Klei­ne fei­ne Pup­pen­welt oder ein Blick in einen Pup­pen­sa­lon

30. Januar 2013
von Redaktion

Foto: Puppenstube aus dem Biedermeier

Foto: Pup­pen­stu­be aus dem Bie­der­mei­er


Mär­ki­scher Kreis. (pmk) .  Sie kön­nen einen schon fas­zi­nie­ren, die Pup­pen­stu­ben von frü­her: Alles ist so klein und wirkt so nied­lich. Als Abbil­der der rea­len All­tags­welt zei­gen sie, wie sich Men­schen einst ein­rich­te­ten, womit sie sich umga­ben oder – bezo­gen auf die Pup­pen – was sie tru­gen. Die Muse­en des Mär­ki­schen Krei­ses auf der Burg Alte­na und im Deut­schen Draht­mu­se­um in Alte­na wid­men his­to­ri­schen Pup­pen­stu­ben und Kauf­manns­lä­den aus der Samm­lung Ott bis zum 9. Juni 2013 eine Son­der­aus­stel­lung.
Am Bei­spiel einer Pup­pen­stu­be aus der Bie­der­mei­er­zeit (Foto), gibt Dr. Agnes Zelck, wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin der Muse­en des Mär­ki­schen Kreis, einen klei­nen Ein­blick in die Wohn­welt einer begü­ter­ten Fami­lie von 1830. „Behag­lich­keit, Beschei­den­heit und Zweck­mä­ßig­keit waren für die dama­li­gen Woh­nun­gen cha­rak­te­ris­tisch. Kla­re For­men und glat­te Flä­chen domi­nier­ten, die weni­gen Schmuck­ele­men­te ord­ne­ten sich unter”, erklärt die Muse­ums­mit­ar­bei­te­rin. Zum Inn­be­griff der Epo­che wur­de das Sofa, viel­fach mit gebo­ge­ner Rücken­leh­ne und leicht nach außen geschwun­ge­nen Sei­ten­leh­nen und Füßen. Dazu gehör­te ein run­der Tisch auf einem Mit­tel­fuß und – statt beque­mer Ses­sel – schlich­te Stüh­le, bei denen nur die Sit­ze gepols­tert waren. „Gro­ßer Beliebt­heit erfreu­ten sich neben Vitri­nen zum Zur­schau­stel­len von Sou­ve­nirs und neben Kom­mo­den Schreib­schrän­ke. Sie dien­ten nicht nur zum Schrei­ben, son­dern auch zum Weg­schlie­ßen der Tage­bü­cher, Brie­fe und Poe­sie­al­ben, die damals eine wich­ti­ge Rol­le spiel­ten”, weiß Zelck.
Für ange­neh­me Tem­pe­ra­tu­ren sorg­te im Win­ter ein Kachel­ofen. Der Draht­korb für Näh‑, Strick- und Sti­cku­ten­si­li­en ver­weist auf die gro­ße Ver­brei­tung des Hand­ar­bei­tens bei Frau­en obe­rer Schich­ten der Gesell­schaft im 19. Jahr­hun­dert. Die Klei­dung der Pup­pen ist eben­so typisch für die Zeit. Die­je­ni­ge der Jun­gen zeigt Anklän­ge an Uni­for­men. Bei den Damen domi­nie­ren brei­te Aus­schnit­te, Wes­pen­tail­le und weit­krem­pi­ge Hüte mit aller­lei Bän­dern und Rüschen als Ver­zie­rung.
Ins­ge­samt 50 his­to­ri­sche Pup­pen­stu­ben und wei­te­re 30 Pup­pen­kauf­lä­den zei­gen die Muse­en Burg Alte­na und das Deut­sche Draht­mu­se­um noch bis zum 9. Juni 2013, diens­tags bis frei­tags von 9.30 Uhr bis 17 Uhr sowie sams­tags und sonn­tags von 11 Uhr bis 18 Uhr. Adres­se: Fritz-Tho­mée-Stra­ße 80 und 12; Füh­run­gen sind buch­bar unter 02351 966‑7034. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen uner www.maerkischer-kreis.de