Kreis schließt Schul­stand­ort Alte­na

10. Oktober 2013
von Redaktion

Kreis schließt Schul­stand­ort Alte­na

Ver­le­gung nach Hal­ver-Osten­dorf 2017

130879V

Die Depen­dance des Eugen-Schma­len­bach-Berufs­kol­legs in Alte­na ist 2017 Geschich­te. Foto: Ilo­na Gruß/Märkischer Kreis

Mär­ki­scher Kreis. (pmk). Der Schul­stand­ort Alte­na des Eugen-Schma­len­bach-Berufs­kol­legs ist dem­nächst Geschich­te. Der Schul- und Sport­aus­schuss beschloss, die dort ange­bo­te­nen Bil­dungs­gän­ge nach Hal­ver-Osten­dorf zu ver­la­gern.

Zum Ende des Schul­jah­res 2016/2017 soll der Mär­ki­sche Kreis die Schul­de­pen­dance Eugen-Schma­len­bach-Berufs­kol­legs am Stand­ort Alte­na schlie­ßen. Alle dort ein­ge­rich­te­ten Bil­dungs­gän­ge sol­len an den Stand­ort Hal­ver-Osten­dorf ver­legt wer­den. Die Ver­wal­tung wur­de von den Mit­glie­dern des Schul- und Sport­aus­schus­ses in der jüngs­ten Sit­zung auf­ge­for­dert, die dafür erfor­der­li­chen Maß­nah­men umzu­set­zen. Die­sen Beschluss fass­te der Aus­schuss mit gro­ßer Mehr­heit – CDU und SPD stimm­ten dafür, die klei­nen Frak­tio­nen von FDP, UWG, Bündnis90/Die Grü­nen und Die Lin­ke votier­ten dage­gen.

 

Betrof­fen von der Ver­le­gung wären die Bil­dungs­gän­ge Ein­zel­han­dels­kauf­man­n/-frau, Indus­trie-kauf­man­n/-frau, die ein­jäh­ri­ge Berufs­fach­schu­le mit Fach­ober­schul-Rei­fe, Höhe­re Han­dels­schu­le, Berufs­grund­schul­jahr sowie All­ge­mei­ne Hoch­schul­rei­fe BWL. Die­se Bil­dungs­gän­ge besu­chen aktu­ell 472 Schü­le­rin­nen und Schü­ler – die sel­ben Bil­dungs­gän­ge nut­zen in Hal­ver-Osten­dorf noch ein­mal 976 Jugend­li­che. Die­se Zah­len gehen aus der Ver­wal­tungs­vor­la­ge für die Sit­zung her­vor. Fach­be­reichs­lei­ter Ecke­hard Beck brach­te die aktu­ells­ten Anmel­de­zah­len für das Berufs­kol­leg in Hal­ver-Osten­dorf mit in die Sit­zung. „Im Okto­ber waren es 2.030, 60 weni­ger als bis­her.“

 

Die Schul­ver­wal­tung konn­te den Auschuss­mit­glie­dern eben­falls mit­tei­len, dass die ange­hör­ten 122 Indus­trie- und Han­dels­be­trie­be sowie die SIHK und der Arbeit­ge­ber­ver­band eine Zusam-men­le­gung der Bil­dungs­gän­ge in Hal­ver als unkri­tisch betrach­ten. Die Raum­ka­pa­zi­tät in Osten­dorf rei­che aus, Nach­tei­le für den Unter­richt sei­en nicht zu erwar­ten. Im Gegen­teil, eine Zen­tra­li­sie­rung der Bil­dungs­gän­ge am Schul­stand­ort Hal­ver füh­re vor­ran­gig sogar zu einer Ver­bes­se­rung der Aus­bil­dung im Hin­blick auf die Qua­li­tät und Quan­ti­tät. Nach der­zei­ti­gem Stand erge­be sich für den Kreis zudem eine Kos­ten­ein­spa­rung in Höhe von 100.000 Euro jähr­lich. Alle Schü­le­rin­nen und Schü­ler, die zur­zeit in Alte­na unter­rich­tet wer­den, kön­nen dort ihre Aus­bil­dung plan­mä­ßig abschlie­ßen. Für die Fol­ge­nut­zung des Schul­ge­bäu­des soll ein Gesamt­kon­zept erar­bei­tet wer­den.

 

Wider­stand gegen die Schlie­ßungs­plä­ne for­mier­te sich bei den klei­nen Frak­tio­nen. Alle baten dar­um, das The­ma noch ein­mal aus­führ­lich zu bera­ten. Bünd­nis 90/Die Grü­nen pro­gnos­ti­zier­ten, es fehl­ten nach der Zusam­men­le­gung 13 Räu­me in Hal­ver-Osten­dorf. Sie befürch­ten sogar, dass Schü­ler in Nach­bar­krei­se abwan­dern könn­ten. „Schul­schlie­ßun­gen macht man nicht mal eben so“, kam von der Ver­tre­te­rin Die Lin­ke. Auch die UWG hat­te noch Bera­tungs­be­darf und kün­dig­te ihr Nein zur Zusam­men­le­gung an. Nun beschäf­ti­gen sich noch der Kreis­aus­schuss und der Kreis­tag mit dem The­ma.

 

Mit sehr gro­ßer Mehr­heit beschlos­sen die Aus­schuss-Mit­glie­der eini­ge neue Bil­dungs­gän­ge am Hön­ne-Berufs­kol­leg des Krei­ses in Men­den, am Ger­trud-Bäu­mer-Berufs­kol­leg in Lüden­scheid, am Berufs­kol­leg für Tech­nik in Lüden­scheid sowie zwei des Hön­ne-Berufs­kol­legs in der JVA in Iser­lohn. Ledig­lich die FDP votier­te dage­gen. Sie sieht unter ande­rem durch die Ein­rich­tung des Bil­dungs­gangs „All­ge­mei­ne Hochschulreife/Gesundheit“ am Hön­ne-Berufs­kol­leg den Stand­ort Men­den der Pla­ci­da-Schu­le gefähr­det. Zudem bekla­gen die Libe­ra­len, dass immer mehr Aus­bil­dung von den Betrie­ben in die Schu­len ver­la­gert wer­de.

 

Die Schul­ver­wal­tung leg­te den Kreis­po­li­ti­kern einen Sach­stands­be­richt zur Inklu­si­on im Schul­be­reich vor sowie zur Fort­schrei­bung des Schul­ent­wick­lungs­pla­nes für die Schu­len des Mär­ki­schen Krei­ses.