CDU for­dert Rad­weg: Kreis­tag beschließt über end­gül­ti­ge Auf­ga­be der Röhr­tal­bahn

13. Juni 2019
von Redaktion

Die Reak­ti­vie­rungs­plä­ne für die Röhr­tal­bahn sol­len end­gül­tig auf­ge­ge­ben wer­den (Foto: pri­vat)

Hoch­sauer­land­kreis. Die CDU-Kreis­tags­frak­ti­on bean­tragt, die Reak­ti­vie­rung der Röhr­tal­bahn zu stop­pen und statt­des­sen einen leis­tungs­fä­hi­gen Rad­weg auf der Tras­se ab Hüs­ten anzu­le­gen. Dies sei das Ergeb­nis eines umfang­rei­chen Abwä­gungs­pro­zes­ses der Christ­de­mo­kra­ten unter Ein­be­zie­hung der Men­schen vor Ort.

Auf der Bahn­tras­se der Röhr­tal­bahn läuft seit 1966 kein fahr­plan­mä­ßi­ger Schie­nen­ver­kehr mehr. Auch der Schü­ler­ver­kehr wur­de 1977 ein­ge­stellt. Die Indus­trie nutzt die Tras­se nur bis zum Coil Lager in Arns­berg-Hüs­ten.

Öko­lo­gi­sche und öko­no­mi­sche Aspek­te abwä­gen

Die CDU begrüßt grund­sätz­lich die Vor­ge­hens­wei­se, alle still­ge­leg­ten Bahn­stre­cken auf Mög­lich­kei­ten zur Reak­ti­vie­rung im Per­so­nen- und Güter­ver­kehr zu unter­su­chen. Aller­dings beto­nen die Christ­de­mo­kra­ten, dass dabei öko­lo­gi­sche und öko­no­mi­sche Aspek­te unbe­dingt gegen­ein­an­der abge­wo­gen wer­den müs­sen.

Jeden­falls dür­fe eine Reak­ti­vie­rung der Stre­cke nicht zur einer Ver­schlech­te­rung der Anbin­dung der Men­schen vor Ort an den öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr füh­ren. Dies aber wäre nach Über­zeu­gung der CDU-Kreis­tags­frak­ti­on mit einer Reak­ti­vie­rung der Fall.

Zur Per­so­nen­be­för­de­rung betreibt die RLG die Bus­li­ni­en S 20 und R 25. Die­se Bus­se fah­ren halb­stünd­lich, die Bahn wür­de dem­ge­gen­über nur stünd­lich fah­ren. In Sun­dern kön­nen die Fahr­gäs­te der­zeit an 15 Bus­hal­te­stel­len in den Bus stei­gen, für die Röhr­tal­bahn gäbe es dort nur einen Bahn­hof. Um aus einem der Rand­be­zir­ke Sun­derns nach Arns­berg-Neheim zu kom­men, wäre mehr­fa­ches Umstei­gen vom Bus in die Bahn und wie­der von der Bahn in den Bus not­wen­dig. Mit dem gegen­wär­ti­gen Bus­ver­kehr funk­tio­nie­re dies hin­ge­gen unpro­ble­ma­tisch ohne umzu­stei­gen. Für die Nut­zer des ÖPNV gestal­te sich der Bus­ver­kehr auf­grund der Tak­tung und der zahl­rei­chen Hal­te­stel­len daher momen­tan deut­lich bes­ser.

Exor­bi­tant hohen Kos­ten

Über­dies wäre die Reak­ti­vie­rung der Bahn­li­nie mit exor­bi­tant hohen Kos­ten ver­bun­den. Bahn­hö­fe oder Bahn­stei­ge sind im Lau­fe der Jah­re ent­we­der ganz ent­fal­len oder zurück gebaut wor­den – z.B. in Müsche­de, Hach­en und Ste­mel. Bahn­über­gän­ge müss­ten reak­ti­viert wer­den. Ins­ge­samt sei­en damit hohe Kos­ten ver­bun­den, die wahr­schein­lich nicht unter 15 Mio. Euro bei der güns­tigs­ten der vor­ge­stell­ten Vari­an­ten betra­gen wür­den.

Dar­über hin­aus wür­de der Vor­teil einer Anbin­dung an das Schie­nen­netz der DB durch nicht hin­nehm­ba­re Nach­tei­le für den Stra­ßen­ver­kehr auf­ge­ho­ben. Die Bahn­tras­se kreuzt auf der Stre­cke von Müsche­de bis nach Sun­dern an gesi­cher­ten Bahn­über­gän­gen vier­mal die B 229 bzw. die L 519. Das wür­de zu erheb­li­chen Beein­träch­ti­gun­gen des Ver­kehrs­flus­ses die­ser ohne­hin stark belas­te­ten Stra­ßen füh­ren. In Sun­dern und Hach­en kreuzt die Bahn­t­as­se mehr­fach Wohn­sam­mel­stra­ßen, die in die Haupt­stra­ßen mün­den, was eben­falls zu erheb­li­chen Beein­träch­ti­gun­gen beim Ein­fah­ren in den Haupt­ver­kehrs­strom füh­ren wür­de. Die Anfahr­zei­ten der Ein­satz­kräf­te der Ret­tungs­wa­chen Sun­dern und der Feu­er­wehr Hach­en wür­den durch die Bahn­über­gän­ge eben­falls nega­tiv beein­träch­tigt.

Leis­tungs­fä­hi­ger Rad­weg auf der Tras­se

Dem­ge­gen­über könn­te mit einem Bruch­teil der Reak­ti­vie­rungs­kos­ten ein leis­tungs­fä­hi­ger Rad­weg auf der Tras­se ab Hüs­ten gebaut wer­den. Damit wären sowohl Sun­dern als auch die Sor­pe­tal­sper­re kom­for­ta­bel an den gut genutz­ten Ruhr­tal­rad­weg ange­bun­den. Für den Tou­ris­mus im Bereich Sor­pe­see wäre das von gro­ßem Vor­teil. Alter­na­ti­ve Tras­sen für die­sen Rad­weg ste­hen zwi­schen Hüs­ten und Hach­en nicht zur Ver­fü­gung.

Die CDU-Kreis­tags­frak­ti­on for­dert daher den Kreis­tag auf, sei­ne Ver­tre­ter in den Gre­mi­en der RLG (als Eigen­tü­me­rin der Tras­se), des ZRL sowie des NWL anzu­wei­sen, die Reak­ti­vie­rung der Röhr­tal­bahn nicht mehr wei­ter zu ver­fol­gen und die Rea­li­sie­rung eines Rad­we­ges auf der jet­zi­gen Tras­se vor­an­zu­trei­ben. Fer­ner sol­len der Kreis­tag und die Öffent­lich­keit regel­mä­ßig über den Sach­stand infor­miert wer­den.