„Mis­ter Feu­er­wehr“ geht in Ruhestand

21. Dezember 2017
von Redaktion

Emon­tio­na­le Ver­ab­schie­dung von Rai­ner Blumenrath

Das Bild zeigt von links Jörg Döring und Die­ter Gre­fe, Kreis­brand­meis­ter Rai­ner Blu­men­rath, des­sen Ehe­frau Julia­ne und Micha­el Kling. Foto: Hen­drik Klein

Mär­ki­scher Kreis. (pmk). Mit ste­hen­den Ova­tio­nen ver­ab­schie­de­ten gut 60 gela­de­ne Gäs­te aus Feu­er­wehr, von Poli­zei, Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen und Ver­wal­tun­gen Kreis­brand­meis­ter Rai­ner Blu­men­rath in den Ruhestand. 

Gut 60 gela­de­ne Gäs­te erho­ben sich im gro­ßen Sit­zungs­saal des Lüden­schei­der Kreis­hau­ses geschlos­sen von ihren Sit­zen und zoll­ten damit einem Mann ihren Respekt, der seit Janu­ar 1994 als Kreis­brand­meis­ter des Mär­ki­schen Krei­ses gro­ße Spu­ren hin­ter­las­sen hat. Für den Mein­erz­ha­ge­ner Rai­ner Blu­men­rath war es ein­mal mehr ein hoch-emo­tio­na­ler Ter­min. Damit endet die Dienst­zeit eines Man­nes, den man getrost als „Feu­er­wehr­mann mit Leib und See­le” bezeich­nen kann.

Land­rat Tho­mas Gemke erin­ner­te an den Wer­de­gang Blu­men­raths, die zahl­rei­chen Ver­diens­te um Feu­er­wehr und Brand­schutz im Mär­ki­schen Kreis. Der Mein­erz­ha­ge­ner war am 01. Dezem­ber 1973 in die Feu­er­wehr Mein­erz­ha­gen ein­ge­tre­ten. „In die Lösch­grup­pe Wil­lerts­ha­gen”, so Blu­men­rath. Gemke nann­te in sei­ner Lau­da­tio wei­te­re Eck­punk­te der Dienst­zeit Blu­men­raths – den Auf­bau eines digi­ta­len Alar­mie­rungs­sys­tems, die Vor­sor­ge­kon­zep­ti­on von Groß­scha­dens­la­gen, die Ein­satz­pla­nun­gen für den Welt­ju­gend­tag in Köln 2005 und die Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft 2006. In die zwei­te Amts­pe­ri­ode fie­len die Ter­ror­an­grif­fe am 11. Sep­tem­ber 2001 mit den fol­gen­den Antrax-Anschlä­gen. Bei der Tsu­na­mi-Kata­stro­phe in Süd­ost-Asi­en im Dezem­ber 2004 brach­te er sei­ne Kennt­nis­se und Erfah­run­gen als Fach­be­ra­ter in dem damals in Bonn ein­ge­rich­te­ten Kri­sen­stab des THW ein.

 Er habe Höhen und Tie­fen in sei­ner Dienst­zeit als Kreis­brand­meis­ter erlebt, so Blu­men­rath. Sicht­lich bewegt berich­te­te er in sei­ner Dan­kes­re­de von den Ein­sät­zen beim Jahr­hun­dert­sturm Kyrill im Jahr 2007, bei dem Feu­er­wehr­mann Andre­as Fis­ter von einem her­ab­stür­zen­den Baum getrof­fen und nach wochen­lan­gem Koma im Alter von nur 45 Jah­ren ver­stor­ben war. Auch der Schüt­zen­fest-Unfall in Men­den nann­te Blu­men­rath. „Ich habe immer Ein­sät­ze gehasst Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge vor Ort trös­ten zu müs­sen.” Rich­tig stolz sei er dar­über, dass der Frau­en­an­teil in der Feu­er­wehr wäh­rend sei­ner Amts­zeit um 1.500 Pro­zent gestei­gert wer­den konn­te. Der Auf­bau der Kin­der- und Jugend­feu­er­weh­ren wäre sicher auch ohne Rai­ner Blu­men­raths hart­nä­cki­gen Ein­satz nicht so erfolg­reich gewe­sen. Mit einem ker­ni­gen „Ich mel­de mich ab” ver­ab­schie­de­te sich Rai­ner Blu­men­rath in den Ruhe­stand. Sei­ner Ehe­frau Julia­ne, Toch­ter und Schwie­ger­sohn ver­sprach er, die in den ver­gan­ge­nen Jah­ren etwas zu kurz gekom­me­ne gemein­sa­me Zeit mit der Fami­lie nachzuholen.

An sei­nem letz­ten Tag im Dienst erhielt der ohne­hin schon hoch-deko­rier­te Kreis­brand­meis­ter wei­te­re Urkun­den und Ehren­zei­chen. Der Prä­si­dent des Deut­schen Feu­er­wehr­ver­ban­des, Hart­mut Ziebs, hef­te­te dem Mein­erz­ha­ge­ner die sil­ber­ne Ehren­na­del des Deut­schen Feu­er­wehr-Ver­ban­des ans Revers und Jörg Frei­burg vom Tech­ni­schen Hilfs­werk über­reich­te Ehren­ur­kun­de und Medail­le des THW. Für Rai­ner Blu­men­rath gin­gen damit emo­tio­na­le Wochen zu Ende, die mit dem fei­er­li­chen Zap­fen­streich Ende Novem­ber anläss­lich sei­ner letz­ten Jah­res­dienst­be­spre­chung in Kiers­pe-Rönsahl began­nen. Und auch die­ses Mal hat­ten sich sie Feu­er­weh­ren aus dem Vol­me­ral wie­der etwas Spe­zi­el­les für den schei­den­den Kreis­brand­meis­ter aus­ge­dacht. Sie fuh­ren ihn mit Feu­er­wehr-Fahr­zeu­gen in Sta­fet­ten von Mein­erz­ha­gen über Kiers­pe und Hal­ver zum Kreis­haus nach Lüden­scheid, wo sei­ne Ankunft mit Blau­licht und Mar­tins­horn ange­kün­digt wur­de. Rai­ner Blu­men­rat gerührt: „Es gibt eben nichts Schö­ne­res als Feu­er­wehr­mann zu sein.”

 Land­rat Tho­mas Gemke nutz­te den fei­er­li­chen Rah­men, dem Blu­men­rath-Nach­fol­ger als Kreis­brand­meis­ter, Micha­el Kling aus Nach­rodt-Wib­lingwer­de, des­sen Urkun­de zu über­rei­chen. Kling ist offi­zi­ell ab 1. Janu­ar Kreis­brand­meis­ter. Des­sen bis­he­ri­ge Posi­ti­on als stell­ver­tre­ten­der Kreis­brand­meis­ter nimmt jetzt Brand­rat Jörg Döring von der Berufs­feu­er­wehr Iser­lohn ein. Dörings Lebens­mit­tel­punkt ist Hagen-Dahl.