand­ta­schen­dieb­stäh­le ange­stie­gen. Mit der Abschaf­fung der Hun­de­steu­er in der Stadt Arns­berg kann es gelin­gen, eine größt­mög­li­che Sicher­heit für unse­re Bür­ger in der heu­ti­gen Zeit zu schaffen.

Neben Alarm­an­la­gen und Sicher­heits­tü­ren gel­ten Hun­de als bes­ter Schutz vor Die­ben und Ein­bre­chern. Neben mecha­ni­schen Schutz­maß­nah­men emp­fiehlt die Poli­zei in einem Stra­te­gie­pa­pier, sich einen Hund zuzu­le­gen. „Alarm­an­la­gen und Fens­ter­si­che­run­gen“ bie­ten nur beding­ten Schutz, ein Hund ist zwei­fel­los die bes­se­re Lösung.

Ein­schlä­gig vor­be­straf­te Häft­lin­ge wur­den befragt, wel­che Schutz­maß­nah­men am

effek­tivs­ten sind.

Mehr als 50 Pro­zent der Befrag­ten gaben an, sie wür­den nie in ein Haus oder eine Woh­nung ein­drin­gen, in der ein Hund lebt. Auf die Grö­ße des Hun­des kommt es dabei nicht an. Gebell hin­ter der Woh­nungs­tür ist für Ein­bre­cher auf jedem Fall ein Grund, das Wei­te zu suchen. Und Gebell ver­an­lasst auf­merk­sa­me Nach­barn und

Haus­be­woh­ner nach­zu­schau­en, was los ist.

Wenn eine Alarm­an­la­ge los­heult, ist der Täter meist bereits im „Objekt der Begier­de“ und kann zumin­dest eini­ges an Wert­ge­gen­stän­den mitnehmen.

Wenn hin­ge­gen ein Hund hin­ter der Tür knurrt und bellt, kommt der

Ein­bre­cher gar nicht erst hinein.

Neben dem Wach­in­stinkt gibt es noch kör­per­li­che Eigen­schaf­ten, die den Hund zur

leben­den Alarm­an­la­ge machen. Ein Hund hört um vie­les bes­ser als wir Menschen.

Hun­de­oh­ren neh­men Schwin­gun­gen wahr, die weit jen­seits unse­rer Wahr­neh­mun­gen lie­gen. Damit hört er Geräu­sche, lan­ge bevor wir etwas wahrnehmen.

Hun­de­au­gen neh­men Bewe­gun­gen wahr, die uns ent­ge­hen, da Hun­de ein

wesent­lich brei­te­res Blick­feld haben als Men­schen. Auch sehen sie bei zuneh­men­der Dun­kel­heit bes­ser als wir. Die Alarm­an­la­ge Mar­ke „Hund“ ist immer betriebs­be­reit, ohne dass man sie

„ein­schal­ten“ muss, sogar bei Stromausfall.
Hin­zu kommt der wirt­schaft­li­che Aspekt. Durch die gestie­ge­ne Zahl der

Woh­nungs­ein­brü­che, ent­stand allei­ne 2015 ein volks­wirt­schaft­li­cher Scha­den von weit mehr als 500 Mil­lio­nen Euro. Wenn ein­ge­bro­chen wird, haben die Betrof­fe­nen oft­mals mehr mit den psy­chi­schen Fol­gen zu kämp­fen als mit den Materiellen.
Die Abschaf­fung der Hun­de­steu­er in Arns­berg schafft zudem einen wei­te­ren Anreiz sich einen Hund zuzu­le­gen und ver­rin­gert somit wei­ter­hin für vie­le Arns­ber­ger Bür­ger das Risi­ko, Opfer eines Ein­bruchs oder Rau­bes zu werden.

Auch Men­schen, die sich bis­lang aus finan­zi­el­len Grün­den kei­nen Hund hal­ten und erst recht nicht in teu­re Sicher­heits­tech­nik inves­tie­ren kön­nen, oder des­sen Ver­mie­ter kei­ner­lei Inter­es­se an einer tech­ni­schen Auf­rüs­tung und effek­ti­vem Ein­bruch­schutz haben, könn­ten somit auch ein Stück weit siche­rer und frei von Angst leben. So könn­te in Arns­berg auch dem aktu­el­len Urteil des Bun­des­so­zi­al­ge­rich­tes (vom 08.02.2017, Az. 14 AS 10/16 R) ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den, wonach ALG II Bezieher

zukünf­tig kein Recht auf einen Hund als Haus­tier mehr haben. In der

Geset­zes­be­grün­dung zum SGB II sucht man Der­ar­ti­ges ver­ge­bens und gerade

des­halb darf man ver­mu­ten, dass die Grund­la­ge für die­se Ent­schei­dung poli­ti­cal cor­rect­ness ist. Was bedeu­tet die­se Ent­schei­dung nun für ALG II Emp­fän­ger? Ganz ein­fach: Dass es einem ALG II Emp­fän­ger gene­rell zuzu­mu­ten ist, die Kos­ten für gesetz­li­che Pflicht­ver­si­che­run­gen zu ver­mei­den, auch wenn er dafür sei­nen gelieb­ten Hund, des Men­schen bes­ten Freund, ins Tier­heim geben muss. Wer also trotz Ein­kom­men arbeits­los ist, oder in pre­kä­ren Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­sen fest­hängt und ALG II zur Exis­tenz­si­che­rung benö­tigt, weil sein Ein­kom­men zu gering ist, der hat laut BSG gefäl­ligst sei­nen Hund ins Tier­heim zu geben, sofern er sich trotz Job die Kos­ten für die Haft­pflicht­ver­si­che­rung sei­nes Hun­des nicht vom Mun­de abspa­ren kann. Nun, Tier­freun­de wer­den sicher eher Letz­te­res tun, als sich von ihrem meist lang­jäh­ri­gen treu­en Beglei­ter zu tren­nen. Das macht die­ses Urteil aber nicht bes­ser, mit dem all jene die, auch bei uns in Arns­berg, nicht von Ihrem Ein­kom­men leben kön­nen, höchst­rich­ter­lich auf die unters­ten Plät­ze der Gesell­schaft ver­wie­sen wer­den. Mit der Aus­set­zung der Hun­de­steu­er in Arns­berg kann auch hier ein zusätz­li­ches Zei­chen sozia­ler Gerech­tig­keit gesetzt werden.

Die Abschaf­fung der Hun­de­steu­er in Arns­berg wird vor die­sem Hintergrund

Modell­cha­rak­ter bekom­men kön­nen und Arns­berg nicht nur als „Aus­ge­zeich­ne­ten Ort im Land der Ideen“, als „kli­ma­ak­ti­ve Kom­mu­ne“ oder als „Senio­ren­freund­lichs­te Stadt“ prä­sen­tie­ren, son­dern auch als „die Sichers­te Stadt“ von sich reden machen, als die Stadt, die sich für die Sicher­heit ihrer Bür­ger einsetzt.

Gegen­fi­nan­zie­rung, falls erforderlich:

Für das Jahr 2017 sind im städ­ti­schen Haus­halt Ein­nah­men in Höhe von 390.000 Euro im Bereich der Hun­de­steu­er ein­ge­plant. Das Aus­set­zen der Hun­de­steu­er bedeu­tet eine Min­der­ein­nah­me, gerech­net ab dem 01.04.2017, in Höhe von 292.000 Euro für das lau­fen­de Haushaltejahr.

Durch die Absen­kung der Kreis­um­la­ge ergibt sich im lau­fen­den Haus­halts­jahr ein Plus in Höhe von 697.000 Euro, so dass nach Weg­fall der Ein­nah­men durch die Hun­de­steu­er noch ein Plus in Höhe von 405.000 Euro im städ­ti­schen Haus­halt aus­ge­wie­sen wer­den kann.

Pres­se­mel­dung der AfD-Rats­frak­ti­on Arns­berg 10.02.2017