Mit einem blau­en Auge davon gekom­men

14. Juni 2013
von Redaktion

Kreis lädt vier Fami­li­en aus Elbe-Els­ter nach Nor­der­ney ein

Noch immer schützen mehrere Tausend Sandsäcke die Deiche in Mühlberg. Links Landrat Thomas Gemke, rechts Landrat Christian Jaschinski. Foto: Krüger/Märkischer Kreis

Noch immer schüt­zen meh­re­re Tau­send Sand­sä­cke die Dei­che in Mühl­berg. Links Land­rat Tho­mas Gemke, rechts Land­rat Chris­ti­an Jaschin­ski. Foto: Krüger/Märkischer Kreis


Mär­ki­scher Kreis. (pmk). Bei einem Besuch im Part­ner­schafts­kreis Elbe-Els­ter in Bran­den­burg infor­mier­te sich Land­rat Tho­mas Gemke über die Fol­gen der Flut­ka­ta­stro­phe dort.
Der Land­kreis Elbe-Els­ter in Bran­den­burg ist bei der jüngs­ten Flut­ka­ta­stro­phe noch mit einem blau­en Auge davon gekom­men. Die­sen Ein­druck bekam Land­rat Tho­mas Gemke bei sei­nem jüngs­ten Besuch im Part­ner­schafts­kreis des Mär­ki­schen Krei­ses. Gemein­sam mit sei­nem Amts­kol­le­gen, Land­rat Chris­ti­an Jaschin­ski, und dem zustän­di­gen Ers­ten Bei­geord­ne­ten, Dezer­nen­ten und Käm­me­rer Peter Hans schau­te sich Gemke die Hoch­was­ser­ge­bie­te vor allem in der beson­ders betrof­fe­nen Stadt Mühl­berg an.
„Obwohl meh­re­re Qua­drat­ki­lo­me­ter über­schwemmt waren und zum Teil noch sind, ist es für den Land­kreis Elbe-Els­ter wohl noch glimpf­lich aus­ge­gan­gen“, so das Urteil von Tho­mas Gemke. Das sei vor allem ein Ver­dienst der bis zu 1.000 Hel­fer, die tage­lang im Ein­satz waren. „Die Feu­er­weh­ren kamen aus Hes­sen, es waren zudem 250 Bun­des­wehr­sol­da­ten vor Ort. Die­sen Hel­fern sind die Men­schen im Part­ner­schafts­kreis unend­lich dank­bar“, erfuhr der Land­rat vor Ort. Auch das Tech­ni­sche Hilfs­werk, die Poli­zei sowie das Deut­sche Rote Kreuz waren pau­sen­los im Ein­satz. „Wenn sie nicht gewe­sen wären, wäre es zu einer rich­ti­gen Ka-tastro­phe gekom­men.“ Betrof­fen von den Was­ser­mas­sen sei vor allem die Land­wirt­schaft.
250 Sol­da­ten des Auf­klä­rungs­ba­tail­lons 13 aus Gotha unter ihrem Kom­man­deur Oberst­leut­nant Ingo Kor­zetz waren in fei­er­li­chem Rah­men ver­ab­schie­det wor­den. Meh­re­re Hun­dert Mühl­ber­ger lie­ßen es sich nicht neh­men, den Sol­da­ten mit Blu­men und viel Applaus Dan­ke zu sagen.
Es war des­halb kei­ne Fra­ge für die Land­rä­te Tho­mas Gemke und Chris­ti­an Jaschin­ski, beim Öku­me­ni­scher Dank­got­tes­dienst in der Frau­en­kir­che am Neu­städ­ter Markt in Mühl­berg dabei zu sein. Dort tra­fen sie auch die Bür­ger­meis­te­rin von Mühl­berg, Han­ne­lo­re Bren­del. „Gemein­sam ist es gelun­gen, die teil­wei­se mehr als 100 Jah­re alten Dei­che durch Siche­run­gen und Auf­sto­ckun­gen vor einem Bruch zu sichern, damit die Was­ser­mas­sen nicht die Stadt über­spü­len“, so Bren­del. Als Erin­ne­rung an ihren Ein­satz im Land­kreis Elber-Els­ter erhiel­ten die Hel­fer klei­ne Minia­tur-Sand­sä­cke.
Bewährt im Kampf gegen die Was­ser­mas­sen haben sich die Spund­wän­de, die zuvor um 1,50 Meter erhöht wor­den waren. „Ansons­ten wäre es noch viel, viel schlim­mer gekom­men“, so Land­rat Tho­mas Gemke. Posi­tiv aus­ge­zahlt habe sich jetzt auch, dass die Dei­che nach der letz­ten Flut aus dem Jahr 2002 teil­wei­se erhöht wor­den sei­en. „Eini­ge waren noch nicht ganz fer­tig, das pas­sier­te aber in Ein­zel­fäl­len jetzt qua­si über Nacht. Sie müs­sen nur noch ver­dich­tet wer­den.“ Den Land­rat des Mär­ki­schen Krei­ses macht sehr betrof­fen, wie vie­le Schick­sals­schlä­ge die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger im Part­ner­schafts­kreis in den ver­gan­ge­nen Jah­ren erdul­den muss-ten. Es war die vier­te Flut inner­halb von gut zehn Jah­ren für den Land­kreis – 2002 Mühl­berg an der Elbe, Rekord-Was­ser­stand 9,98 Meter, 2006 eben­falls Mühl­berg an der Elbe, 2010 Kata­stro­phen­hoch­was­ser an der Schwar­zen , 2013 Hoch­was­ser gleich an zwei Brenn­punk­ten: Elbe und Schwar­ze Els­ter, Höchst­stän­de aus den Vor­jah­ren wur­den nur knapp ver­fehlt.
Die Feu­er­wehr aus Hes­sen hat hei­mi­sche Weh­ren ver­stärkt und unter­stützt, auch durch beein­dru­cken­de Tech­nik, bei­spiels­wei­se mit einer Sand­sack­füll­ma­schi­ne, die 5.000 Säcke pro Stun­de füll­te. In Spit­zen­zei­ten waren mehr als 1.000 Hel­fer an Elbe und Schwar­zer Els­ter im Ein­satz. Es war eine Mate­ri­al­schlacht der Super­la­ti­ve. Tau­sen­de Ton­nen Kies zur Deich­sta­bi­li­sie­rung und für Ver­tei­di­gungs­we­ge wur­den ver­baut eben­so wie meh­re­re Hun­dert­tau­send Sand­sä­cke. Neben den pro­fes­sio­nel­len Hel­fern waren unzäh­li­ge Frei­wil­li­ge im Ein­satz.
Des­halb habe sich der Mär­ki­sche Kreis ent­schlos­sen, vier beson­ders betrof­fe­ne Fami­li­en aus dem Part­ner­schafts­kreis im kom­men­den Jahr zu einem Kurz­ur­laub ins Schul­land­heim des Krei­ses auf die Nord­see­insel Nor­der­ney ein­zu­la­den. „Wir hof­fen, dass sie sich dort ein wenig erho­len kön­nen“, so Gemke. Wel­che Fami­li­en es sein wer­den, das wird die Kreis­ver­wal­tung Elbe-Els­ter gemein­sam mit Land­rat Chris­ti­an Jaschin­ski fest­le­gen.
Immer mehr Men­schen aus dem Mär­ki­schen Kreis möch­ten auch für die Flut­op­fer im Part­ner­schafts­kreis Spen­den. Ihnen emp­fiehlt Land­rat Tho­mas Gemke das vor Ort ein­ge­rich­te­te Spen­den­kon­to: Spar­kas­se Elbe-Els­ter, Kon­to­num­mer 201 01 17 27, Bank­leit­zahl 180 510 00, Kenn­wort „Land­kreis Elbe-Els­ter-Spen­den­kon­to Hoch­was­ser 2013“.