Sozia­le und inne­re Sicher­heit gehen für Sun­derner Sozi­al­de­mo­kra­ten Hand in Hand

1. April 2019
von Redaktion

Dis­ku­tier­ten im Sun­derner Hof­ca­fé: Heinz-Micha­el Ger­hards, Mah­mut Özde­mir, Dirk Wie­se und Bür­ger­meis­ter Ralph Bro­del (Foto: SPD)

Sun­dern. Enga­giert, kom­pe­tent und sach­ori­en­tiert for­mu­lier­te der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Mah­mut Özde­mir jetzt in Sun­dern die Vor­stel­lun­gen der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on zur Sicher­heits­po­li­tik. Im Rah­men der Ver­an­stal­tungs­rei­he „Frak­ti­on vor Ort“ hat­te der Sauer­län­der Abge­ord­ne­te Dirk Wie­se sei­nen Duis­bur­ger Kol­le­gen und Heinz-Micha­el Ger­hards, den Vor­sit­zen­den der GDL Best­wig, nach Sun­dern ins Hof Cafè ein­ge­la­den.

Schon in sei­nem Ein­stiegs­re­fe­rat zeig­te sich Özde­mir als Ver­fech­ter für einen hand­lungs­fä­hi­gen und star­ken Rechts­staa­tes. Aller­dings sei die sozia­le Sicher­heit der Men­schen eine Vor­aus­set­zung dafür, dass die inne­re Sicher­heit auf Dau­er gewähr­leis­tet ist. Er beton­te, dass es Ziel der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on ist, die staat­li­chen Sicher­heits­kräf­te noch bes­ser, sowohl mit per­sön­li­cher Schutz­aus­rüs­tung als auch mit tech­ni­schen Gerät­schaf­ten, aus­zu­stat­ten. Wider­stand gegen die Staats­ge­walt, Respekt­lo­sig­keit gegen Ein­satz­kräf­te kön­nen im Gesamt­sys­tem unse­rer Sicher­heits­ar­chi­tek­tur, so Mah­mut Özde­mir, nicht hin­ge­nom­men wer­den.

Respekt­lo­sig­keit gegen Ein­satz­kräf­te kann nicht hin­ge­nom­men wer­den

Auf­ge­grif­fen wur­de das Stich­wort „Respekt­lo­sig­keit“ in der Dis­kus­si­on von Heinz-Micha­el Ger­hards (Gewerk­schaft Deut­scher Loko­mo­tiv­füh­rer). Er berich­te­te über eine stei­gen­de Zahl von Über­grif­fen, Pöbe­lei­en und Belei­di­gun­gen von Zug­be­glei­ter und Zug­füh­rer. Zur Gleich­wer­tig­keit der Lebens­ver­hält­nis­se in Stadt und Land, so Ger­hards, gehört es auch, dass auch im Schie­nen­per­so­nal­ver­kehr des länd­li­chen Rau­mes aus­rei­chend Sicher­heits­kräf­te zur Ver­fü­gung ste­hen müs­sen. Die Bun­des­po­li­zei soll­te, nach Ansicht des Gewerk­schaft­lers, an allen Bahn­hö­fen zum Ein­satz kom­men.
Obwohl 2019 über 3.100 neue Stel­len bei den Sicher­heits­be­hör­den geschaf­fen wer­den sol­len, ist die­ses nach Ansicht der Dis­kus­si­ons­teil­neh­mer, nur ein Teil inner­halb der Sicher­heits­po­li­tik. Einig war man sich, in der gut und ziel­füh­rend geführ­ten Dis­kus­si­on dar­über, dass z. B. in sozia­len Brenn­punk­ten, in Schu­len, in Jugend­zen­tren und schwie­ri­gen Stadt­tei­len die vor­ge­la­ger­te Prä­ven­ti­ons­ar­beit deut­lich ver­stärkt wer­den muss. Vor­sor­ge ist bes­ser als Nach­sor­ge.

Prä­ven­ti­ons­ar­beit deut­lich ver­stär­ken

Um Kri­mi­na­li­tät vor­zu­beu­gen und die inne­re Sicher­heit zu erhö­hen, muss die Prä­ven­ti­ons­ar­beit ver­än­dert wer­den. Damit die­ses erreicht wer­den kann, muss die Poli­zei und ande­re Stel­len, nach Ansicht der Ver­samm­lungs­teil­neh­mer, viel­fäl­ti­ge Pro­gram­me und Maß­nah­men ent­wi­ckeln. Für die gesamt­ge­sell­schaft­li­che Auf­ga­be der Prä­ven­ti­on müs­sen, so Mah­mut Özde­mir und Dirk Wie­se, gege­be­nen­falls wei­te­res Per­so­nal und höhe­re Finanz­mit­tel zur Ver­fü­gung gestellt wer­den.

Maß­nah­men, wie z.B. das 2017 in Kraft getre­te­ne Gesetz zur Ver­mö­gens­ab­schöp­fung, sind nach Ansicht von Mah­mut Özde­mir gut geeig­net, Gewin­ne aus Straf­ta­ten bereits im Rah­men eines Straf­pro­zes­ses ein­zu­zie­hen. Hier­durch wur­de durch das Par­la­ment der Straf­ver­fol­gungs­be­hör­de ein sehr wir­kungs­vol­les Instru­ment an die Hand gege­ben. Zur aktu­el­len Dis­kus­si­on über die Straf­ta­ten im Bereich von Kin­des­miss­brauch soll­te nach Ansicht von Özde­mir, die aktu­ell gel­ten­den Ver­jäh­rungs­fris­ten kom­plett auf­ge­ho­ben wer­den.

Sicher­heit im ana­lo­gen (nor­ma­len) Leben und die Sicher­heit im vir­tu­el­len (Inter­net) Leben müs­sen nach Ansicht der sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Abge­ord­ne­ten Hand in Hand gehen.